Fluch und Segen zugleich: Aim-Assistenten - Wie Valorant auf der Konsole alles anders macht.
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PC Master Race oder Konsole? Eine Frage, die die Geister seit Jahrzehnten scheidet. Doch im Jahr 2024 sind die Unterschiede zwischen PC und den Current-Gen-Konsolen nicht mehr so gravierend wie noch vor 20 Jahren.
Call of Duty - König der Konsolen
Der wohl größte Player, wenn es um Konsolen-Shooter geht, ist Call of Duty. Spätestens seit dem Modern-Warfare-2-Release im Jahr 2009 etablierte sich die Spielreihe als süchtig machende FPS-Erfahrung. Und auch hier schieden sich wieder die Geister: PC oder Konsole?
Call of Duty: Modern Warfare aus dem Jahr 2019 setzte in vielerlei Hinsicht neue Maßstäbe für die Reihe. Es war die Grundlage für den Release von Warzone ein Jahr später und war das erste CoD, das Crossplay zwischen Konsolen und PC ermöglichte.
Quelle: Activision
Activision war sich dieser Diskrepanz zwischen Konsoleros und PClern bewusst. So ermöglichte man es den Spielern, auch an der Konsole Maus und Tastatur anschließen. Damit wurden zunächst auf dem Papier gleiche Verhältnisse zwischen beiden Spielerlagern geschaffen.
Doch an ein Ende der Spaltung von PC und Konsole ist weiterhin nicht zu denken. Das liegt bei Call of Duty aber nicht am Aim-Assist allein, sondern womöglich auch an der Ausrichtung des Spiels und der Zielgruppe, die Call of Duty ansprechen möchte.
Maus und Tastatur haben besonders auf mittlerer und großer Distanz Vorteile gegenüber Gamepads. So können Spieler mit Maus deutlich schneller und präziser ihre Ziele verfolgen und auf weiter Strecke in den Fokus nehmen. Doch der klassische CoD-Multiplayer lebt von Run-and-Gun-Gameplay auf kurzer bis mittlerer Distanz. Dazu kommt ein rasches Gameplay für schnelle Dopaminschübe.
Gamepad im Nahkampf, Maus auf Distanz
Die Zielhilfen für Spieler mit Gamepad unterstützen das Gameplay. Statt auf Magnet-Mechaniken setzen aktuelle Call-of-Duty-Ableger auf Präzisions- und Lock-on-Tracking. Das bedeutet: Während wir mit der Wumme in der Hand durch die Umgebung marschieren, passiert zunächst nicht viel. Treffen wir auf einen Gegner, bewegt sich unser Fadenkreuz grob mit dem Feind mit. Gehen wir nun in das ADS, reduziert sich die Empfindlichkeit des Fadenkreuzes - präzises Zielen wird nun einfacher.
Besonders im Close-Combat wird diese Kombination aus Assistenten zur wahren Waffe des Online-Shooters. Fast schon wie mit einem Aim-Bot ausgestattet, zieht die gewählte Knarre nahezu von allein auf den Gegner. Die letzte Aufgabe ist es nur noch, den Lauf weiter auf dem Feind zu halten.
Gute Beispiele für Chancenlosigkeit von Maus- und Tastatur-Spielern in Call of Duty zeigen Maps wie Shipment oder Shoothouse. Auf kleinstem Raum rennen und schießen sich 12, 18 oder auch noch mehr Spieler über den Haufen. Hier geht es nicht ums Zielen oder Präzision. Die kleinen Maps zeigen bestens, worauf es vielen Spielern ankommt: Tempo und schnelle Erfolge. Man könnte glatt meinen, dass der Assistent schneller den Gegner im Visier hat, als das menschliche Gehirn überhaupt imstande wäre, die Informationen zu verarbeiten. Eine Maschinenpistole oder Schrotflinte ausgesucht, grob in die Richtung des Feindes gezielt - schon ist der Abschuss garantiert.
Quelle: Activision
Haben wir hingegen Maps wie im Ground War oder der Warzone Call of Dutys, sieht das Spiel schon ganz anders aus. Weitläufigere Maps mit mehr Deckung ermöglichen ein tendenziell taktischeres Vorgehen. Ein Szenario, in dem Spieler mit Maus und Tastatur profitieren. Wir haben also zwei unterschiedliche Szenarien, die unterschiedlichen Spielern Vorteile bieten können.
Das Problem dahinter sind aber weder die Spieler noch der Aim-Assist per se. Es ist das Matchmaking. An der Stelle sprechen wir nicht von Skill-Based- oder Engagement-Optimized-Matchmaking. Und auch das Crossplay ist kein direktes Problem. PC-Spieler und Konsolenspieler sollten in Spielen wie Call of Duty nicht gegeneinander ausgespielt werden. Viel eher sollten im Matchmaking die Eingabegeräte betrachtet werden. Denn es gibt genauso PC-Spieler, die das Gamepad bevorzugen.
