Die Novellierung des Jugendschutzes ist derzeit in aller Munde. Wir haben mit dem "USK-Boss" Dr. Klaus Spieler gesprochen.
Was ist der Unterschied zwischen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (kurz BPjM) und er USK?
Die BPjM ist eine staatliche Behörde, das ist die USK nicht. Zweitens sind wir für unterschiedliche Dinge zuständig. Wir prüfen alle Spiele, die in Deutschland erscheinen sollen, gutachterlich und sagen, ab welchem Alter sie für Kinder und Jugendliche unbedenklich sein können.
Die Bundesprüfstelle hingegen guckt nur gezielt, welche Spiele die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährden können. Die BPjM wird erst dann aktiv, wenn sie sagen, dieses Spiel ist nicht nur beeinträchtigend in der Entwicklung für Kinder und Jugendliche, sondern gefährdend, während die USK grundsätzlich alle Spiele testet und entsprechende Altersfreigaben vergibt.
Wie sind die Kriterien der genauen Alterseinstufungen entstanden?
USK-Alterskennzeichnung "Keine Jugendfreigabe"
Bei der Erarbeitung der Kriterien sind wir einer bestimmten Logik des deutschen Jugendschutzes gefolgt. Bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) gibt es Leute, die sich schon vor langer Zeit Gedanken gemacht haben, was Kindern in welchem Alter zumutbar ist. Das waren unsere ersten Richtlinien.
Außerdem beschäftigen wir uns mit den Studien der Wirkungsforschung und der Sozialisationsforschung. Aber wir denken auch, dass Jugendschutz eine Art kulturelle Grenzerziehung machen muss. So wie der Vater seinem Kind sagt, ich kann dir vielleicht nicht beweisen, dass dich dieses Spiel krank macht, aber ich möchte trotzdem nicht, dass du das spielst. So kann sich auch der deutsche Jugendschutz verhalten.
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