Die Novellierung des Jugendschutzes ist derzeit in aller Munde. Wir haben mit dem "USK-Boss" Dr. Klaus Spieler gesprochen.
Herr Dr. Spieler, wofür sind Sie und die USK offiziell zuständig?
USK-Testraum
Als Geschäftsführer der USK bin ich Dienstleister, der die obersten Landsjugendbehörden bei der Kennzeichnung von Computerspielen unterstützt. Das heißt, wir bereiten den Prüfvorgang vor, damit der ständige Vertreter der obersten Landsbehörden, der hier in unserem USK-Gebäude auch sein Büro hat, nach Abschluss eines Prüfvorgangs eine gutachterliche Empfehlung zum Akt der Freigabe machen kann.
Das hört sihc vielleicht ein bisschen kompliziert an, aber das ist die offizielle Arbeitsteilung. Die frewillige Selbstkontrolle sorgt dabei für eine möglichst hohe Qualität ihrer gutachterlichen Arbeit, der Staat macht sich dann dieses Ergebnis zu Eigen, und damit wird es gesetzlich bindend. Bis 2003 waren wir ja nur eine Empfehlung für den Einzelhandel, nach den Ereignissen von Erfurt wurden die entsprechenden Gesetze auf den Weg gebracht, um das ganze dann verbindlich werden zu lassen.
Jetzt müssen die Geschäfte sich daran halten, und ein Nichtbeachten führt dann zu entsprechenden Strafen.
Seit wann gibt es die USK und warum ist sie ins Leben gerufen worden?
Die USK ist 1994 entstanden. Zwei Monate vorher hatte sich gerade der Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland (VUD) gebildet, der damals einen engagierten Vorsitzenden hatte, und wir sind irgendwann mal zusammen getroffen. Der neu gegründete Verband wollte sich unter anderem mit dem Thema Jugendschutz beschäftigen. Ich selber hatte drei Jahre zuvor eine Computerspiele-Beratungsstelle eingerichtet, und wir haben damals schon relativ viel im Bereich Elternberatung gemacht: Wie sollen Eltern sich beim Softwarekauf verhalten, aber auch wie man mit seinen Kindern zusammen spielt.
Es war Zufall, dass ich die Verantwortlichen des Verbandes damals getroffen hatte, und zu Beginn sollte die USK auch nur ein Halbjahres-Experiment sein.
Auf der nächsten Seite geht's weiter
