The Sojourn im Test: Ein Ego-Puzzler, dessen Story zum Nachdenken anregen soll
Test 22,05 €
Puzzlespiele mit Fokus auf Story kann es gar nicht genug geben. Das dachten sich wohl auch Shifting Tides und Iceberg Interactive und haben mit The Sojourn einen storylastigen Ego-Puzzler geschaffen. Ob die Umsetzung letztendlich gelungen ist, erfahrt ihr bei uns im Test.
Kennt ihr das, wenn ihr das Gefühl habt, irgendetwas würde komplett an euch vorübergehen? Als würdet ihr irgendwas Wichtiges nicht ganz mitbekommen oder verstehen? So geht es uns mit The Sojourn (jetzt kaufen 21,90 € / 22,05 € ). Nach unserer Zeit, die wir in der atmosphärischen Welt des Titels mit dem Lösen diverser Puzzles verbracht haben, können wir die Story noch immer nicht richtig fassen.
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Eine Geschichte, die zum Denken anregt
Quelle: PC Games
Die Handlung von The Sojourn wird uns mithilfe von Statuen erzählt.
Die Handlung von The Sojourn wird uns nämlich nicht gerade auf dem Silbertablett serviert. Dialoge oder gar einen Erzähler bietet das Spiel nicht. Stattdessen ist unser Storybegleiter ein weißes Licht, welchem wir aus der Ego-Perspektive durch die hübsch gestaltete Spielwelt folgen. Als Belohnung für eine bestimmte Anzahl gelöster Rätsel gibt uns die Leuchtkugel einen weiteren Einblick in die Geschichte von The Sojourn. Zu Beginn des Spiels etwa wird uns ein Baby in Begleitung seiner Familie gezeigt. Im weiteren Verlauf durchschreiten wir verschiedene Szenerien, darunter sowohl eine verlassene Stadt, als auch einen riesigen Turm mitsamt eigener Bibliothek und Waffenkammer. Was das alles genau bedeuten soll und ob irgendeine tiefere Bedeutung dahintersteckt, können wir nicht wirklich sagen. Ist es eine Kritik am Schulsystem? Ist es eine emotionale Reise rund um das Thema Depression wie Sea of Solitude? Oder hat man versucht, die Philosophie Immanuel Kants in ein Videospiel zu verwandeln? Vermutlich nicht, aber wirklich sicher sind wir uns auch nicht. Die Geschichte der Welt, in der wir uns befinden, muss sich also jeder selbst zusammenreimen. Genug Spielraum für Interpretationen ist auch definitiv gegeben, nicht zuletzt durch die leicht melancholische Atmosphäre der einzelnen Landschaften.
Eine Mechanik kommt selten allein
Quelle: PC Games
Unter anderem durch diese Bodenplatten gelangen wir in die Dunkle Welt.
Was die Bedeutung der Story angeht, können wir also keine finalen Aussagen treffen, jedoch sind wir von einer anderen Sache überzeugt: Gameplaytechnisch ist The Sojourn ist ein grundsolides Puzzlevergnügen. Um die verschiedenen Rätselräume zu lösen, müssen wir stets den Ausgang erreichen. Dabei helfen uns einige Statuen, mit denen wir interagieren können, sollten wir uns in der sogenannten Dunklen Welt befinden. In diese gelangen wir, wenn auch nur temporär, über kleine Plattformen am Boden. Im Verlauf des Spiels werden uns zusätzlich stetig neue Mechaniken vorgestellt. So gibt es zu Beginn etwa eine Statue, mit der wir ganz simpel den Platz tauschen können. Recht bald kommt eine weitere hinzu, die kaputte Brücken kurzzeitig wieder ganz macht. Dazu gibt es noch Mechaniken, die uns permanent in der Dunklen Welt wandeln lassen, Bodenplatten, die Statuen verdoppeln und vergitterte Tore aufsperren und vieles mehr. Relikte, mit denen wir eine ausgewählte Statue auch in der normalen Welt benutzen können, sind auch mit von der Partie. Das klingt nicht nur kompliziert, sondern ist es auch.
Herausfordernder Puzzlespaß
Bezüglich des Schwierigkeitsgrades macht The Sojourn einiges richtig, aber nicht alles. Viele Teilschritte, die wir zum Lösen eines Rätsels verwenden, wiederholen sich in den darauffolgenden Aufgaben. Das macht einige Puzzles schlichtweg zu leicht und obendrein noch recht langweilig. Wirklich störend ist dies jedoch nicht, da viele andere Rätsel dafür eine ordentliche Herausforderung bieten. Nicht selten kam es vor, dass wir für manche Denkaufgabe mehr Zeit benötigten, als wir hier zugeben wollen. Vor allem die Bonusrätsel, welche nicht für das Voranschreiten in der Story benötigt werden, fanden wir sehr fordernd. Zusätzlich enthält fast jeder Level noch einen weiteren Abschnitt, sobald das Haupträtsel gelöst wurde. Die zusätzlichen Aufgaben belohnen uns außerdem mit Pergamenten, auf welchen kurze Texte zu lesen sind. Ausreichend Inhalt, vor allem für Komplettisten, bietet das Spiel also allemal.
Für Puzzlefans einen Blick wert
Quelle: -PC Games
The Sojourn bietet einige schöne Landschaften und atmosphärische Ausblicke.
The Sojourn wird Puzzleenthusiasten definitiv eine Weile beschäftigen. Der Schwierigkeitsgrad steigt in einem angenehmen Tempo an, ohne jemals viel zu leicht respektive zu schwer zu werden. Die zahlreichen Bonusrätsel und Abschnitte fügen noch mal einiges an Spielzeit hinzu, vor allem, wenn man sich so ungeschickt anstellt, wie wir es getan haben. Zusätzlich ist die Spielwelt wirklich schön gestaltet und der dazugehörige Soundtrack ist ebenfalls gelungen. Und wenn man die Handlung nachvollziehen kann, ist diese bestimmt auch noch ein Pluspunkt. Oder auch nicht. Keine Ahnung. Bei einem Preis von knapp 22 Euro ist The Sojourn auf jeden Fall einen Blick wert.
Solltet ihr Interesse an der PC-Version des Titels haben, sei noch angemerkt, dass The Sojourn zeitexklusiv für ein Jahr nur im Epic Games Store zu haben ist.
Wenn ihr Lust auf mehr Rätselspaß habt, schaut euch doch einmal unseren Test zu Catherine: Full Body an!
