The Dark Pictures Anthology: Man of Medan im Test - Wer früher stirbt, ist länger tot
Test 17,99 €
Mit ihrem Horror-Adventure Until Dawn hatten Supermassive Games großen Erfolg. Nun kommt der nächste Titel des britischen Entwicklerteams und heißt Man of Medan. Das Spiel gehört zu The Dark Pictures Anthology und es sollen sieben weitere Titel in der Sammlung folgen. Jeder mit anderen Charakteren. Jetzt haben wir aber zunächst diesen getestet. Wir verraten euch im Test, ob die Anthologie einen guten Start hinlegt!
Es ist zwar noch ein bisschen Zeit bis Halloween, aber ein wenig Horror kann auch in den Sommermonaten nicht schaden! Ab dem 30. August 2019 ist der erste Teil der Dark Pictures Anthology für PC, PS4 und Xbox One erhältlich. Das Spiel hört auf den Titel Man of Medan und ist von den Until-Dawn-Machern Supermassive Games. Und so müsst ihr euch das Adventure auch ungefähr vorstellen. Mit einer Gruppe von fünf Leuten, von denen ihr jeden steuert, landet ihr auf einem riesigen Schiff in der Mitte des Ozeans, das offensichtlich verlassen ist.
Inhaltsverzeichnis
Wir wollen nicht zu sehr spoilern wie ihr in diese prekäre Situation geratet, doch die Aufgabe ist, es wieder von dem Dampfer runter zu schaffen. Leider sind die Charaktere ziemlich uninteressant. Obwohl ihre Beziehungen untereinander wichtig für den Verlauf der Handlung sind, kommt nicht wirklich viel Motivation auf, die Figuren kennen zu lernen. Die Geschichte des Schiffs und die Hintergründe darüber, was dort passiert sein könnte, werden zwar gut erzählt und es gibt auch spannende Wendepunkte, doch auf lange Sicht ist kaum Motivation vorhanden, voranzuschreiten. Sind es Geister? Zombies? Oder doch ein Experiment, das fürchterlich schiefgegangen ist?
Man of Medan im Test: Wählt weise!
Quelle: PC Games
Die Kursrichtung zeigt euch, was eure Entscheidungen bewirkt haben.
Wie auch in Until Dawn ist das Gameplay sehr begrenzt. Ihr trefft Entscheidungen, die gewisse Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte haben. Das wird durch Kursrichtungen angezeigt, die sich ändern können, je nachdem, wofür ihr euch entscheidet. Zunächst mag das vielleicht nicht so offensichtlich sein, doch eine Wahl kann sich auch erst sehr spät im Spiel auswirken. Als Hilfe dienen euch Bilder, die ihr in Man of Medan findet. Sie nehmen der Platz der Totems aus Until Dawn ein und zeigen euch Vorahnungen. Das sind quasi kurze Einblicke in zukünftige Szenen. Wenn ihr gut aufpasst, könnt ihr später die richtige Wahl treffen, die vielleicht über Leben und Tod eines Charakters entscheidet. Auch Quick-Time-Events sind mal wieder mit von der Partie- Zudem findet ihr auf dem alten Kahn viele Geheimnisse - Dokumente oder Notizen, die euch mehr Einblick in die Geschehnisse geben, die vor Jahren auf dem Schiff passiert sind und warum die Crew verschwunden ist.
Quelle: PC Games
Der Kurator wird auch in den nächsten Teilen der Anthologie vertreten sein.
Erinnert ihr euch an den Psychiater aus Until Dawn? Auch in Man of Medan unterbricht ein unheimlicher Kerl die Handlung. Er sitzt in einer alten Bibliothek und nennt sich Kurator. Innerhalb der Handlung taucht er öfter auf, meist kurz vor einem einschneidenden Erlebnis oder Tod. Anders als der Psychiater beeinflusst er das Geschehen nicht, kann euch aber Hinweise geben. Es wirkt, als wäre er eine durchgängige Figur, die auch in den nächsten Teilen der Dark Pictures Anthology wieder auftaucht.
Man of Medan-Review: Eingefroren und verloren
Quelle: PC Games
Anders als in Until Dawn haltet ihr nicht mehr den Controller still, sondern drückt einen Herzschlag nach.
Technisch lässt Man of Medan einiges zu wünschen übrig. Auf der normalen PS4 gibt es extreme Ruckler und teilweise sogar Freezes, die vor allem Quick-Time-Events und zeitkritische Entscheidungen negativ beeinflussen können. So fror uns das Bild während eines QTEs ein, wodurch einer unserer Charaktere draufging. Auf der PS4 Pro ist es besser, doch auch dort sind Ruckler vorhanden und das Nachladen der Texturen fällt ebenfalls extrem auf. Auch das Steuern der Figuren ist eher stockend. Sie wirken beim Laufen steif und es ist schwierig, sie in den engen Schiffsinnenräumen zu navigieren. In unserer Version gab es keine englische Vertonung, lediglich die deutsche mit entsprechenden Untertiteln. Die Vertonungen sind okay, aber nicht grandios. Die Dialoge sind jedoch oft übersteuert und stimmen nicht immer mit den Untertiteln überein. Dafür sind Stimmung und Atmosphäre sehr passend für ein Horror-Adventure, denn es herrscht eine Art Grund-Angespanntheit.
Heuert die Crew an!
Im Gegensatz zu Until Dawn gibt es in Man of Medan jetzt sogar einen Multiplayer-Modus in zwei Versionen! Einerseits könnt ihr den Filmabend spielen, wo ihr mit bis zu vier weiteren Leuten von der Couch aus Entscheidungen trefft. Anders als zunächst gedacht, hat dabei aber nicht jeder einen Controller und steuert eine Figur. Ein einzelnes Steuergerät wird zwischen den Mitspielern weitergegeben und jeder navigiert eine Figur in einem Kapitel. Klingt zwar ganz cool, ist aber eher mäßig spannend, wenn man dabei nur zuschaut.
Die andere Version ist der Online-Koop-Modus! Ihr habt richtig gelesen! Dabei spielt ihr mit einem anderen Mitstreiter. Der Host nimmt die Position der Hauptfigur ein, die auch im Einzelspieler-Modus vorgesehen ist und der Koop-Partner navigiert die zweite Figur im Bunde. Wir konnten das im Test leider noch nicht ausprobieren, da das Spiel noch nicht erschienen ist und wir so noch keine Mitspieler hatten, werden das aber sobald wie möglich nachreichen.
Die Geister, die ich rief
Quelle: PC Games
Es gibt unglaublich viele Arten, wie die Charaktere sterben können.
Wenn man Man of Medan als eine Kurzgeschichte mit offenem Anfang und Ende betrachtet, dann ist es durchaus ein gutes Spiel. Die Stimmung ist zum Zerreißen gespannt, die Geschichte interessant und gut erzählt. Trotzdem führen vor allem die technischen Probleme und die eher irrelevanten Charaktere zu mehr Frust als Spaß. Der Wiederspielwert ist jedoch hoch. Wir haben beim Test allein drei Durchläufe gespielt, Man of Medan ist etwa vier bis fünf Stunden lang. Verschiedene Entscheidungen führten tatsächlich zu unterschiedlichen Ergebnissen, obwohl wir es nicht geschafft haben, alle Charaktere draufgehen zu lassen. Wenn ihr Until Dawn also mochtet, oder allgemein Fans von spannenden Gruselgeschichten mit hohem Jumpscare-Aufkommen seid, dann solltet ihr Man of Medan auf jeden Fall eine Chance geben. Und die kommenden Geschichten sind bestimmt auch einen Blick wert. Wir warten auf jeden Fall schon gespannt darauf!
Update: Die PC-Version gespielt
Zum Release von Man of Medan haben wir uns noch die PC-Version zu Gemüte geführt, um für euch zu prüfen, ob diese ähnliche Probleme wie die PS4-Variante hat, oder besser da steht. Die technischen Macken, die sich auf der Playstation zeigen, sind auch noch beim PC zu erkennen. Zwar ruckelt das Spiel wesentlich weniger und auch die Texturen laden schneller nach, doch richtig flüssig läuft Man of Medan auch hier nicht. Wir haben sogar - anders als auf der PS4 - einen Absturz zu verbuchen! Dafür konnten wir uns nun endlich auch die englische Vertonung anhören. Diese ist zwar natürlich wesentlich besser auf die Mundbewegungen synchronisiert, aber auch nicht gerade herausragend gut gemacht. Aber wenn es euch möglich ist, Man of Medan auf Englisch zu spielen, tut es. Das ist einfach angenehmer für die Ohren. Die Steuerung funktioniert sowohl mit Tastatur und Maus, als auch mit Gamepad unverändert gut. Trotzdem: Der erste Teil der Dark Pictures Anthology glänzt nicht so sehr auf PC, wie erwartet.
