The Finals gespielt: So geht Zerstörung in einem Ego-Shooter
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Free2Play, Teamfokus und jede Menge Umweltzerstörung: Das ist das Konzept von The Finals, dem neuen Online-Shooter von Embark Studios. Wir haben's gespielt.
Das führt zu einigen spannenden Kombinationsmöglichkeiten. Am Ende läuft's aber meist auf eine recht klare Rollenverteilung hinaus: Es gibt den dicken Tank, den ausgeglichenen Support und den flink-filigranen Scout. Entsprechend ist Absprache unter den drei Mitspielern gefragt. Wer mit einem möglichst ausgewogenen Team an den Start gehen will, hat am besten von allem etwas dabei. Apropos Absprache: Die ist auch während der Runden unerlässlich. Die Respawn-Zeiten in The Finals sind relativ lang, teilweise über 20 Sekunden. Ein kurzer Revive per Defibrillator geht deutlich schneller. Nach einem Medic rufen oder Ziele markieren klappt zwar auch per Ping-Funktion und Ingame-Chat. Der funktionierte in der Beta allerdings noch nicht einwandfrei. Wir empfehlen also: Zockt The Finals am besten mit Kumpels in einer Discord-Gruppe.
Ansonsten gibt's über die Technik nicht viel zu meckern. Ja, The Finals hat ordentlichen Hardware-Hunger. Unser Rechner mit Ryzen 7 5800X, einer Nvidia RTX 3060 Ti und 16 GB Arbeitsspeicher wurde schon ordentlich gefordert. Dafür gab's aber auch fette Grafik mit Raytracing, peppigen Farben und knalligen Effekten!
Quelle: Embark Studios
Wer etwa getroffen wird, geht nicht blutend zu Boden, sondern verpufft in einer Wolke aus Geldmünzen. Dazu kommen vollkommen überdrehte Kommentatoren, es läuft Musik über riesige Lautsprecher und sogar Live-Publikum sitzt am Spielfeldrand. Dieser American-Gladiator-Vibe ist ein willkommenes Kontrastprogramm zum nächsten Battle-Royale- oder Military-Sim-Titel.
Gameshow mit Tücken
Ein bisschen meckern müssen wir zum Schluss aber auch noch. Vor allem bei der Langzeitmotivation sehen wir Probleme. Aktuell bietet der Titel nur zwei Spielmodi: Quickplay, wo ihr eine Runde des Cashout-Modus spielt, und den kompetitiven Turniermodus inklusive Rangliste. Wie lang das bei der Stange hält, lässt sich bisher aber nicht endgültig sagen.
Das Fortschrittssystem ist zudem etwas unglücklich gelöst. Um neue Waffen und Fähigkeiten freizuschalten, braucht's XP, die ihr wiederum für abgeschlossene Runden und erfüllte Ziele bekommt. Unter die täglichen, wöchentlichen und saisonalen Challenges fallen teils lapidare Dinge wie "Spiele eine Runde Quickplay". Das ist also schnell erledigt und sorgt für flotte Level-Aufstiege. Die Kehrseite der Medaille: Für Abschüsse, Assists und gesammeltes Geld bekommt ihr gar keine Erfahrungspunkte. Das ist eher unschön.
Free2Play hat seinen Preis
Und auch das Finanzierungsmodell bereitet uns noch etwas Bauchschmerzen. The Finals finanziert sich über einen Battle Pass und einen Ingame-Shop. In dem bekommt ihr Kram wie ein Panda-Outfit, ein Emote, das euch beim Biertrinken zeigt, oder einen Käsehobel als Nahkampfwaffenskin. Der übliche Tand eben, aber nichts, was euch in irgendeiner Weise spielerische Vorteile verschafft. Nur die wortwörtliche Preisfrage bleibt offen: Wie teuer wird der Spaß im fertigen Spiel? Bis wir hier nähere Infos haben, bleiben wir noch verhalten skeptisch.
Quelle: Embark Studios
Unlösbare Probleme sind das aber nicht. Entsprechend fällt unser bisheriges Fazit auch sehr wohlwollend aus: In The Finals die menschliche Abrissbirne zu spielen, macht richtig Laune. Es ist laut, bunt, schnell, actiongeladen. So ein bisschen wie Fortnite, nur eben etwas destruktiver. Und wenn Embark Studios es schafft, bis zum Release nochmal ein wenig nachzubessern, könnte es auch ähnlich erfolgreich werden.
The Finals ist aktuell im Rahmen einer Closed Beta auf Steam spielbar. Im weiteren Verlauf des Jahres soll das Spiel dann offiziell für den PC erscheinen. Konsolen-Versionen für die PlayStation 5 und die Xbox Series S|X sind laut Entwickler Embark Studios ebenfalls geplant. Für die gibt es allerdings auch noch kein konkreteres Release-Datum.
