In Staffel 5 von Star Trek TNG wird es politisch - und ein geliebtes Gesicht kehrt zurück. Wir zeichnen eine der aufregendsten Seasons von The Next Generation nach!
Dieser hatte die gleiche Prozedur in Teil 1 bereits mit dem sterbenden Sarek über sich ergehen lassen und bietet Spock nun über Umwege eine letzte Gelegenheit, Kontakt mit seinem Vater zu haben. Ein starker Moment als Finale einer doch sehr drögen Folge. Michael Piller dazu: "Ich wollte eine Charakterstudie Spocks, aber dann geriet es geschwätzig und ereignislos. Ich war damit nicht glücklich."
Diese Kritik existierte auch damals schon, doch für das breite Fernsehpublikum war Spock ein unwiderstehlicher Magnet - und so legte Unification die besten Einschaltquoten seit dem Pilotfilm vier Jahre zuvor hin.
Der Verlag Pocket Books, der damals verantwortlich war für die Veröffentlichung von Star-Trek-Romanen, wollte zu dieser Doppelfolge eine Nacherzählung herausbringen, solange das Eisen noch heiß war. Sie fragten Jeri Taylor an, Produzentin und Autorin von Unification 1, die zu der Zeit tatsächlich schriftstellerische Ambitionen hatte und deswegen zusagte.
Doch als die Nachricht vom Verlag kam, dass sie für das Schreiben des Romans exakt dreißig Tage Zeit hatte - parallel dazu, dass sie ja auch das Drehbuch zum ersten Teil zu schreiben hatte -, da erlebte sie ihren eigenen Angaben zufolge den stressigsten Monat ihres Lebens.
Quelle: Paramount
Raumschiff im Weltall.
Da hatte nun also Star Trek: The Next Generation innerhalb von nur neun Episoden, wenn man das Staffelfinale des vierten Jahres mitzählt, eine so große politische Bühne aufgespannt wie nie zuvor - und dann auch noch unglaublich passend zu den Schlagzeilen der damaligen Zeit.
Die Zweiteiler Redemption und Unification und in der Mitte Ensign Ro boten nicht bloß komplexe Storys, sie trieben auch das lebendige Worldbuilding im Star-Trek-Universum so intensiv voran, wie keine andere Episodengruppe bisher - und auch auf lange Zeit nicht wieder.
Doch genauso unbegeistert, wie Michael Piller von der Zähigkeit eines Unification 2 war, so bereute er zu diesem Zeitpunkt auch die extreme Politiklastigkeit, die Star Trek damals an den Tag legte. Piller ordnete eine scharfe Kurskorrektur an, was dazu führte, dass es für den Rest der Next Generation keine epischen Polit-Thriller mehr geben sollte.
Damit setzte er auch dem bisher einzigen, staffelumspannenden Handlungsbogen - dem Shakespeare-haften Auf und Ab um Worf und seine Familienehre - ein Ende. Der Klingone sollte auch in den restlichen zweieinhalb Staffeln starke Geschichten bekommen, nur bauten sie nicht mehr wie bisher aufeinander auf. Dazu sollte es erst wieder bei seinem Einstieg in eine andere Serie kommen.
Doch was hatte Staffel 5 von Star Trek: The Next Generation abseits von großer Politik und Kinofilm-Cros-sovern zu bieten? Eine ganze Menge - und davon wird Teil 2 dieses Artikels berichten.
Sebastians bisherige Star-Trek-Retrospecials
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- Bargeld, Bigotterie, Berlinale: Wie Star Trek 6 Das unentdeckte Land in die Welt kam
Alle Staffeln von Star Trek: The Next Generation sind im Streaming verfügbar auf Paramount+, außerdem auf Blu-Ray und DVD.
Sebastian Göttling, Jahrgang 1978, ist Co-Moderator von Deutschlands beliebtestem Star-Trek-Podcast "Trek am Dienstag". Er forscht beharrlich auf den Retro-Gebieten Film und Fernsehen im Allgemeinen, Star Trek im Besonderen, Kultur- und Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts zwischen Space-Race und Mauerfall, Medienentwicklung, Kunst und Kommerz.
