Star Trek: Die 10 miesesten Frisuren der Galaxie
Special
Unendliche Weiten und endlose Verwirrungen der zotteligen Art: Wir werfen einen Blick auf die "besten" Frisuren, mit denen uns Star Trek in all den wundervollen Jahren beehren konnte - samt den Hintergründen und Motivationen hinter den teils absurden Haarkonstruktionen
Manchmal steht man vor einer monumentalen Aufgabe; einem Beitrag, der die Diskussion innerhalb einer Fangemeinde um Lichtjahre nach vorne werfen wird. So auch in diesem Artikel: Die Website Nerdist.com hat vor nicht allzu langer Zeit eine Top 6 der Frisuren von Worf aufgestellt. Eine wichtige und vor allem nötige Arbeit, um Roddenberrys Franchise in die Zukunft zu führen. Eine Bereicherung für jeden Trekker und ein triftiger Grund, um kurz innezuhalten, in sich zu gehen und dann zu realisieren, dass unsere bisherigen Fan-Bemühungen nur Schall und Rauch waren. Das können wir nicht auf uns sitzen lassen!
Da auch wir unseren Beitrag zum Wohle des Star-Trek-Universums leisten wollen, bieten wir euch an dieser Stelle deshalb eine Top-10 der grauenhaftesten Star-Trek-Frisuren aller Zeiten, über alle Filme und Serien hinweg. Ob es Worfs königlicher, schulterlanger Bob, der vulkanische Topfschnitt (schützt die Ohren) oder der berühmte "Kazon-Grünkohl" ist, wir graben unerbittlich und kredenzen euch ein paar besonders feine Ausgeburten, außerirdischer Friseurkunst. Bonus: Wir erklären euch den Zeit- und geldfressenden Kampf, der um Captain Janeways Frisur ausgefochten wurde. Also zückt die Schere, ladet eure Spraydose durch und salutiert mit uns zusammen vor den grauenhaftesten und großartigsten frisurtechnischen Fehlgriffen dieser Galaxie.
Platz 10: Captain Janeways Frisuren-Debakel
Wir beginnen mit dem berühmtesten Dutt des Delta-Quadranten: Captain Janeways Frisur kostete das Studio ein Vermögen. Der Grund dafür war Kate Mulgrews natürliche Frisur, die eigentlich in einem eleganten Schwung nach hinten gelegt werden sollte. Nachdem er das Filmmaterial der Pilotfolge "Der Fürsorger" sichtete, rief jedoch Paramount-Präsident Kerry McCluggage im Studio an und verlangte, dass alle Szenen mit Janeway erneut gedreht werden mussten. Der Grund: Mulgrews Haarpracht erschien im fertigen Produkt praktisch durchsichtig.
Quelle: CBS / Paramount Pictures
Der leicht enervierte Gesichtsausdruck ist gerechtfertigt: Kate Mulgrew bekam eine Perücke verpasst, die ihr vor jeder Einstellung „An den Kopf genagelt“ wurde.
Kein Styling-Kunstgriff half, sodass Janeway eine Halb-Perücke und damit ihren berühmten Dutt verpasst bekam. Abgerissene Filmsets mussten ein weiteres Mal errichtet und Soundstages erneut gemietet werden. Das ging so weit, das Executive Producer Rick Berman in einem Interview bemerkte: "Ich kann ehrlich sagen, dass es hier um die Star-Trek-Pilotfolge handelt, in welcher eine einzige Frisur mehr als die gesamten Special Effects gekostet haben." Bis auf die enormen Kosten sind wir allerdings sehr zufrieden mit dem fertigen Produkt. Eine Janeway ohne ihren "Stahldutt" wäre heute schwer vorstellbar!
Platz 9: Fähnrich Jae
Mit ihrer futuristischen David-Hasselhoff-Frisur kann Fähnrich Jae zwar keine Preise gewinnen - dafür erhält das tapfere Crewmitglied einen Sternenflotten-Orden für treue Dienste und bedingungslose Loyalität. Ab der vierten Staffel Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert erschien Jae in insgesamt 63 Folgen und 3 Kinofilmen. Am Ende hielt die tapfere Dame den Rang eines Lieutenants des Junior Grades und war (erstaunlicherweise) immer noch am Leben.
Quelle: CBS / Paramount Pictures
Wer die Frisur einmal gesichtet hat, kann sie nicht mehr übersehen: Fähnrich Jae taucht insgesamt in 63 TNG-Folgen und 3 Filmen auf!
All das vollbrachte das Vorzeige-Sternenflottenmitglied mit einer Haartolle, die in ihrer voluminösen 80er-Pracht praktisch eine eigene Gage verdient hätte. Übrigens: Schauspielerin Tracee Lee Cocco sprach in ihrer gesamten Star-Trek-Laufbahn kein einziges gefilmtes Wort und wurde auch in den Credits der Serie und der Filme nicht erwähnt. Wir salutieren vor einem Engagement, das nur von der Höhe ihrer Powerlocke übertroffen wird.
Platz 8: Shahna
Wir nehmen alles wieder zurück und behaupten das Gegenteil: Fähnrich Jaes Frisur trotzt den gesetzten der Schwerkraft in jeder Situation, doch die wahre Königin der schwerelosen Turmfrisuren ist immer noch die triskelische Sklavin Shahna. In der Folge "Meister der Sklaven" befreit Kirk eine Arena voller Gladiatoren aus der Herrschaft eines Trios körperloser Gehirne.
Quelle: CBS / Paramount Pictures
Shahna besitzt die einzigartige Fähigkeit, gleichzeitig schrill und zu Tode gelangweilt auszusehen. Schauspielerin Angelique Pettyjohn war übrigens zu ihrer Zeit als Burlesque-Tänzerin berühmt!
Seine Dame der Stunde ist in diesem Fall die schöne Shahna, deren Haarpracht sie wie einen Negativschnappschuss von "Blanka" aus Street Fighter gepaart mit dem Bühnenauftritt von Lady Gaga wirken lässt. Kirk triumphiert, die Sklaven werden befreit und Shahnas Frisur bleibt uns in ihrer grünen Pracht bis heute in Erinnerung.
Platz 7: Der neue, alte Spock
In Star Trek: Discovery lernen wir den "richtigen" Spock als jungen Erwachsenen kennen (nicht den "Kelvin-Spock" der Kinofilme ab 2009). Beobachter haben sicher zwei Dinge bemerkt. Erstens: Der Topfschnitt unseres Lieblings Halb-Vulkaniers sieht so aus, als ob er zwei Monate in der Wüste verbracht hätte. Zweitens: Der Rest seines Gesichts ist ebenfalls verwildert.
Quelle: CBS / Paramount Pictures
Der Bart war eine mutige Wahl, die nicht so richtig mit dem verwildernden Topfschnitt zusammenarbeiten will. Der Siegeszug der Haare begräbt das Gesicht von Ethan Peck regelrecht unter sich.
Wir wissen aus den Voyager-Folgen "Ein Jahr Hölle, Teil 1 &2" und "Schwere", dass Vulkanier durchaus einen Bartwuchs besitzen. Spocks Wangenflaum ist also kein Teil seines menschlichen Erbes, sondern ein Ausdruck seines inneren Aufruhrs. Trotz allem sieht der Charakter durch den starken Bartwuchs des Schauspielers Ethan Peck bedauerlicherweise so aus, als ob der Topfschnitt aus zwei Richtungen in sein Gesicht wachsen würde.
Platz 6: Commander Sela
In Folge "Der Kampf um das Klingonische Reich, Teil 1" bekommen wir zum ersten Mal Commander Sela zu Gesicht. Die Tochter von Tasha Yar und einem romulanischen General entführt über die Zeit hinweg Geordi Laforge und tut sich sogar mir den Duras-Schwestern zusammen - im Gedächtnis geblieben ist sie vielen Star-Trek-Fans jedoch durch ihren einzigartigen Look, der sich am besten als "Wütende Couch" beschreiben lässt. Der sowohl für Romulaner als auch Vulkanier typische Topfschnitt ist ohnehin eine eher mutige modische Entscheidung.
Quelle: CBS / Paramount Pictures
Durch den Topfschnitt und die blonden Haare verschwindet Selas Kopf im Hintergrund, sodass sie ihre ausdrucksstarken Augen und die rechteckige Uniform in Kombination wie eine missmutige Wohnzimmercouch wirken lassen.
Durch das Fehlen der charakteristischen Gesichts-Grate der Romulaner, ihrer blonden Haarfarbe und des schlanken Körperbaus von Denise Crosby wirkt das gesamte Ensemble (samt der 80er-jahre Betonschultern) dementsprechend wie eine grimmige, gesteppte Sitzmöblierung. Crosby ist eine hervorragende Schauspielerin - mit der Frisur tut ihr das romulanische Sternenimperium jedoch keinen Gefallen.
Platz 5: Worf
Worf hatte in seiner langen und bewegten Styling-Geschichte insgesamt sechs Frisuren, die von der "Erste-Saison-Plombe" bis hin zum beliebten "Krieger-Zopf" reichen. Unsere Lieblings-Gurkenfrisur entstand jedoch in Staffel 4 und 5, während Worfs Familie entehrt wurde: Der Prinz-Eisenherz-Haarschnitt lässt bereits die spätere Mähne und den Zopf erkennen.
Quelle: CBS / Paramount Pictures
Macht gerade eine schwere Phase durch: Worf trug in Staffel 4 und 5 die berüchtigte He-Man-Mähne, bevor er später zum mächtigen Krieger-Zopf wechselte.
Die Frisur ist jedoch immer noch so kurz, dass Worf zu diesem Zeitpunkt so aussieht, als ob er gleich Ingeborg und Liselotte in einem Ü-70-Bridge-Turnier vernichten würde. Anscheinend läuft es bei Klingonen so wie bei uns Menschen: Schwere Zeiten bringen oft problematische Frisuren mit sich.
Platz 4: Der Troyianer
Wir verlassen das Reich der unglücklichen Haarschnitte und betreten mit dem vierten Platz endgültig die Zone der frisurtechnischen Waffen. Der in der Folge "Brautschiff Enterprise" sichtbare Troyianer bringt nicht nur einen vertrauenswürdigen Gesichtsausdruck und eine billige Halskette, sondern auch einen Haarschnitt mit, der in der Ben-Stiller-Komödie "Zoolander" bestens aufgehoben wäre.
Quelle: CBS / Paramount Pictures
Mugatu wäre stolz: Der Troyaner aus der Folge „Brautschiff Enterprise“ würde in der Komödie „Zoolander“ nicht weiter auffallen.
Eine Mischung aus Zebrastreifen und Gepardenfell verleihen seinem Heckspoiler von einer Frisur eine hohe Windschnittigkeit, während die flauschigen Koteletten sein strahlendes Lächeln und die grüne Haut erst so richtig zu Geltung bringt. Wir verneigen uns vor der Troyianischen Friseurzunft.
Platz 3: T'Pol
Wie praktisch jeder Charakter, der je ein Star-Trek-Set von innen gesehen hat, machte auch die Vulkanierin T'Pol eine Charakterentwicklung durch, die sie über die Staffeln hinweg immer menschlicher und sympathischer wirken ließ.
Quelle: CBS / Paramount Pictures
Wir haben gehört, ihr mögt eine hohe Stirne und Riesenschädel? T'Pols erste Frisur lässt ihren Kopf dreimal so schwer wie den Rest ihres Körpers wirken.
Ihre erste Staffel bewältigte sie jedoch mit einer Frisur, die in Friseurkreisen gerne als "Disaster-Helm" bezeichnet wird.
Aufmerksame Beobachter haben inzwischen erkennt, dass das gesamte Star-Trek-Franchise einen Hang zur hohen Stirn besitzt - die erste Frisur von T'Pol ist dementsprechend das, was dabei herauskommt, wenn ein Vulkanier bei einem Friseurbesuch den Wunsch äußert "sehr gut, aber ich hätte gerne eine höhere Stirne und einen doppelt so großen Schädel."
Platz 2: Tongo Rad
Haben wir bereits die Liebe zur Riesen-Stirn erwähnt? Die Catullaner in der Raumschiff Enterprise-Folge "Die Reise nach Eden" besitzen in der Fangemeinde ohnehin einen eher schwierigen Ruf als "Weltraumhippies". Einer der Catullaner schießt jedoch mit seinem Haarschnitt den Vogel ab, denn Tongo Rad, der Sohn des Catullanischen Botschafters, besitzt Ähnlichkeit mit einem Profiwrestler, der nebenbei Werbung für Fruchtsaft auf seiner Halbglatze spazieren führt. In diesem Fall hat Tongo noch nicht einmal die Entschuldigung einer von Mastix-Applikationen zerfurchten Stirne - er musste seine pinkfarbene Haarpracht lediglich entfernen, um Platz für ein Bild von ein paar Weintrauben zu schaffen.
Quelle: CBS / Paramount Pictures
Tongo Rad fragt sich in dieser Einstellung vermutlich, ob die Teilnahme am Kinderschminken auf dem Supermarktparkplatz wirklich eine gute Idee war. (1)
Platz 1: Die Kazon
Natürlich befinden sich die Kazon auf dem ersten Platz, was habt ihr erwartet? Das gesamte Volk sieht aus, wie ein Haufen Klingonen, die als zerfledderte Putzlappen benutzt wurden, um die ganz schwierigen Ecken hinter dem Ofen zu schrubben. Jeder einzelne Kazon trägt einen vergammelten Grünkohl auf dem Kopf, gemischt mit dem Gewöll, das von einer besonders kranken Eule hochgewürgt wurde. Mit den Kazon erschuf Star Trek einen Haufen Gegenspieler, die eine beängstigende Ähnlichkeit mit dem "Aliens-Meme" haben und ebenso bedrohlich wirken. Ihr glaubt uns nicht? Fragt die Borg. Sollte das Kollektiv ein Schiff mit der Bezeichnung "Spezies 329" aufbringen, verlassen die Drohnen rückwärts wieder die Luftschleuse. Und tuscheln im Anschluss vermutlich in binärem Code über die absurden Frisuren des Volkes.
Quelle: CBS / Paramount Pictures
Die Geißel der ersten Voyager-Staffel und das Schreckgespenst jedes Friseursalons: Die Kazon haben die gleiche Frisur, tragen aber nicht so schicke Anzüge wie der „Aliens“-Typ.
Bonusrunde: Nicht Geordi
Vor nicht allzu langer Zeit kursierte ein inzwischen entferntes Video auf Youtube: In dem mysteriösen Clip "TNG ORIGINAL WARDROBE/MAKEUP TEST" konnte man altbekannte Charaktere aus Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert betrachten, wie diese verschiedene Variationen von Schminke, Frisuren und Uniformen vorführten. Das Video war zudem mit einer ominösen Hintergrundmusik unterlegt, die gut nach Silent Hill gepasst hätte - eine echte Kuriosität, die heutzutage nur wenige Momente auf YouTube überlebt.
Quelle: CBS / Paramount Pictures
Der in Fankreisen liebevoll „Nicht Geordi“ genannte Statist sorgt in dem mysteriösen Testvideo für gute Laune: Seine Frise ist schick, passt aber überhaupt nicht zu dem Laforge, wie wir ihn heute kennen.
Einer der erinnerungswürdigsten Momente des Videos war die Kostümprobe für Geordi Laforge... Die jedoch nicht von LeVar Burton vorgeführt wurde! Stattdessen sehen wir in dem Clip einen Unbekannten, der Ähnlichkeit mit dem Rapper Eazy-E samt der Frisur von Prince besitzt. Der improvisierte Goldfolien-Visor stellt das Tüpfelchen auf dem i dar, welches "Nicht Geordi" einen Bonusplatz auf dieser Liste sichert.
