Beste Freunde, beste Feinde: Die interessantesten Beziehungen zwischen Star-Trek-Schauspielern

Special Christian Schmid Maria Beyer-Fistrich
Beste Freunde, beste Feinde: Die interessantesten Beziehungen zwischen Star-Trek-Schauspielern
Quelle: Paramount

Bei Star Trek herrscht vor der Kamera in der Regel großes Verständnis - aber wie ist es hinter den Kulissen? Passend zu Weihnachten verraten wir euch in diesem Special die interessantesten Beziehungen zwischen den Schauspielern bei Star Trek - schließlich handelt es sich ja um das "Fest der Liebe!"

Manchmal vergessen wir gerne, dass die Schauspieler, die hinter unseren Lieblingscharakteren in Star Trek stecken, einem ganz normalen Beruf nachgehen: Sie fahren morgens zur Arbeit, bringen volle Leistung und plaudern am Catering-Stand miteinander. Wie an jedem Filmset entwickeln sich über die Zeit hinweg echte Freundschaften - und die eine oder andere Abneigung. Wir stellen euch in diesem Special die interessantesten Beziehungen zwischen Star-Trek-Schauspielern vor. Neben Kumpeln und Konkurrenten gibt es dabei natürlich auch Schauspieler, die einander zu Beginn nicht ausstehen konnten, aber über die Zeit hinweg tiefe Freundschaften entwickelten. Bevor ihr nun mit der Lektüre startet, noch eine Anmerkung: Wir vergeben in dieser Liste keine Plätze, weil wir natürlich nicht die Persönlichkeit der Schauspieler bewerten oder Drama heraufbeschwören wollen. Alles, was wir möchten, ist, euch ein paar interessante Hintergrundinformationen über eure Lieblingsdarsteller zu bieten. Außerdem listen wir lediglich die berühmtesten Beziehungen auf - es gibt noch Dutzende weitere interessante Konstellationen, doch alle aufzuführen, würde diese Liste sprengen.

Patrick Stewart und das gesamte Set von The Next Generation
Es ist althergebrachte Tradition, Listen dieser Art mit Patrick Stewart zu beginnen. Warum? Ganz einfach: Weil der gelernte Theaterschauspieler, Produzent, Regisseur und Professor obendrein auch ein wirklich netter Kerl zu sein scheint. Seine freundliche und hilfsbereite Art ist inzwischen so legendär, dass sie sogar in einer Family-Guy-Folge auf die Schippe genommen wurde. Für Interessierte: Die Folge ist "Nicht alle Hunde kommen in den Himmel" (S. 7, F. 11) und beinhaltet in der Originalfassung den gesamten Cast von Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert. Ein paar Das gesamte Cast (und die Set-Mitarbeiter) von Star Trek: Das nächste Jahrhundert schätzte Patrick Stewart sehr – die Freundschaft besteht immer noch. Quelle: CBS / Paramount Das gesamte Cast (und die Set-Mitarbeiter) von Star Trek: Das nächste Jahrhundert schätzte Patrick Stewart sehr – die Freundschaft besteht immer noch. Beispiele für die Freundlichkeit und Integrität des Schauspielers haben wir natürlich auch: Bei Castings für Statistenrollen für Star Trek: TNG war Stewart schockiert, wie brüsk die Produzenten mit den Anwärtern umgingen - also erhob er sich jedes Mal, um ihnen vor der Sprechprobe die Hand zu schütteln und sie mental aufzubauen. Als Gates McFadden (Doctor Beverly Crusher) sich über die teils sehr sexistischen Scripts in der ersten Staffel beschwerte, stärkte ihr Steward gegenüber den Produzenten und Schreibern den Rücken.

In einem Interview mit Magazin Newsweek verteidigte er sogar Star-Trek-Fans, als sein Interviewpartner ihn frage, ob er sich um "peinliche Trekkies auf seinen Theaterpremieren" sorgen mache. Seine inzwischen legendäre Antwort: "Peinlich? Wie viele davon kennen Sie persönlich? Sie könnten nicht mehr daneben liegen. Hier ist die Sache: Wenn Sie behaupten, dass die Fans peinlich sind, dann behaupten Sie auch, dass die Serie etwas essenziell Peinliches an sich hat. Ich werde wütend, wenn Leute wie Sie sich darüber lustig machen." Nicht nur Jean Luc Picard gibt offensichtlich einen guten Sternenflottencaptain ab, Darsteller Patrick Stewart persönlich würde sich als solcher gut machen.

Marina Sirtis und Michael Dorn

Auf dem Set von Star Trek: Das nächste Jahrhundert gab es zunächst kaum ein Paar, das schlechter miteinander zurechtkam als Marina Sirtis und Michael Dorn. Stark und still, kommt Michael Dorn seiner Rolle als Worf auch im echten Leben recht nahe. Marina Sirtis ist währenddessen in ihrer Rolle als Deanna Troi sehr ausgeglichen und im echten Leben (in ihren eigenen Worten!) eine "absolute Kuh." Dorn gab in einem Interview an, dass er die Stimmungsschwankungen seiner Kollegin stoisch ertrug. Marina Sirtis ihrerseits freundete sich nach ihrem anfänglichen Frust wegen seiner stille Art schnell mit Dorn an, weil er der Einzige war, der sie "über lange Zeit hinweg ertrug". Heute sind die beiden seit mehr als 30 Jahren enge Freunde.
Mariana Sirtis und Michael Dorn verband zunächst eher nervöse Anspannung. Später wurde daraus jedoch eine echte Freundschaft, die heute noch besteht. <br> &nbsp; Quelle: CBS / Paramount Mariana Sirtis und Michael Dorn verband zunächst eher nervöse Anspannung. Später wurde daraus jedoch eine echte Freundschaft, die heute noch besteht.
 
Kate Mulgrew und Jeri Ryan
Eine weitere legendäre Beziehung ist die zwischen Kate Mulgrew (Captain Janeway) und Jeri Ryan (Seven of Nine) - in diesem Fall allerdings aus eher unerfreulichen Gründen. Mulgrew machte den Set-Aufenthalt für Ryan, offenbar aus voller Absicht, so unangenehm, dass die jüngere Schauspielerin regelmäßig mit Panikattacken und Magenproblemen zu kämpfen hatte, wenn sie eine Seven/Janeway-Szene auf dem Drehplan entdeckte. Der Grund dafür war, laut Kate Mulgrew, dass sie sich an einer übertriebenen Sexualisierung von Star-Trek-Charakteren störte. Als die Serie sich in Richtung von "stumpfem Sex-Appeal" bewegte, wurde sie wütend und ließ ihren Frust an Jeri Ryan aus - eine Tatsache, welche die erfahrene Schauspielerin heutzutage stark bedauert. Inzwischen verstehen sich die beiden zum Glück deutlich besser.
Am Set herrschte oft eine feindselige Stimmung zwischen Kate Mulgrew und Jeri Ryan. Inzwischen ist das jedoch Geschichte; die beiden verstehen sich gut. (1) Quelle: CBS / Paramount Am Set herrschte oft eine feindselige Stimmung zwischen Kate Mulgrew und Jeri Ryan. Inzwischen ist das jedoch Geschichte; die beiden verstehen sich gut. (1)
Cirroc Lofton und Avery Brooks
Deutlich besser fällt die Beziehung zwischen Cirroc Lofton (Jake Sisko) und Avery Brooks (Captain Benjamin Sisko) aus. Die beiden freundeten sich schnell an und trafen sich auch außerhalb der Dreharbeiten. Besonders an dieser Beziehung war die Tatsache, dass Avery auch im echten Leben Cirrocs Vaterfigur darstellte: Die Eltern des damals 13-jährigen Jungdarstellers machten zu diesem Zeitpunkt eine schwere Trennung durch. Avery Brooks nahm Cirroc zu seinem ersten NBA-Spiel mit, brachte ihm das Basketballspiel bei und schützte ihn vor den Versuchungen Hollywoods. Cirroc drückte es in einem Interview am besten aus: "Es gibt eine Menge Versuchungen in Hollywood. Eine Menge Sachen, die hinter den Kulissen passieren. Avery hat mich von alledem bewahrt. Er hat einen Schutzschild um mich herum aufgebaut. Die Leute wussten, dass sie an Avery vorbeimussten, bevor sie an mich herankamen."

George Takei, Walter Koenig und Nichelle Nichols
Unter den Schauspielern der Originalserie Raumschiff Enterprise gibt es wohl keine stärkere Freundschaft als die zwischen George Takei (Sulu), Walter Koenig (Chekov) und Nichelle Nichols (Uhura). Als Takei im Jahr 2008 seinen langjährigen Lebenspartner Brad Altman heiratete, fungierte Nichols als Trauzeugin des Schauspielers, während Koenig die Rolle des Trauzeugen von Altman einnahm. Die drei stehen auch heute noch in Kontakt und sorgen auf Star-Trek-Conventions mit ihren Erzählungen und ihrem herzlichen Umgang miteinander regelmäßig für volle Hallen.

Diana Muldaur und (ebenfalls) das gesamte Set von The Next Generation
Diesmal haben wir leider keine Wohlfühl-Story für euch: Diana Muldaur spielte in Star Trek: Das nächste Jahrhundert Doktor Pulaski - und damit den Ersatz für Gates McFaddens Charakter Dr. Berverly Crusher. Der Wechsel wurde weder von Fans noch vom Cast gut aufgenommen, da nicht nur der Charakter Dr. Crusher, sondern auch McFadden selbst sehr beliebt war und als angenehme Kollegin galt. Hinzu kommt, dass die Gründe für Ohne eigenes Verschulden hatte Diana Muldaur einen schweren Stand. Sie ersetzte die beliebte Gates McFadden und galt für viele als „Ersatz-Doktor“. <br> &nbsp; Quelle: CBS / Paramount Ohne eigenes Verschulden hatte Diana Muldaur einen schweren Stand. Sie ersetzte die beliebte Gates McFadden und galt für viele als „Ersatz-Doktor“.
 
McFaddens Ausstieg bis heute unklar sind, vieles aber auf eine grundsätzliche Wertediskussion mit den Produzenten hindeutet. McFadden wurde kurz darauf durch Muldaur ersetzt, die einen deutlich umfassenderen schauspielerischen Hintergrund aufwies. Richtig vermutet: Das bedeutet, dass die erfahrenere Darstellerin ein Gehalt in der Größenordnung Patrick Stewarts erhielt. Zudem benötigte sie während der Dreharbeiten Lesekarten, um den Star-Trek-Jargon richtig auszusprechen. All diese kleinen Details verschafften Diana Muldaur auf dem Set einen schweren Stand, sodass sie nach einer Weile wieder durch ihre Vorgängerin ersetzt wurde. Muldaur selbst gab in einem Interview an, jeden Tag auf dem Set zu spüren, dass man sie "nicht dort haben wollte". Der Fakt bleibt jedoch, dass die Schauspielerin nicht ursächlich an der Situation schuld war. Als Vollprofi blieb sie währenddessen stets höflich und professionell. Muldaur beschrieb ihren kurzen Aufenthalt auf der Enterprise als "großartig und sehr, sehr anstrengend".

William Shatner und das gesamte Set von Raumschiff Enterprise
William Shatner ist in Hollywood für seine besonderen Charaktereigenschaften berühmt-berüchtigt. Ein gutes Beispiel ist die Fehde zwischen Shatner und George Takei. Sulu zufolge ist Shatner ein erstklassiger Schauspieler - und sich dessen vielleicht ein wenig zu sehr bewusst. Er werderegelrecht wütend, wenn der Spot auf seinen Mitdarstellern liegt. Shatner seinerseits sagt das Gleiche über Takei und behauptet obendrein, dass die Hochzeit seines Kollegen lediglich ein Werbegag war. Auch James Doohan verlor kein gutes Wort über Shatner. Der Schauspieler von Scotty sagte einst in Feinde, Freunde, Feinde: Kirk kam nicht mit den meisten seiner Co-Darsteller zurecht, doch William Shatner und Leonard Nimoy verband eine turbulente und sehr enge Beziehung. <br> &nbsp; Quelle: CBS / Paramount Feinde, Freunde, Feinde: Kirk kam nicht mit den meisten seiner Co-Darsteller zurecht, doch William Shatner und Leonard Nimoy verband eine turbulente und sehr enge Beziehung.
 
einem Interview, dass er Shatner oft am liebsten eine verpasst hätte: "Ich mag Captain Kirk, aber ich kann nicht sagen, dass ich Bill sonderlich sympathisch finde."

Die interessanteste Beziehung herrschte jedoch zwischen Shatner und Leonard Nimoy, der durch seine Verkörperung von Spock berühmt wurde. Die beiden Schauspieler gerieten zunächst aneinander, weil Spock immer beliebter wurde. Nimoy beschuldigte Shatner sogar, vor der Kamera Spocks Texte zu "klauen" und sogar sein Fahrrad gestohlen zu haben. Erst als beide entdeckten, dass sie einige Schicksalsschläge in ihrem Leben teilten, beruhigte sich die Beziehung und entwickelte sich wenig später sogar zu einer wahren Freundschaft. Nimoy war damals einer der wenigen Schauspieler, die gut mit Shatners Mischung aus narzisstischen Tendenzen und brutaler Ehrlichkeit klarkamen. Fünf Jahre vor seinem Tod brach Nimoy die Freundschaft mit Shatner jedoch ab. Was genau geschah, ist öffentlich nicht bekannt und Willam Shatner verrät nichts (Gerüchte ranken sich um den Dokumentarfilm "The Captains" aus dem Jahr 2011). In seinem 2017 erschienenen Buch "Lenonard", das von seiner "Freundschaft zu einem außergewöhnlichen Mann" handelt, gibt William jedoch zu, dass er vor Leonard nicht wusste, was ein echter Freund überhaupt war. Shatner beginnt die Biografie mit dem bewegenden Satz: "Ich hatte eine seltene, beneidenswerte Freundschaft. Und dann habe ich sie verloren."

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