Irren ist Vulkanisch: Zehn Fehler in Star-Trek-Serien und -Filmen
SpecialSelbst die gründlichen Star-Trek-Produzenten übersehen ab und zu Details. Wir schauen uns in dieser Liste zehn Fehler in Star-Trek-Serien an, vom Versagen eines Kostüms bis hin zu sichtbaren Studioaufbauten - und das über alle Star-Trek-Serien und -Filme hinweg.
Generell sind die Schreiber sowie Produzenten von Star Trek sehr darauf bedacht, Logik- und Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden. Ab und zu schleicht sich jedoch der denebianische Fehlerteufel auf das Set und treibt dort Schindluder. Wir zeigen euch zehn teils peinliche, aber immer amüsante Fehler über alle Star-Trek-Serien hinweg: Von verschwindenden Kommunikatoren über abhebende Kommunikationskonsolen, bis hin zum Heimwerker-Tag auf der Enterprise - denn offensichtlich wird auch im 22. Jahrhundert auf der Brücke eines Sternenflottenschiffes gerne Sperrholz verwendet. Auch Logikfehler nehmen wir in diesem Artikel unter die Lupe, denn selbst der cleverste Vulkanier ist nicht vor einfachen Flüchtigkeitsfehlern erhaben. Dabei blieben wir stets freundlich, denn immerhin handelt es sich immer noch um unser aller Lieblingsfranchise. Folgt uns also auf einen kleinen Exkurs in die absurde Welt der Star-Trek-Missgeschicke. Und erinnert euch bei den kleinen Fehlern immer daran: Irren ist menschlich. Oder vulkanisch. Je nachdem, wen ihr fragt.
Platz 10: Teleportierende Kommunikatoren und spontane Degradierungen
Quelle: Paramount /CBS
Da hat jemand bei der Garderobe nicht aufgepasst: Captain Picard wurde von einem Captain zu einem Commander degradiert. Derartige Fehler sind häufig, fallen aber nur besonders guten Beobachtern auf.
Wir starten mit zwei Beispielen für die unzähligen Garderobenfehlfunktion in Star Trek. Egal, ob es sich um wechselnde Hemden oder fehlende Kommunikatoren handelt, ab und zu passiert auf einem großen Set eben ein kleines Malheur. In der Folge "Die Meuterei" aus der ersten Staffel von Deep Space Nine werden die Hauptcharaktere allesamt von einem geheimnisvollen Wesen aus dem Gamma-Quadranten manipuliert - mit Ausnahme von Odo. Der Fehler tritt auf, als sich die Crew in einem Laderaum einfindet. Jeder der Anwesenden entfernte im Vorhinein seinen Kommunikator. Odo warnt seine Freunde, dass sie sich tunlichst festhalten sollen und öffnet dann die Frachtraumluken, um die fremde Intelligenz durch den entstehenden Unterdruck zurück in den Weltraum zu saugen. Nachdem die dramatische Szene vorbei ist, rappelt sich die versammelte Mannschaft wieder auf. Der Fehler: Benjamin Sisko klammerte sich zuvor noch an eine Frachtkiste, wie erwähnt ohne seinen Kommunikator. Nachdem sich die Frachtluke wieder geschlossen hat, richtet sich Sisko wieder auf - mitsamt eines, auf zauberhafte Art und Weise auf seiner Brust erschienenen Abzeichens!
Ein zweites Beispiel ist die spontane Degradierung von Captain Picard. Data und Jean-Luc betreten einen Turbolift, in dem sie sich über die Entfernung eines Parasiten unterhalten. In einer Nahaufnahme erkennt man eindeutig, dass Captain Picard auf einmal nur noch Commander Picard ist: An seinem Kragen fehlt eine der Ranginsignien. Als beide den Lift auf Höhe der Brücke verlassen, besitzt Picard wieder alle Abzeichen und darf sein Schiff wieder ganz legal kommandieren. Gerade noch einmal gut gegangen.
Platz 9: Der Untergang Neuseelands
Quelle: Paramount /CBS
Wo hat sich Neuseeland versteckt? Ist es unter den Wellen versunken oder handelt es sich lediglich um einen kleinen Produktionsfehler? Wir tippen auf letzteres.
Wir fahren mit einem kleinen Fehler fort, der sich in "Star Trek: Der Erste Kontakt" einschlich. Zumindest ist der Fehler klein, wenn man kein Einwohner Neuseelands ist. Nachdem Lily, eine Dame aus dem 21. Jahrhundert, an Bord der der Enterprise geschafft wurde, muss diese erst an ihre neue Umgebung gewöhnt werden. Ein paar Missverständnisse und eine Flucht später, schafft es Captain Picard, Lily in ein Gespräch zu verwickeln - und zeigt ihr in einer rührenden Szene die Erde aus dem Orbit. Als die Luftschleuse sich jedoch öffnet und den Blick auf Australien freigibt, glänzt Neuseeland vor allem durch mysteriöse Abwesenheit. Gab es eine Klimakatastrophe und Neuseeland ist untergegangen? Ist die Insel im dritten Weltkrieg in die Luft geflogen? Oder wurde für die Szene schlicht und ergreifend eine schlechte Karte verwendet? Kein Wunder, dass Lily so einen erschrockenen Gesichtsausdruck zeigt.
Platz 8: Chekov erschrickt vor Khan - obwohl er ihn nicht kennt
Quelle: Paramount /CBS
Chekovs Gesicht entgleist, als er Khan in „Star Trek: der Film“ augenblicklich erkennt. Dabei ist der Offizier dem Supermenschen nie persönlich begegnet!
In der Folge "Der schlafende Tiger" trifft die Crew der Enterprise auf genetisch verbesserte Supermenschen und bekommt Probleme. Die "Augments" besitzen neben hoher Intelligenz und Stärke unstillbaren Machthunger. Im Finale werden die Augments und ihr Anführer Khan auf den Planeten Ceti Alpha V verbannt. Allerdings nicht, bevor Khan aus Miltons "Das verlorene Paradies" zitiert. So weit, so gut.
Interessant wird dieser Umstand, als Star Trek: Der Film in die Kinos kam. In einer berühmten Szene begegnet Pavel Chekov dem inzwischen gealterten, aber immer noch blendend aussehenden Khan Noonien Singh. In den Augen Chekovs dämmert die Erkenntnis, wer ihm gerade gegenübersteht und man erkennt deutlich die Angst des Offiziers. Eine tolle schauspielerische Leistung von Walter Koenig - und ein schlimmer Fehler! Khan begegnete der Enterprise-Crew in der ersten Staffel der Originalserie. Chekov trat der Crew jedoch erst in der zweiten Staffel bei. Und wir wagen zu bezweifeln, dass seine Freunde ihm derartig anschauliche Geschichten erzählt haben, dass Chekov Khan nach etlichen Jahren auf den ersten Blick erkennt.
Platz 7: Falsche Berechnung oder falsche Geschichtsbücher
Quelle: Paramount /CBS
Wenn konkrete Jahreszahlen genannt werden, verhaspeln sich die Schreiber von Star Trek gerne einmal – oder in der Zukunft nimmt man es mit der Geschichte nicht so genau.
In allen Star-Trek-Serien herrscht entweder ein erschreckender Mangel an kompetenten Mathematikern oder alle Geschichtsbücher wurden falsch gedruckt: Fast immer, wenn die Besatzung eines Schiffes jemanden aus der Vergangenheit trifft und sich auf das aktuelle Jahrhundert bezieht, liegen die Jahreszahlen um ein bis zweihundert Jahre daneben. Ein Beispiel dafür ist die Raumschiff-Enterprise-Episode "Tödliche Spiele auf Gothos", in welcher das mit scheinbar gottgleichen Kräften gesegnete Wesen Trelane die Erde seit geraumer Zeit beobachtet - sich durch die begrenzte Geschwindigkeit des Lichts aber auf längst vergangene Geschehnisse bezieht. Kirk kombiniert, dass Trelane "ungefähr 900 Jahre in der Vergangenheit" lebt. Die Serie ist zu diesem Zeitpunkt allerdings erst im Jahr 2265 angekommen. Trelane müsste also das 14. Jahrhundert beobachten, weiß aber bereits über die französische und die amerikanische Revolution Bescheid - die beide im 18. Jahrhundert stattfanden.
Platz 6: Manchmal muss man auch als Computer richtig durchatmen
Quelle: Paramount /CBS
Tom Paris sollte manchmal einen Gang zurückschalten: Wenn der Computer schon Luft holen muss, um seine Bestellung anzunehmen, ist der arme Rechner vielleicht überarbeitet.
Majel Barett-Roddenberry nimmt im Herzen jedes Star-Trek-Fans einen ganz besonderen Platz ein: Die Frau von Gene Roddenberry spielt neben mehreren kleineren Rollen auch die legendäre Botschafterin Lwaxana Troi. Für diesen Fehler steht eine Tatsache parat, die weitaus weniger Fans wissen: Majel sprach auch die Computerstimme der Schiffe und Raumstationen aller Star-Trek-Produktionen bis zum Jahr 2008! Mit ihrem trockenen Auftritt schaffte sie es, dem Computer einen eigenen Charakter zu verpassen, da sie perfekt die klinische Kälte einer Maschine traf.
Da Majel aber kein echter Computer, sondern eine lebende Schauspielerin war, musste sie atmen, während sie im Tonstudio arbeitete. Und da Irren menschlich ist, vergaßen die Techniker ab und zu, das Atmen aus der Tonspur zu löschen. Achtet einmal darauf: Ab und zu muss der Computer der Enterprise Luft holen, damit er die Forderungen der Crew beantworten kann. Wer das Ganze in Aktion erleben will, schaut sich eine berüchtigte Szene in der Pilotfolge von Star Trek Voyager an: Tom Paris bittet den Computer darum, eine Tomatensuppe zu replizieren... und die arme Computerstimme muss mehrfach Luft holen, während sie die Suppenkarte herunterrasselt.
Platz 5: Transparentes Aluminium ist nutzlos
Quelle: Paramount /CBS
Dafür, dass das Zeug praktisch unzerstörbar ist, fliegen in Stark Trek ganz schön oft die Scherben: Transparentes Aluminium scheint nicht so gut zu sein, wie es angepriesen wird.
In "Star Trek IV: Zurück in die Vergangenheit" spendieren Scotty und McCoy dem Unternehmen Plexicorp aus dem Jahr 1986 die Formel für "Transparentes Aluminium". Die Folge "Datas erste Liebe" in Star Trek: Das nächste Jahrhundert etabliert außerdem, dass praktisch alle Sternenflottenschiffe und Raumstationen transparentes Aluminium benutzen, weil ihre Fenster, Türen und "Bullaugen" damit konstruiert sind. Zwei Zentimeter transparentes Aluminium entsprechen demnach ganzen 15 Zentimetern Plexiglas. Denkt das nächste Mal daran, wenn wieder einmal eine Scheibe in tausend Teile splittert oder jemand durch eine transparente Tür geworfen wird. Normalerweise müsste der arme Statist das Glas mit zweifacher Schallgeschwindigkeit treffen, um überhaupt etwas auszurichten. Vielleicht haben die Statiker der Sternenflotte geschlafen, als es an die Verglasung ging.
Platz 4: Heimwerken auf der Enterprise
Quelle: Paramount /CBS
Hat jemand gerade den Holzleim zur Hand? Kleine Fehler wie die selbst gebastelte Holz-Enterprise machen die Originalserie erst so richtig sehenswert.
In der Raumschiff-Enterprise-Folge "Kampf um Organia" gerät die Enterprise in der ersten Szene in einen Kampf mit den Klingonen. Als Spock sich umdreht, um einen Schadensbericht abzugeben, sieht man am unteren linken Rand des Bildes einen großen Teil der Brücke, der offensichtlich noch nicht lackiert wurde. Anscheinend ist gerade Heimwerkertag auf der Enterprise, denn wir kennen nicht viele andere Sternenflottenschiffe, die aus Sperrholz gebaut werden. Selbst in der überarbeiteten Fassung ist dieser Fehler noch deutlich sichtbar - zum Glück! Denn ohne die kleinen Fehler würde Raumschiff Enterprise einen Teil seines Charmes verlieren.
Platz 3: Die abhebende Konsole
Quelle: Paramount /CBS
Der Treffer war so stark, dass sich die Navigationskonsole verabschiedet! Das Ganze passiert zwar unfreiwillig, doch die Schauspieler waren danach bestimmt wieder wach.
Die Crew bekommt es in der Raumschiff-Enterprise-Folge "Ich heiße Nomad" mit dem aggressiven Maschinenwesen Nomad zu tun. Bereits die erste Szene zeigt, dass die Maschine keine halben Sachen macht: Nomad greift die Enterprise an und die Schauspieler tun wie immer ihr Bestes, um möglichst dramatisch in der Gegend umher zu taumeln. Captain Kirk scheint es besonders hart zu treffen, denn der wankt mit Kraft gegen die Navigationskonsole, samt zwei Crewmitgliedern. Die Konsole selbst hebt durch den Treffer ab und nur der beherzte Eingriff eines der Offiziere rettet das Kulissenteil davor, über die Bühne zu purzeln. In Bewegung ist das ganze deutlich dramatischer, doch selbst auf unserem Bild kann man erkennen, dass die Konsole kippt und deutliche Schräglage besitzt.
Platz 2: Geordi bewirft Armus mit seinem Phaser
Quelle: Paramount /CBS
Plopp, liegt der Phaser im Matsch – respektive dem außerirdischen Monster. Wir empfehlen, das Ding einfach auszutauschen. Wir würden es auf jeden Fall nicht mehr anfassen.
Die Folge "Die Schwarze Seele" aus Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert ist legendär, denn (Spoiler!) hier stirbt Lieutenant Natasha Yar. Neben dem Tod der Sicherheitsoffizierin ist die Entführung Rikers eine der prägnantesten Szenen. Die außerirdische Kreatur Armus zieht den Commander an seinen Füßen über die Erde und schleift ihn in einen Tümpel aus schwarzem Schleim - in den Körper von Armus selbst. Als Data, Dr. Crusher und Geordi LaForge ihm zu Hilfe eilen wollen, bremst Letzterer jedoch etwas zu stark ab und sein Phaser fliegt mit einem leisen "Plopp" in die schwarze Brühe. Das Ganze ist deutlich im Bildausschnitt links unten sichtbar. Nächstes Mal sollte Geordi die Waffe vielleicht ziehen, anstatt sie als Wurfgeschoss zu verwenden.
Platz 1: Spock schwänzt seinen Meditationskurs
Quelle: Paramount /CBS
Spock hat keine Lust zu meditieren: Wenn sein Captain gerade nicht guckt, entspannt der Vulkanier lieber, indem er sich bequem an eine Säule lehnt.
In der Raumschiff-Enterprise-Folge "Weltraumfieber" kehrt Spock, getrieben durch die Vulkanier-Brunftzeit "Pon Farr", nach Vulkan zurück. Dort entwickelt sich die Situation allerdings nicht nach Plan: Spocks Braut fordert ihr Recht auf "Kal-if-fee", einen Kampf um ihre Hand. Die Dame wählt Captain Kirk als ihren Champion und das Drama nimmt seinen Lauf. Der Fehler schleicht sich in dem Moment ein, als Spock mit der traditionellen Meditation beginnt, die sein "Plak tow", das sogenannte Blutfieber in Schach hält. Spock meditiert, seine Angetraute wählt ihren Champion und wir sehen wieder einen kurzen Ausschnitt, welcher den meditierenden Spock zeigt. Zwischen diesen Szenen entdecken aufmerksame Beobachter jedoch einen sehr entspannt aussehenden Leonard Nimoy, der im Hintergrund an einer Säule lehnt und auf seinen Einsatz wartet - von verschränkten Händen oder Meditation keine Spur!