Ein Nachruf auf Entwickler & Publisher - Sierra, THQ

Special Thorsten Küchler
Ein Nachruf auf Entwickler & Publisher - Sierra, THQ

Während Electronic Arts, Ubisoft & Co. eifrig ihren Geschäftennachgehen, sind andere einst bekannte Publisher und Entwickler längst wieder von der Bildfläche verschwunden - und mit ihnen zumeist auch grandiose Computerspiel-Serien. Im zweiten Teil unseres Nachruf-Specials erinnern wir an 14 vergangene Spieleschmieden, die inzwischen leider schließen mussten. Mal aus eigener Dummheit, mal einfach nur aus Künstlerpech, mal aus purem Größenwahn.

Sierra

Sex aus dem Hause Sierra: Leisure Suit Larry (im Bild: das VGA Remake von 1991) treibt nicht wenigen Spielern die Schamesröte ins Gesicht. Und auf dem Cover von Softporn Adventure ist die halbnackte Roberta Williams abgebildet. Quelle: Sierra Sex aus dem Hause Sierra: Leisure Suit Larry (im Bild: das VGA Remake von 1991) treibt nicht wenigen Spielern die Schamesröte ins Gesicht. Und auf dem Cover von Softporn Adventure ist die halbnackte Roberta Williams abgebildet. Wer waren die noch mal?
Das Ehepaar Ken und Roberta Williams gründet bereits 1979 die Firma On-Line-Systems und schraubt in den eigenen vier Wänden das Adventure Mystery House zusammen. 1982 ändert man den Namen des Familienunternehmens dann in Sierra On-Line und veröffentlicht schließlich mit King's Quest (1984) den Beginn einer wahren Adventure-Flut: Neben den Fortsetzungen der Fantasy-Reihe erscheinen mit Space Quest und Police Quest noch zwei weitere, nicht weniger erfolgreiche Ableger-Serien. Zudem spült der Erotik- Spaß Leisure Suit Larry von Al Lowe ab 1987 Geld in die Sierra-Kassen.

Wie und wann kam das Ende?
Im April 1998 wird Sierra über Umwege zur Tochtergesellschaft des französischen Mediengiganten Vivendi. Ken Williams ist da schon längst ausgeschieden, Roberta verlässt das Unternehmen 1999 ebenfalls. Vivendi strukturiert das Unternehmen in den folgenden Jahren ständig um, vom einstigen Ruhm ist nichts mehr übrig geblieben – auch wenn noch Hits wie No One Lives Forever, Homeworld oder Empire Earth unter dem Sierra-Banner erscheinen. Als dann Activision und Vivendi Games 2008 zum Riesen-Publisher fusionieren, wird Sierra nach interner Überprüfung für nicht wichtig erachtet und geschlossen.

Was wurde aus denen?
Völlig unerwartet belebt Activision 2014 den Namen Sierra urplötzlich wieder und kündigt ein neues King's Quest an – das wiederum erst kürzlich erschienen ist. Ken und Roberta Williams fungierten bei der Entwicklung als Berater.

THQ

Der Ego-Shooter Homefront (im Bild) macht mehr durch seltsame Marketing-Aktionen Schlagzeilen als durch seine Qualität. Ganz anders Darksiders: Das Spiel ist klasse, wird aber nicht zum Verkaufsschlager. Quelle: THQ Der Ego-Shooter Homefront (im Bild) macht mehr durch seltsame Marketing-Aktionen Schlagzeilen als durch seine Qualität. Ganz anders Darksiders: Das Spiel ist klasse, wird aber nicht zum Verkaufsschlager. Wer waren die noch mal?
Von 1989 bis 1994 macht THQ (kurz für Toy Headquarters) seinem Namen noch alle Ehre und stellt Spielzeuge her. In der Folge versucht man sich dann vollständig als Publisher und veröffentlicht Titel für Sony und Nintendo. PC-Spiele mit Hit-Charakter folgen dann erst in den 2000er-Jahren mit Warhammer 40.000: Dawn of War, Supreme Commander, Titan Quest, STALKER und der Red Faction- Reihe.

Wie und wann kam das Ende?
So gut die THQ-Titel auch sind, sie verkaufen sich einfach nicht – zudem greift man mit dem Konsolen-Tablet uDraw direkt ins finanzielle Klo. Gegen Ende der Firmengeschichte verhebt sich THQ noch folgenschwer an Homefront, einem als Call of Duty-Konkurrenten geplanten Shooter um eine Invasion der Nordkoreaner in den USA, der fies floppt. Und weil auch Saint's Row 3 und Darksiders 2 einfach nicht den erwünschten Erfolg bringen wollen, geht das Spielzeug- Hauptquartier im Jahr 2012 endgültig pleite.

Was wurde aus denen?
2013 werden die Marken von THQ in einer Auktion regelrecht verhökert. So wandern Saint's Row und Metro zu Deep Silver, Homefront wird von Crytek weitergeführt, Sega reißt sich Entwickler Relic unter den Nagel, Take 2 kauft Evolve und Ubisoft übernimmt die Rechte am South Park-Rollenspiel Der Stab der Wahrheit. Den Rest der Franchises (etwa Darksiders) erwirbt schließlich Nordic Games.

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