Ein Nachruf auf Entwickler & Publisher - Midway, Origin Systems, Pandemic

Special Thorsten Küchler
Ein Nachruf auf Entwickler & Publisher - Midway, Origin Systems, Pandemic

Während Electronic Arts, Ubisoft & Co. eifrig ihren Geschäftennachgehen, sind andere einst bekannte Publisher und Entwickler längst wieder von der Bildfläche verschwunden - und mit ihnen zumeist auch grandiose Computerspiel-Serien. Im zweiten Teil unseres Nachruf-Specials erinnern wir an 14 vergangene Spieleschmieden, die inzwischen leider schließen mussten. Mal aus eigener Dummheit, mal einfach nur aus Künstlerpech, mal aus purem Größenwahn.

Midway

Zwei Spiele, die Midway das Genick gebrochen haben: Stranglehold (im Bild) kostet zwar Unmengen an Geld, verkauft sich aber schlecht. This is Vegas kommt erst gar nicht in den Handel. Quelle: Midway Zwei Spiele, die Midway das Genick gebrochen haben: Stranglehold (im Bild) kostet zwar Unmengen an Geld, verkauft sich aber schlecht. This is Vegas kommt erst gar nicht in den Handel. Wer waren die noch mal?
Die Geschichte von Midway Games beginnt mit Pixel-Aliens: Dank eines Lizenzdeals mit Taito bringt man 1978 den Arcade-Automaten Space Invaders in US-Spielhallen. Erst 25 Jahre später konzentriert sich das Unternehmen auf den Computerspielmarkt: Mit Ratbag, Surreal Software, Paradox und Inevitable Entertainment kauft man gleich vier Studios auf. Der Erfolg blieb aus: Titel wie das Horror-Spiel The Suffering oder Psi-Ops verkaufen sich mäßig. Auch Unreal Tournament 3, bei dem Midway als Publisher auftritt, kann die Verluste nicht auffangen.

Wie und wann kam das Ende?
2007 spitzt sich die Situation für den ohnehin schon angeschlagenen Publisher zu: Midway verpulvert Abermillionen für Projekte, die am Markt nur einen Bruchteil ihrer Kosten wieder einspielen können. So wird in Zusammenarbeit mit dem Action-Regisseur John Woo ein Spiel namens Stranglehold entwickelt und Surreal verzettelt sich mit dem albernen GTA-Verschnitt This is Vegas. Im Geschäftsjahr 2008 beträgt der Nettoverlust von Midway 191 Millionen US-Dollar – der endgültige Bankrott folgt nur wenig später.

Was wurde aus denen?
2009 kauft Warner nahezu das komplette Portfolio von Midway für schlappe 33 Millionen Dollar – darunter unter anderem die Rechte an der Mortal Kombat-Marke und This is Vegas. Letzteres kommt jedoch nie auf den Markt – mehr dazu lest ihr in der kommenden dritten Ausgabe dieses Specials.

Origin Systems

Bereits 1989 bringt Origin mit Space Rogue so etwas wie den Urvater von Wing Commander & Co. auf den Markt - inklusive herrlich lachhaftem Verpackungsdesign. Quelle: Origin Bereits 1989 bringt Origin mit Space Rogue so etwas wie den Urvater von Wing Commander & Co. auf den Markt - inklusive herrlich lachhaftem Verpackungsdesign. Wer waren die noch mal?
"We create Worlds": Unter diesem Motto erobern Spiele von Origin ab 1983 die Computerspielewelt. Das erste Jahrzehnt der Firmengeschichte wird von der Ultima-Serie bestimmt: Richard Garriotts Lebenswerk bringt es alleine bis 1990 auf sechs Teile – allesamt Verkaufsschlager. Dann tritt Chris Roberts mit seiner Wing Commander- Reihe ins Rampenlicht, und Origin steigt endgültig zum Megastudio auf.

Wie und wann kam das Ende?
Der Verkauf der Firma an EA (1992) sorgt letztendlich für den Untergang von Origin. Denn der Publisher verkracht sich im Laufe der Zeit nicht nur mit dem ebenso erfahrenen wie speziellen Führungspersonal, sondern ändert auch ständig die Ausrichtung des Unternehmens: Origin-Titel sollen Ende der 1990er-Jahre plötzlich verstärkt auf Online-Interaktion setzen. Nachdem dann auch noch das Megaprojekt Ultima X scheitert, wird Origin 2004 geschlossen.

Was wurde aus denen?
Während Wing Commander-Schöpfer Chris Roberts aktuell auf einem riesigen Haufen Geld sitzt und an seinem unglaublich ambitionierten Weltraumprojekt Star Citizen schraubt, kehrt Richard Garriott mit dem Oldschool-Rollenspiel Shroud of the Avatar ebenfalls wieder zu seinen Wurzeln zurück. Und die Rechte an den Origin-Hits von gestern liegen weiterhin bei Electronic Arts im Keller und stauben vor sich hin.

Pandemic Studios

Die beiden Open-World-Titel Mercenaries: World in Flames und The Saboteur (siehe Screenshot) gehören zu den letzten Spielen, die Pandemic als EA-Studio produzierte. Die beiden Open-World-Titel Mercenaries: World in Flames und The Saboteur (siehe Screenshot) gehören zu den letzten Spielen, die Pandemic als EA-Studio produzierte. Wer waren die noch mal?
Pandemic bedeutet im Deutschen so viel wie "Weltweite Epidemie" – und dementsprechend schmückt das Firmenlogo des Entwicklers aus Los Angeles auch eine wenig sympathische Gasmaske. Ab 1998 veröffentlichen die Damen und Herren um Chef Josh Resnick zahlreiche Computerspiel-Hits: So stammen beispielsweise Battlezone 2, Full Spectrum Warrior, Star Wars: Battlefront 2 und die rabiate Mercenaries-Reihe von Pandemic.

Wie und wann kam das Ende?
Ende 2005 fusioniert Pandemic mit Bioware und bildet so ein vermeintliches Megastudio. Doch bereits zwei Jahre später erwirbt Electronic Arts den Laden für unglaubliche 850 Millionen US-Dollar. Die letzten beiden Pandemic-Veröffentlichungen sind Der Herr der Ringe: Die Eroberung und The Saboteur – danach macht Electronic Arts die Bude zu.

Was wurde aus denen?
Josh Resnick hat mit Videospielen so rein gar nichts mehr am Hut und ist inzwischen im Lebensmittel-Business tätig. Die Marken von Pandemic gehören Electronic Arts und sollen angeblich irgendwann weitergeführt werden. Wir glauben da aber nicht so recht dran.

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