Nicht bloß Playstation und Switch: Wir haben gegraben und stellen euch die verrücktesten und unbekanntesten Videospielkonsolen vor, die je gebaut wurden.
Damit sicherte sich Atari die Lizenzen für die damals beliebtesten Arcadespiele auf dem Markt, wodurch Fairchilds Gerät mit seinem begrenzten Angebot an eigenen Spielen trotz des geringeren Preises nicht mehr attraktiv genug war.
Zusätzlich war Atari ja auch nicht der einzige Konkurrent von Fairchild. Die Telstar- und Vision-Konsolen von Coleco und das Intellivision von Spielzeuggigant Mattel verkauften sich ebenfalls gut und überschatteten die Channel F in vielen Punkten.
Das Intellivision war US-exklusiv sogar mittels des sogenannten Play Cables in der Lage, Spiele über eine sehr frühe Version des Internets herunterzuladen, und das im Jahr 1981.
Quelle: Atari
Atari 2600
Das waren aber nur die Konsolen, die sich tatsächlich auf dem Markt behaupten konnten. Es gab auch hier wieder viele Firmen, die eigentlich nichts mit Videospielen am Hut hatten, aber trotzdem die Begeisterung für das Medium nutzen wollten. So entstanden Systeme wie das Bally Astrocade, der Philips G7000 oder das Nordmende Color TelePlay.
Nachdem die gesamte Gamingindustrie der frühen 80er-Jahre anscheinend nichts aus der Geschichte der Magnavox Odyssey gelernt hatte, kam es 1983, wie sollte es anders sein, zum zweiten großen Video Game Crash. So gut wie alle Hersteller zogen sich aus der Branche zurück oder gingen komplett bankrott. Das ebnete in der Folge die Bühne für die Unternehmen, die sich bis heute ein enges Rennen um den Konsolenthron liefern.
Quelle: Nordmende
Nordmende Color
Mit dem Aufstieg von Nintendo, Sony, Microsoft und anfänglich auch Sega war die Zeit der exponentiellen Konsolenentwicklung vorbei. Trotzdem gab es immer wieder interessante Versuche anderer Firmen, mit den kuriosesten Geräten ebenso erfolgreich zu werden, was jedoch in den wenigsten Fällen wirklich funktionierte. Schauen wir uns ein paar davon im Detail an.
Der Philips CD-i: Definition von Multimedia
Die niederländische Firma Philips kennt man heutzutage hauptsächlich als Hersteller von allen möglichen Haushaltsgeräten und Gesundheitstechnologie, am Anfang war sie jedoch vor allem in den Bereichen Unterhaltungselektronik und Halbleitertechnik tätig.
Kaum verwunderlich also, dass auch Philips den Sprung ins Gamingbusiness wagen wollte und ein paar eigene Konsolen entwickelt hat. Besonders interessant ist hier das Philips CD-i von 1991. Es wurde in Kooperation mit Sony vorgestellt und entwickelt und hat es vor allem durch die darauf erschienen Spiele geschafft hat, nicht komplett in Vergessenheit zu geraten.
Dabei wurde der Compact Disk Interactive, so die Bedeutung des Akronyms, ursprünglich gar nicht als Spielkonsole vermarktet. Vielmehr sollte es ein Multimediagerät sein, dass eigentlich alles kann. Filme, Videos, Musik, DIA-Projektor, der CD-i sollte wirklich die Definition von Multimedia werden.
Quelle: Evan Amos, WIkipedia - Public Domain
Philips DC-i
Die Videospiele waren da anfangs nur ein feiner Bonus. Es gab nicht mal einen richtigen Controller, sondern nur eine Fernbedienung mit ein paar zusätzlichen Knöpfen fürs Gaming. Zwar wurde später noch ein richtiges Gamepad nachgeliefert und die Konsole auch tatsächlich mehr als solche vermarktet, wirklich gerettet hat dies das Gerät aber auch nicht.
Genauso wenig wie die Spiele, die auf dem Gerät erschienen sind. Die geringe Bekanntheit, die es heute noch hat, ist hauptsächlich den für die Konsole entwickelten Super-Mario- und The-Legend-of-Zelda-Titeln zu verdanken, die als das Schlechteste gelten, was die beiden erfolgreichen Nintendo-Reihen jemals hervorgebracht haben. Zwar wurde keines dieser Spiele tatsächlich von Nintendo entwickelt, aber die verantwortlichen Studios hatten freie Hand bezüglich der Nutzung der Figuren.
Doch warum überließ der damalige unumstrittene Marktführer Nintendo überhaupt seine populärsten Charaktere einer Third-Party-Firma, die praktisch keine Erfahrung in der Branche hatte? Einfach so hätte Nintendo das freilich nicht gemacht, das Unternehmen hatte jedoch einen Deal mit Philips. Diese sollten ein CD-Player-Add-on für das SNES entwickeln und im Gegenzug durften sie vier Spiele mit Nintendos Figuren für den CD-i veröffentlichen.
Heraus kamen Hotel Mario, Link: Die Fratzen des Bösen, Zelda: Der Zauberstab von Gamelon und Zelda's Adventure, welche allesamt schrecklich waren und eigentlich nur dafür sorgten, dass der CD-i heute, wenn überhaupt, nur als die Konsole mit den schlechten Nintendospielen bekannt ist.
Wo wir gerade die ganze Zeit Nintendo erwähnen: Wer denkt, dass Konsolen, die niemand kennt, auch von unbekannten Firmen kommen müssen, hat damit tatsächlich nur zu einem gewissen Teil recht. Denn auch die heutigen Marktführer wie eben Nintendo haben schon Hardware releast, die wahrscheinlich die wenigsten hier kennen, geschweige denn besitzen werden.
Namhafte No-names
Zu den unbekannteren Konsolen Nintendos zählt zum Beispiel der Virtual Boy aus dem Jahr 1995. Er war der erste Versuch, ein Virtual-Reality-Headset mit Videospielen zu kombinieren und sieht aus wie eine futuristische Skibrille auf einem Ständer mit zwei Displays für jeweils ein Auge. Dabei wurde auf jedem Screen ein anderes, leicht versetztes Bild dargestellt, wodurch ein 3D-Effekt erzeugt wurde.
