Alles andere als Playstation: Von diesen Konsolen habt ihr noch nie gehört

Special Nicolai Brülke Lukas Schmid
Alles andere als Playstation: Von diesen Konsolen habt ihr noch nie gehört
Quelle: Atari

Nicht bloß Playstation und Switch: Wir haben gegraben und stellen euch die verrücktesten und unbekanntesten Videospielkonsolen vor, die je gebaut wurden.

Klingt zwar ziemlich revolutionär, war aber längst nicht das große Ding, das sich die Entwickler erhofft hatten. Da der Virtual Boy nur rote LEDs verbaut hatte, waren alle Spiele darauf monochrom rot auf schwarzem Hintergrund.

Nicht nur war das mit der Zeit unglaublich anstrengend für Kopf und Augen, auch die Haltung beim Spielen war nicht gerade bequem, da man das Gerät auf den Tisch stellen musste, um durch die Brille schauen zu können und den kabelgebundenen Controller dabei in der Hand halten musste.

Das, gepaart mit dem noch unerforschten Spielkonzept und dem ungünstigen Releasezeitraum mit dem Sega Saturn und der Playstation als Konkurrenten, sorgte dafür, dass der Virtual Boy grandios floppte und als Misserfolg in den Tiefen der Firmengeschichte vergraben wurde.

Virtual Boy Quelle: Pixabay (lizenzfreie Nutzung) Virtual Boy Noch deutlich unbekannter als das VR-Headset ist jedoch eine Nintendokonsole, die bis heute einen inoffiziellen Rekord hält. Sie ist nämlich der kleinste Handheld der Welt mit austauschbaren Cartridges.

Der Pokémon Mini wurde erstmals 2001 veröffentlicht und ist mit seinen 74 x 58 x 23 mm und 70 g Gewicht nur etwas größer und schwerer als eine handelsübliche Streichholzschachtel. Trotz der geringen Größe hat das kleine Gerät einiges zu bieten. Nicht nur ist es super handlich, in ihm stecken auch eine digitale Uhr, ein Rumble-Motor, eine Infrarotschnittstelle und ein Bewegungssensor.

Die Spiele kamen auf dünnen, briefmarkengroßen Spielmodulen und boten verschiedene bekannte Konzepte, umgesetzt im Pokémon-Franchise. So gab es zum Beispiel Pokémon Tetris, Pokémon Pinball, ein Pokémon-Rennspiel und ein virtuelles Pokémon-Haustier. Dank der Infrarotschnittstelle konnten sich sogar bis zu sechs Spieler miteinander verbinden und gemeinsam auf ihren winzigen Konsolen spielen. Klein, aber oho!

Pokémon Mini Quelle: Sesu Prime/CC BY-SA 3.0 Pokémon Mini Auch die damalige Konkurrenz von Nintendo veröffentlichte hin und wieder unbekannte Konsolen. Bis zu den 2000ern war der größte Gegenspieler Sega, welcher jedoch einige Monate vor Release des Pokémon Mini seinen Rückzug aus dem Konsolengeschäft bekannt gab.

Beliebt war Sega vor allem wegen seiner Heimkonsolen Sega Mega Drive und Sega Saturn sowie den Sonic-Spielen, die für diese entwickelt wurden. Das erste System des Unternehmens für den Heimgebrauch ist aber deutlich unbekannter: das SG-1000.

Es erschien nur in Japan und war der Vorgänger des Sega Master Systems, auf dem später auch das erste Sonic the Hedgehog veröffentlicht wurde. Da Segas Maskottchen und Kassenschlager zum Zeitpunkt der ersten Sega-Konsole jedoch noch nicht existierte, gab es auch keine erwähnenswerten Titel für das System.

Die meisten Spiele waren Ports aus der Spielhalle. Sega war schließlich bereits davor im Arcade-Bereich etabliert und hatte es dementsprechend einfach. Neben der normalen Edition des SG-1000 erschienen außerdem noch eine Heimcomputerversion der Konsole und alle möglichen Add-ons wie RAM-Erweiterungen und eine Tastatur.

Sie war in Japan durchaus erfolgreich und wurde mehrmals revisioniert. Der Videogame-Crash von 1983 sorgte jedoch für große Verluste bei Sega und der wahre Durchbruch gelang dem Unternehmen erst mit der Erfindung eines gewissen blauen Insektenfressers.

Ein Grund, warum die Sonic-Spiele so gut ankamen, war, dass sie Innovation in die Gamingwelt brachten, und das ist ein Punkt, der vor allem zu dieser Zeit bedeutungsvoll war. Denn je innovativer ein Spiel oder eine Konsole, desto größer die Wahrscheinlichkeit auf gute Umsätze.

Das erkannte Anfang der 2000er auch eine Firma, die heutzutage primär für unkaputtbare und ewig haltende Handys bekannt ist und sich auch mal auf dem Konsolenmarkt versuchen wollte. Das dabei entstandene Gerät hatte durchaus das Potenzial, ein ernsthafter Konkurrent zu werden, dennoch ist es bei den meisten Spieler in Vergessenheit geraten.

Der Handy-Handheld Nokia N-Gage

Der finnische Konzern Nokia war zu Zeiten, als es noch keine Smartphones gab, der absolute Marktführer im Bereich Mobiltelefone. Die klobigen Handys sind heute vor allem für ihre lange Lebensdauer und ihre schiere Unzerstörbarkeit bekannt. Aktiv genutzt werden sie aber so gut wie gar nicht mehr.

Die Firma hat es verpasst, mit der Zeit zu gehen und spielt daher auf dem Hardwaremarkt kaum noch eine Rolle. Dabei wurde sich immer wieder an kreativen Ideen versucht, um Nokia-Produkte aktuell zu halten. Eine davon war das N-Gage, Nokias erste und einzige Spielekonsole, die jemals ein Produktionswerk verlassen hat.

Es wurde 2002 erstmals vorgestellt und im Oktober 2003 veröffentlicht. Zu dieser Zeit war es üblich, dass viele ihr Nokia-Handy und ihre Handheld-Konsole, in den meisten Fällen den Game Boy, bei sich hatten, um unterwegs zocken und telefonieren zu können.

N-Gage Quelle: Pixabay (lizenzfreie Nutzung) N-Gage Nokia wollte das kombinieren, damit man in Zukunft nur noch ein Gerät mit sich herumschleppen musste. Genau genommen war das N-Gage also keine reine Spielkonsole, sondern ein Hybrid aus Handy und Handheld, der neben dem Telefonieren und Zocken noch einen Musikplayer, ein Radio und einige PDA-Funktionen bot.

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