Nicht bloß Playstation und Switch: Wir haben gegraben und stellen euch die verrücktesten und unbekanntesten Videospielkonsolen vor, die je gebaut wurden.
Dieses Konzept war innovativ und stieß auf positive Resonanz. Nokia ging sogar auf Werbetour durch ganz Europa, an der insgesamt etwa 150.000 Menschen teilnahmen. Trotz dieser eigentlich guten Grundvoraussetzungen war der Handy-Handheld aber längst nicht so erfolgreich wie erhofft.
Insbesondere gewisse Designentscheidungen und der hohe Preis von 299 Dollar waren Gründe dafür. So musste man zum Beispiel zum Wechseln der Spiele, die auf dünnen SD-Karten in physischen Boxen erhältlich waren, das komplette Gerät öffnen und den Akku entfernen, um an den Kartenslot zu kommen, was dann doch arg umständlich ist.
Außerdem waren die Knöpfe zum Spielen dieselben wie die für alles andere. Es gab zwar noch extra ein Steuerkreuz, aber für alle anderen Aktionen musst man die Nummerntasten benutzen. Dazu kam, dass die Lautsprecher an der Oberseite der Konsole angebracht waren, was das Telefonieren damit sehr seltsam aussehen ließ und dem Gerät den Namen "Taco-Phone" einbrachte.
Die Spiele an sich waren auf jeden Fall nicht das Problem, da viele prominente Reihen wie FIFA, Call of Duty und Sonic auch Versionen für das N-Gage spendiert bekamen. Die meisten Kritikpunkte fixte Nokia mit der überarbeiteten Version N-Gage QD zwar, die schwache Performance der Originalkonsole konnte das aber auch nicht mehr rückgängig machen, weswegen die Produktion 2007 endgültig eingestellt wurde und Nokia wieder vom Konsolenmarkt verschwand.
Branchenneulinge und ihre One-Flop-Wonder
So wie Philips und Nokia erging es vielen bekannten Firmen. Sie versuchten, im Gamingbusiness Fuß zu fassen, scheiterten kläglich und konzentrierten sich zukünftig auf andere Branchen. Würden wir alle gescheiterten und deswegen unbekannten Spielekonsolen in diesem Special behandeln, würde der Artikel wahrscheinlich einem Geschichtsbuch gleichen.
Schauen wir uns also lieber noch ein paar weitere Geräte an, deren Hersteller heutzutage zwar durchaus etabliert, aber nicht gerade für ihre großen Gaming-Sensationen bekannt sind. So brachte zum Beispiel die japanische Spielzeugfirma Bandai ebenfalls Konsolen heraus, bevor sie mit Namco fusionierte.
Die Playdia von 1994 richtete sich dabei speziell an jüngeres Publikum und bot alle möglichen Titel mit den verschiedensten Kindheitsfiguren aus zum Beispiel Dragon Ball oder Hello Kitty.
Quelle: Pixabay (lizenzfreie Nutzung)
Playdia
Außerdem erschienen zwischen 1999 und 2002 mehrere Modelle des WonderSwan, eines Handhelds, der nur in Japan erhältlich war.
Das kuriose an ihm ist, dass er von Nintendos Entwicklerlegende Gunpei Yokoi mitentwickelt wurde, der unter anderem den Gameboy erschaffen hatte. Dadurch hat er mit dem WonderSwan ein Konkurrenzprodukt für seine eigene Erfindung produziert.
Quelle: Pixabay (lizenzfreie Nutzung)
Wonderswan
Mittlerweile agiert Bandai Namco hauptsächlich als Spielepublisher und vertreibt viele beliebte Reihen, darunter Tekken und Elden Ring. Als Lizenznehmer ist die Firma ohnehin schon lange tätig. So hat Bandai auch die erste und aufgrund des riesigen Flops auch einzige Konsole von Apple herausgebracht, den Apple Pippin von 1996.
Er sollte eigentlich mehr ein Minicomputer als eine Konsole sein, wurde von den meisten Beobachtern aber trotzdem als solche gesehen. Da Apple das Gerät nicht selbst vermarkten wollte, suchte das Unternehmen andere Hersteller, um diesen Job zu erledigen. Bandai waren jedoch letztendlich die Einzigen, die zustimmten.
