Warum gibt es ständig Leaks von Videospielen? Das steckt wirklich dahinter!
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Leaks von Games können ein Grund zur Freude sein - oder Studios und Fans gehörig die Laune vermiesen. Aber wie kommt es überhaupt dazu?
Erst vor ein paar Wochen ließ Nintendo die Bombe platzen und stellte endlich seine neue Konsole vor -die Nintendo Switch 2. Doch wer die Gaming-News in den Tagen und Wochen zuvor verfolgt hatte, bekam im Trailer wenig Neues zu sehen.
Denn die Konsole - inklusive des überarbeiteten Designs, des mysteriösen neuen Knopfs und der zusätzlichen Joy-Con-Funktion als Maus - war bereits im Vorfeld geleakt worden. Das Einzige, was für Fans wirklich neu war, war ein kurzer Ausschnitt aus dem neuen Mario Kart sowie die Ankündigung einer Nintendo Direct Anfang April, in der weitere Infos zur heiß erwarteten Konsole folgen sollen.
Die Situation war ein Ärgernis für Nintendo: Die Entwickler bemühten sich um Schadensbegrenzung, indem sie betonten, dass die Hardware - bzw. das Vorführmodell -, die der Zubehörhersteller Genki auf der Consumer Electronics Show (CES) präsentiert hatte und durch die Informationen über den Switch-Nachfolger an die Öffentlichkeit gelangten - nicht offiziell sei und Nintendo der Firma diese nicht ausgehändigt hatte.
Doch die Gerüchteküche brodelte weiter: Zum einen fiel Fans gleich auf, dass Nintendo die Echtheit der Hardware, die Genki vorgestellt hatte, nie bestritt. Sie behaupteten lediglich, dass sie nicht offiziell sei, was wenig überraschend war, weil Nintendo zu diesem Zeitpunkt noch kaum etwas über die Nachfolgekonsole der Switch gesagt hatte.
Zum anderen hielten viele Leaker auf Reddit und ähnlichen Plattformen an ihren Behauptungen fest und verbreiteten sie weiterhin. Bereits Monate vor dem Genki-Drama hatten Bilder eines Switch-2-Prototyps auf einer chinesischen Website die Runde gemacht, bevor sie ihren Weg in den Westen fanden und dort verbreitet wurden.
Man kann also sagen, dass Nintendo regelrecht von Leaks überflutet wurde. Inwieweit diese die Strategie des Unternehmens zur Vorstellung der neuen Konsole beeinflusst haben, lässt sich jedoch schwer einschätzen. Die ehemaligen Nintendo-Mitarbeiter Kit Ellis und Krysta Yang sind jedenfalls überzeugt davon, dass die Firma "wirklich sauer" über die Leaks sei, wie sie in ihrem Podcast behaupteten.
Nintendo wäre bei weitem nicht die erste Firma, die von ernsthaften Leaks betroffen ist. Das Phänomen gibt es bereits seit mehreren Jahrzehnten und macht Entwicklern oft einen Strich durch die Rechnung, wenn es darum geht, den Überraschungsfaktor beim Vorstellen eines neuen Produkts aufrechtzuerhalten.
Doch wie entstehen Leaks überhaupt? Welche anderen großen Leaks hat die Gaming-Welt bereits miterlebt und was für Auswirkungen haben Leaks auf die Industrie? Wir sehen es uns genauer an.
Die Definition von Leaks
Um zu verstehen, worum es sich bei einem Leak handelt, reicht ein Blick auf den Begriff selbst. "Leak" ist das englische Wort für "Leck", also ein Loch, durch das unerwünschte Informationen - oder in der ursprünglichen Bedeutung Flüssigkeiten - entweichen.
Wenn man sich die Vorstellung der Nintendo Switch 2 nun also als Schiff vorstellt, sind die Leaks in dieser Metapher Löcher im Rumpf, die immer mehr werden, und das Schiff schließlich langsam zum Sinken bringen, bis die Vorstellung der neuen Konsole für Nintendo irreparabel ruiniert ist.
Quelle: Nintendo
Leaks betreffen aber nicht nur neue Hardware: Im Grund ist jede vorab veröffentlichte Information über ein Produkt ein Leak, wenn sie vor dem offiziellen Release oder der Ankündigung durch den Hersteller ans Licht kommt. Das kann ein Feature, ein DLC oder auch der Name eines Produkts sein. Wie schlimm Leaks für Hersteller sind, hängt natürlich davon ab, ob Textausschnitte, Dokumente oder sogar ganze Gameplay-Videos durchsickern.
Natürlich sind neben der Gaming-Welt auch viele andere Branchen von Leaks betroffen, wie etwa die Film- und die Musikindustrie. Musiker sehen sich daher oft gezwungen, ihre Songs oder Alben vorzeitig zu veröffentlichen, um so den Schaden einzugrenzen.
Ein großes Problem bei Leakern ist, dass sie oft anonym und daher schwer ausfindig zu machen sind. Daher sind NDAs (non-disclosure agreements oder Vertraulichkeitsvereinbarungen) nur bedingt wirksam.
Wichtig ist auch noch zu verstehen, was ein Leak von einem Gerücht unterscheidet, wobei die Grenzen hier zugegeben ziemlich verschwommen sind. Während Leaks Informationen sind, die aus nachvollziehbaren Quellen an die Öffentlichkeit geraten, beruhen Gerüchte meist auf unbestätigten Behauptungen, die in der Regel aus unbekannten Quellen stammen und oft reine Spekulationen sind.
Während Gerüchte größtenteils vage formuliert und in vielen Fällen falsch sein können, beziehen sich Leaks auf spezifischere Informationen und sind oft mit Beweisen untermauert, wobei auch sie natürlich mit Vorsicht zu genießen sind und nicht immer stimmen müssen.
Wie entstehen Leaks?
Nachdem die Definition von Leaks geklärt ist, stellt sich die Frage, wie es überhaupt so weit kommen kann, dass vertrauliche Informationen der Hersteller an die Öffentlichkeit gelangen.
Ich glaube, es hackt!
Eine häufige Ursache für Leaks sind Hacker. Sie kommen illegal an Informationen und veröffentlichen diese dann auf diversen Plattformen. Phishing-Angriffe oder Malware sind übliche Methoden, wie sich Hacker Zugang zu vertraulichen Daten verschaffen.
Ein besonders berüchtigtes Beispiel für einen Leak durch einen Hacker ist gleichzeitig auch einer der größten Leaks der Gaming-Geschichte. Der damals 17-jähriger Arion Kurtaj aus Oxfordshire in England schaffte es, mit einem Amazon Fire TV Stick, einem Fernseher aus einem Hotel und seinem Handy, über 90 Videos aus der Pre-Alpha von GTA 6 zu leaken.
Bildergalerie
Die Videos zeigten unter anderem Vice City als Handlungsort, die zwei spielbaren Charaktere und diverses Gameplay. Rockstar bestätigte die Echtheit des Leaks am darauffolgenden Tag und zeigte sich "extrem enttäuscht" darüber, dass Informationen über ihr nächstes großes Projekt und das derzeit wohl am heißesten erwartete Videospiel auf diese Weise ans Licht kamen. Der Täter, der mit seiner Hacker-Gang Lapsus$ bereits wegen Cyberkriminalität bekannt war, wurde schließlich zu einer zeitlich unbegrenzten Haftstrafe in der forensischen Psychiatrie verurteilt.
