Warum gibt es ständig Leaks von Videospielen? Das steckt wirklich dahinter!

Special Manuel Zippl Lukas Schmid
Warum gibt es ständig Leaks von Videospielen? Das steckt wirklich dahinter!
Quelle: Nintendo

Leaks von Games können ein Grund zur Freude sein - oder Studios und Fans gehörig die Laune vermiesen. Aber wie kommt es überhaupt dazu?

Ein Maulwurf ist unter uns

Hacker und Versehen sind aber nicht die einzigen Wege, wie Informationen unbeabsichtigt nach außen gelangen. Manchmal sind nämlich auch frustrierte oder verärgerte (Ex-)Mitarbeiter eines Entwicklerstudios die Schuldigen.

Sie veröffentlichen also absichtlich Informationen, weil sie sich etwa vom Studio ungerecht behandelt fühlen und sich rächen wollen. Alternativ kann es auch vorkommen, dass Journalisten sie bestechen, um geheime Details ans Licht zu bringen.

Gerade in solchen Fällen ist es schwer, nachzuverfolgen, ob Informationen wirklich von verärgerten Mitarbeitern oder doch aus anderen Quellen stammen, da viel nur Spekulation bleibt und Entwickler auch nicht immer bekannt geben, wer für Leaks verantwortlich ist. Während versehentliche Leaks schon eher selten vorkommen, halten sich bestätigte Insider-Leaks noch mehr in Grenzen und sind kaum nachzuvollziehen.

Ein berüchtigter Fall eines vermuteten Insider-Leaks ist der The-Last-Of-Us-Part-2 -Leak von 2020. Im April wurden Cutscenes, eine Liste der Level und Story-Spoiler des Spiels geleakt.

The Last of Us Part 2 Quelle: Sony Nachdem Entwickler Naughty Dog bereits in der Vergangenheit des Crunchs bezichtigt wurde - also dass Mitarbeiter eine enorme Zahl an (unbezahlten) Überstunden leisten müssen -, lag bei vielen der Verdacht nahe, ein Mitarbeiter wäre mit seinen Arbeitsbedingungen unzufrieden gewesen und hätte deswegen diese vertraulichen Informationen geleakt.

Tatsächlich stellte sich jedoch heraus, dass die Schuldigen keine Verbindung zu Naughty Dog hatten, womit sich das Gerücht nicht bestätigte.

Auch restliche Beispiele wären letztlich nur Vermutungen und Spekulationen, was zeigt, dass diese Art von Leaks nicht nur selten, sondern auch schwer zu überprüfen ist.

Einflüsse auf die Gaming-Landschaft

Nachdem nun die Definition und Arten von Leaks geklärt sind, stellt sich noch die Frage, welche Auswirkungen Leaks auf die Gaming-Landschaft haben.

Eine positive Seite von Leaks ist, dass Fans durch sie interessante Einblicke in bisher unveröffentlichtes Material erhalten oder in Daten, die gar nicht zur Veröffentlichung gedacht waren, womit Mysterien wie die "L is real"-Legende aufgeklärt werden konnten. Wenn man ethische Fragen einmal außer Acht lässt, können sich ungeduldige Fans so Zugang zu Informationen verschaffen, auf die sie sonst länger hätten warten müssen.

Dabei kann es sich sowohl um Hardware (z.B. die Nintendo Switch 2) als auch um Spiele (z.B. Half-Life 2) handeln. Bei Leaks kann aber auch nur von einzelnen Dokumenten die Rede sein, wie zum Beispiel als einige Dateien aus The Witcher 3 im Jahr vor Release die Einblicke in verschiedene Designs und Features brachten, die im finalen Spiel teilweise gar nicht vorkamen.

Ein anderer vorteilhafter Aspekt von Leaks ist das direkte Feedback der Spieler. Wenn ein Titel oder Teile davor vorzeitig veröffentlicht werden, können Entwickler entscheiden, ob sie Features, die sich noch in der frühen Entwicklungsphase befinden, weiter ausbauen oder besser verwerfen sollten. Ein Beispiel davon wäre das bereits erwähnte Mass Effect 3.

Es ist in etwa, wie wenn ein neuer Trailer für ein Spiel rauskommt und Spieler darunter ihre Meinung zu diversen Aspekten äußern, nur mit dem großen Unterschied, dass das Preisgeben dieser Informationen vom Studio nicht beabsichtigt war.

Genauso können Leaks auch gute Werbung sein. So führte der Leak von GTA 6 zum Beispiel zu einem weltweiten Anstieg der Suchanfragen zum zukünftigen Flaggschiff Rockstars. Auch wenn Leaks also unangenehm und unbeabsichtigt für Entwicklerstudios sind, können sie immerhin noch Vorteile daraus ziehen.

Auf der negativen Seite der Auswirkungen finden sich allerdings schwerwiegendere Probleme. Einerseits gibt es da natürlich die zuvor erwähnten ethischen Fragen: Was gibt einem das Recht, Informationen einzusehen, die von einem Entwicklerstudio noch nicht oder gar nicht zur Veröffentlichung gedacht waren? Es ist ein bisschen so, wie wenn ein Kind sich vor Heiligabend zum Weihnachtsbaum schleicht und bereits alle seine Geschenke öffnet.

Es weiß nun zwar, was drin ist, aber die Überraschung ist ruiniert und es bekommt die Geschenke ja sowieso noch nicht, weil ihr Fehlen den Eltern sofort auffallen würde. Zu den ethischen Fragen kommen natürlich ebenfalls die rechtlichen Konsequenzen, die ein Leak mit sich bringen kann, was Personen wie Axel Gembe oder Arion Kurtaj am eigenen Leib erfuhren.

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