Kreatives Nachladen: Das können viele Shooter von Spielen wie Borderlands 4 lernen
Special
Wir werfen einen tieferen Blick in die Mechanik und Animationen des Nachladens. Was machen viele Shooter schon gut und wovon könnten sie sich noch eine Scheibe abschneiden?
Zuerst stellt sich die Frage: Warum überhaupt nachladen? Das lässt sich schnell beantworten: Weil es einerseits realistischer ist, andererseits Spieltiefe verleiht. Oder weil eben das Magazin leer ist. Auf den zweiten Blick ist es dann doch komplexer.
Das Grundprinzip der Munitionsaufladung lässt sich bis zu den ersten Arcade -Shootern zurückverfolgen und wurde selbst in den meisten modernen Spielen kaum verändert. Was sich allerdings stark verändert hat, sind Nachladeanimationen und Sounddesign. Aber es gibt auch Entwickler, denen das nicht gereicht hat. Was wäre, wenn das Nachladen interessant wäre? Wenn es Teil des Storytellings wäre? Oder wenn es sogar das Gameplay erweitert?
In diesem Artikel
Borderlands 4 hatte einen sehr erfolgreichen Release und auch bei uns kam das Spiel gut an. Genau wie seine Vorgänger bauten die Entwickler ein paar interessante Nachladeanimation ein und das Nachladen selbst wurde auch wieder zum Feature für gewisse Waffen. In den Vorgängern wurde bereits ein Effekt beim Nachladen mehrfach eingesetzt.
Quelle: PC Games
Borderlands 3 - 2020
Statt das Magazin zu wechseln, wirft der Charakter die Waffe auf den Gegner und diese explodiert. Danach erscheint eine neue Kanone mit vollem Magazin. Manchmal war dies der kleine Unterschied, der die Auswahl des richtigen Equipments entschied. Doch wäre da noch mehr möglich und wie gehen andere Spiele damit um?
Wenn die Nachladeanimation allein schon unterhalten kann
Wer lustige und kreative Animationen mag, der denkt vielleicht als erstes an die "Secret Reload Animations" der Battlefield-Reihe. Eine Art Glücksspiel, bei der sehr selten die normalen Nachladeanimationen durch verrückte Varianten ersetzt werden. Manchmal sind das Easter Eggs, manchmal auch Magie. Viele Spieler freuen sich, wenn sie das große Glück haben, so eine Animation zu aktivieren und selbst wenn es einem mehrfach passieren sollte, sind die Spielereien mit der Waffe immer wieder erheiternd.
Ein ähnliches Roulette-System benutzen Rougelikes wie Enter the Gungeon. Das Top-Down-Pixelspiel legt sehr viel Wert auf seine exotische und kreative Waffenauswahl, welche mit jedem Spielstart durchgemischt wird. Einige dieser pixeligen Wummen sollen vor allem nett anzusehen sein und haben dafür auch extra Nachladeanimationen.
Quelle: PC Games
Enter the Gungeon - 2016
Andere Shooter nutzen diese zusätzlichen Animationen stattdessen, um Skins zu verkaufen. Ein sehr prominentes Beispiel ist Valorant, das gerne verschiedenste Nachlade-, aber auch Inspizier- oder Ziehanimationen benutzt, um den Kauf der neuen Textur schmackhafter zu machen. So ist es für den richtigen Preis auch möglich, die Knarre in einen lebendig animierten Drachen zu verwandeln.
Quelle: PC Games
Counter-Strike Nexon - 2014
Der Urvater von Animationen als Mikrotransaktionen dürfte allerdings Counter-Strike Online sein. Mit CS Online ist nicht die erste Multiplayer-Mod, 1.6, Source oder GO gemeint, sondern tatsächlich ein eigener, eher unbekannter FreeToPlay-Titel für den asiatischen Markt von 2008. Entwickelt wurde der von Nexon Games.
Die spätere Spinoff-Version Counter-Strike Nexon ist sogar immer noch auf Steam erhältlich. CS Online war so vollgestopft mit Ingame-Käufen und Pay-to-Win-Waffen, dass es kaum möglich war, sich für den richtigen Ballermann zu entscheiden, selbst wenn man dafür Geld investierte. Die Skins waren außerdem sehr überdreht, skurril und grell. Genau wie die passenden Nachladeanimationen, die den Kaufpreis rechtfertigen sollten.
Nachladeanimationen können aber noch viel mehr bieten als einen kurzen Lacher. Sie können Charaktere beschreiben und sogar ganze Geschichten erzählen. Und das sowohl in Multiplayer-Hero-Shooter wie Overwatch als auch in Singleplayer-Action-Spielen wie Far Cry 3: Blood Dragon. Dazu mehr auf der nächsten Seite.
