Titan ist tot. Blizzard hat den potenziellen Thronfolger von World of Warcraft eingestampft. Was bedeutet dies für das einst so mächtige Genre? Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Genre-Vertreter und wagen einen Ausblick.
Der Herr der Ringe Online
Der Herr der Ringe Online versetzt euch ins Dritte Zeitalter von Mittelerde. Ihr spielt zwar nicht primär die Geschichte der Bücher oder Filme nach, nehmt aber immer wieder an größeren Schlüsselereignissen teil, etwa der Schlacht um Helms Klamm. Spielerisch ist Der Herr der Ringe Online zwar ein klassisches MMORPG mit WoW-Anleihen, doch gibt es eine Besonderheit: Ihr agiert ausschließlich aufseiten der Guten, Mordors Schergen bleiben euch verschlossen.
Quelle: PC Games
Nichts für Online-Schurken: In Mittelerde schreibt ihr ausschließlich auf der Seite der Guten Geschichte.
Nach sinkenden Abonnentenzahlen schwenkte Warner Bros. im Herbst 2010 auf ein Free2Play-Modell um. Wer umsonst spielt, muss allerdings mit erheblichen Einschränkungen leben: Kostenlos-Spieler können nur eine begrenzte Menge an Gold tragen, müssen Aufträge außerhalb der Startgebiete per Shop nachkaufen und sind auf zwei Charakterplätze limitiert. Wer etwas im Ingame-Laden ersteht, lockert die Einschränkungen ein wenig. SWTOR lässt grüßen: Abonnenten greifen auf sämtliche Inhalte des MMORPGs zu, kosmetische Items können sie sich trotzdem gegen entsprechendes Entgelt zulegen. Ihr bezahlt im Shop mit einer Ingame-Währung, die ihr erspielt oder gegen echtes Geld einkauft. Die Add-ons sind für alle Spieler kostenpflichtig, wer Der Herr der Ringe Online mehr als nur antesten will, kommt um Ausgaben also nicht herum.
Wie gut wird das Spiel von den Entwicklern gepflegt?
Gut. Das Spiel erhielt über die Jahre bislang 14 Content-Updates, die neue Aufgaben, Dungeons, Raids und Gegenstände auf die Live-Server implementierten. Auch fünf kostenpflichtige Add-ons veröffentlichte Turbine bislang. Die Welt wächst dennoch langsam - prominente Gebiete wie Mordor sind immer noch nicht zugänglich.
Was ist für die Zukunft geplant?
Die Zukunft für Der Herr der Ringe Online ist - zumindest was die Lizenz betrifft - bis 2017 erst einmal gesichert. Eine neue Erweiterung ist in absehbarer Zeit aber ebenso wenig in Sicht wie neue Gebiete. Kein Wunder, spielte Turbine doch erst vor Kurzem Update 14 auf die Live-Server - neue Zonen und eine Erhöhung des Maximallevels inklusive.
Fakten
Wann in Deutschland gestartet?
Am 24. April 2007 ging Der Herr der Ringe Online mit Abo-Modell an den Start.
Geschätzte Spieler pro Monat:
Publisher Warner Bros. lässt sich nicht in die Karten schauen und kommentierte Rückfragen von PC Games bezüglich der Spielerzahlen lediglich mit "Kein Kommentar." Laut einem Artikel der US-Spieleseite IGN vom Januar 2014 besuchen jeden Monat 600.000 Spieler das Online-Mittelerde.
Rift
In der Fantasy-Welt Telara bekriegen sich die Fraktionen Wächter und Skeptiker. Beide kämpfen aber nicht nur um die Vorherrschaft, sondern auch gegen Monster, die durch Risse (im Englischen "Rifts", daher der Name des Spiels) in das Reich eindringen. Die Kämpfe um die Risse zählen zu den Highlights des komplexen Themenpark-Titels, weil die Kreaturen, wenn sie nicht zurückgeschlagen werden, selbstständig durch die Zonen ziehen und etwa Siedlungen erobern und eigene Stützpunkte errichten können.
Quelle: PC Games
Starker WoW-Nachahmer: Rift liefert jede Menge tolle Inhalte für MMORPG-Fans. Um die Free2Play-Umstellung kam das Spiel trotzdem nicht herum.
Ihr entscheidet euch für eine der Seiten und levelt euren Charakter in einem ausgeklügelten und anspruchsvollen Klassensystem hoch: Jede Klasse hat acht Talentbäume - Seelen genannt - , von denen immer nur drei aktiv sein dürfen. Dies lässt euch reichlich Freiraum zum Experimentieren. Am 12. Juni 2013 stellte Entwickler Trion Worlds das Verkaufsmodell auf Free2Play um.
Auch Rift unterteilt die Kundschaft in drei Kategorien: Gratisspieler bekommen grundsätzlich das ganze Spiel, haben aber eine Währungsgrenze von 2.500 Platin und können keine Gegenstände im Aktionshaus verkaufen. Käufer der Ladenversion erhalten hingegen mehr Taschen- und Charakterplätze und zusätzliche Klassen. Doch erst Abonnenten goutieren die volle Packung an Boni. Sie verdienen zum Beispiel grundsätzlich mehr Gold, genießen Shop-Rabatte und mehr Quests pro Tag. Seit Oktober 2013 kann man das Online-Rollenspiel via Steam herunterladen.
Wie gut wird das Spiel von den Entwicklern gepflegt?
Sehr gut. Rift erhält regelmäßige Patches, die mal kleinere, mal größere Veränderungen auf die Live-Server bringen. Mit jedem größeren Update liefert Trion neue Aufgaben, Gebiete und PvP- sowie PvE-Inhalte. Am 12. November 2012 veröffentlichte das Studio zudem das Add-on Storm Legion, welches unter anderem zwei komplett neue Kontinente einführte und mehr Klassen und Quests bereit stellte. Seit dem 22. Oktober steht schließlich das kostenlose Inhalts-Update 3.0 namens Nightmare Tide bereit, das euch in die Ebene des Wassers entführt - neue Gebiete, Dungeons und Reittiere inklusive. Außerdem hebt Trion mit dem Update die Stufenbeschränkung auf Charakterlevel 65 an.
Was ist für die Zukunft geplant?
Zu langfristigen Plänen lässt der Entwickler aktuell nichts verlauten, die Entlassungen und Schließungen im vergangenen Jahr sollen den Support von Rift aber nicht beeinflussen.
Fakten
In diesem Artikel
- Seite 1 Lage der MMORPG-Nation - Teil 1
- Seite 2 Lage der MMORPG-Nation - Teil 2
- Seite 3 Lage der MMORPG-Nation - Teil 3
- Seite 4 Lage der MMORPG-Nation - Teil 4
- Seite 5 Lage der MMORPG-Nation - Teil 5
- Seite 6 Lage mit MMORPG-Nation - Teil 6
- Seite 7 Lage der MMORPG-Nation - Teil 7
- Seite 8 Bildergalerie
Wann in Deutschland gestartet?
Rift erschien am 4. März 2011 in Deutschland und setzte anfangs auf das von WoW und Konsorten bekannte Abo-Modell.
Geschätzte Spieler pro Monat:
Offizielle Zahlen rückt Entwickler Trion Worlds nicht heraus. Laut der US-Seite IGM sind jeden Monat 350.000 Spieler in Rift unterwegs.
