Lage der MMORPG-Nation - Teil 3

Special PC Games Redaktion
Was bringt die Zukunft dem Genre der Online-Rollenspiele? Wir analysieren die Lage und wagen einen Ausblick.
Quelle: PC Games

Titan ist tot. Blizzard hat den potenziellen Thronfolger von World of Warcraft eingestampft. Was bedeutet dies für das einst so mächtige Genre? Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Genre-Vertreter und wagen einen Ausblick.

WildStar

17 Ex-Blizzard-Mitarbeiter, die zuvor an WoW mitgearbeitet hatten, gehörten zum Gründungspersonal der 2005 eröffneten Carbine Studios. Die skizzieren in Wildstar eine klassische Ausgangslage: Auch hier gibt's zwei verfeindete Fraktionen, die Verbannten und das Dominion. Erstere wollen auf dem Planeten Nexus eine neue Heimat errichten, das Dominion hingegen beherrscht die restliche Galaxis und beansprucht das Gebiet daher für sich. Eine Besonderheit des ziemlich humoristischen und in Comicoptik gehaltenen Themenpark-MMORPGs ist sein Kampfsystem: Anders als etwa bei WoW weicht ihr mittels Vorwärtsrollen und seitlichen Hopsern aktiv aus und visiert die Gegner mithilfe sogenannter Telegrafen an.

Erfrischendes Kampfsystem: In WildStar weicht ihr Kämpfen aktiv aus und greift dank eingeblendeter Telegrafen zielgenau an. Quelle: PC Games Erfrischendes Kampfsystem: In WildStar weicht ihr Kämpfen aktiv aus und greift dank eingeblendeter Telegrafen zielgenau an. Die blenden Reichweite und Aktionsradius des Angriffs auf dem Boden ein. Neben 40-Spieler-Schlachtzügen, die an die gute alte Zeit des klassischen WoW erinnern, einem umfangreichem Housing-System und einem eher auf Hardcore-Spieler zugeschnittenen Schwierigkeitsgrad bietet Wildstar ein interessantes Bezahlsystem. Dieses erlaubt es euch, das Monatsabo auch mit verdienter Ingame-Währung zu bezahlen. Das Abo kann mit dem Gegenstand C.R.E.D.D. verlängert werden, den man wiederum für Ingame-Gold an der Börse oder für echte Euros im Shop kauft. Wegen des jungen Spiel-Alters ist auf Nexus abseits von ein paar Updates, die neue Gegenstände, Transportmittel und Quests beinhalten, noch nicht allzu viel geschehen.

Wie gut wird das Spiel von den Entwicklern gepflegt?
Gut. Carbine hat beispielsweise schon zwei Inhalts-Updates veröffentlicht, die allgemeine Verbesserungen und Anpassungen sowie neue Gebiete und Gegenstände eingeführt haben.

Was ist für die Zukunft geplant?
Ursprünglich sollte jeden Monat ein Inhalts-Update erscheinen. Da die Entwickler aber Probleme haben, diese in so kurzer Zeit komplett fehlerfrei zu veröffentlichen, ruderten sie ein wenig zurück. Ziel ist es immer noch, möglichst schnell Inhalte zu liefern. Allerdings spielt Carbine diese nun erst auf die Server auf, wenn sie absolut fehlerfrei sind. Des Weiteren schrauben die Entwickler weiter an Gameplay und Spielbalance. So sollen etwa die Qualifikationsphase für Raids, Endgame-Gegenstände und der PvP-Modus überarbeitet werden. Zu guter Letzt lässt Carbine Wildstar in naher Zukunft auf einen Megaserver umziehen.

Fakten

Wann in Deutschland gestartet?
Das Küken in der Liste: Wildstar ist seit dem 3. Juni 2014 im Online-Live-Betrieb.

Wie hoch ist die Monatsgebühr?
Ein Abo kostet monatlich 12,99 Euro. Bei drei Monaten sind 11,99 Euro fällig, ab sechs Monaten nur noch 10,99 Euro und ab einem Jahr 9,99 Euro. Alternativ bezahlt ihr die Abogebühr mit dem Ingame-Gegenstand C.R.E.D.D.

Wie viele Abonnenten?
Trotz mehrfacher Nachfrage wollte uns der Hersteller keine Zahlen nennen. Fremd-Schätzungen sind bislang nicht bekannt.

Die Free2Play-MMORPGs

Star Wars: The Old Republic

Hat sich gemacht: Der selbst ernannte WoW-Killer SWTOR fristet mittlerweile ein friedliches und erfülltes Free2Play-Dasein. Quelle: PC Games Hat sich gemacht: Der selbst ernannte WoW-Killer SWTOR fristet mittlerweile ein friedliches und erfülltes Free2Play-Dasein. SWTOR spielt 300 Jahre nach den Ereignissen der indirekten Offline-Vorgänger Knights of the Old Republic 1 und 2. Wie gewohnt, balgen sich Republik und Imperium, die zwei Fraktionen des Spiels, um die Vorherrschaft in der Galaxis. Ihr schließt euch einer der beiden Parteien an und verfolgt in einer epischen Questreihe eine auf eure Klasse abgestimmte und durchgehend hochwertig vertonte Geschichte. Bioware-typisch entscheidet ihr euch in Gesprächen zwischen der hellen und der dunklen Seite der Macht. Im November 2012 erlebte der Star Wars-Themenpark sein bislang größtes Ereignis: die Umstellung auf Free2Play.

Dabei verzichtete Bioware nicht komplett auf das Abo, sondern bedient sich seitdem einem Hybrid-Modell. Wer mag, zahlt weiterhin monatliche Gebühren und genießt sämtliche Vorzüge des Spiels. Optional zieht ihr als Gratisheld in die Schlacht, dürft etwa die Klassenstory bis Level 50 umsonst genießen, müsst dafür aber auch einige Einschränkungen hinnehmen. Für die Teilnahme an Raids benötigt ihr beispielsweise einen kostenpflichtigen Wochenpass, den ihr im Kartellmarkt erstehen könnt. Der Shop ist dank kosmetischer Angebote wie Rüstungen oder Mounts aber auch für Abospieler interessant.

Wie gut wird das Spiel von den Entwicklern gepflegt?
Ordentlich. Bis zur ersten digitalen Erweiterung Aufstieg des Huttenkartells war die Pflege von SWTOR eher bescheiden. Die Spieler klagten gerade in den ersten Monaten nach Spielstart über etliche Bugs und fehlende Features, darunter essenzielle Interface-Informationen wie eine Ziel-des-Ziels-Anzeige oder ein Gruppenfinder für Instanzen. Zudem mangelte es dem Spiel an Endgame-Inhalten - wer frühzeitig Stufe 50 erreichte, hatte kaum noch etwas zu tun. Erst das Add-on brachte den ersehnten Content-Nachschub, hob das Maximallevel auf 55 an und setzte die persönliche Charakter-Questreihe fort. Mit weiteren Patches und den beiden mittlerweile kostenlosen Erweiterungen Galactic Starfighter und Galactic Strongholds stellte Bioware weitere Inhalte bereit, darunter zum Beispiel PvP-Raumkämpfe für bis zu 24 Spieler oder Gildenschiffe. Alle Abonnenten erhalten frühzeitigen Zugriff auf die Erweiterungen, Free2Play-Spieler müssen sich dagegen in Geduld üben. Insgesamt läuft das Spiel seit der Free2Play-Erweiterung runder und lockt spürbar mehr Spieler an.

Was ist für die Zukunft geplant?
Update 3.0 ist inzwischen veröffentlicht: Die neue digitale Erweiterung Shadow of Revan erschien am 2. Dezember 2014, spendiert der Geschichte des MMORPGs ein neues Kapitel und führt das neue Maximallevel 60 ein. Ansonsten hält Bioware an den regelmäßigen Erweiterungen und Verbesserungen fest. Im Sommer 2014 keimte zudem das bislang unbestätigte Gerücht auf, dass bereits an einem Nachfolger gearbeitet wird.

Fakten

Wann in Deutschland gestartet?
Star Wars: The Old Republic (SWTOR) startete am 20. Dezember 2011 mit einem klassischen Abo-Modell.

Geschätzte Spieler pro Monat:
Laut der letzten Quartalszählung von Electronic Arts loggen sich rund eine Million Spieler im Monat ein.

Bildergalerie

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  2. Seite 2 Lage der MMORPG-Nation - Teil 2
  3. Seite 3 Lage der MMORPG-Nation - Teil 3
  4. Seite 4 Lage der MMORPG-Nation - Teil 4
  5. Seite 5 Lage der MMORPG-Nation - Teil 5
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