Von Legend of Zelda bis GTA 5: Evolution der Open-World-Spiele - Seite 4
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Wie haben sich Open-World-Spiele im Laufe der letzten mehr als 40 Jahre entwickelt? Wir haben nachgeforscht und skizzieren die Entwicklung nach!
Aber auch eine aufblasbare Sexpuppe, die sich als Waffe umfunktionieren lässt, zeigt klar, mit welcher Art von Humor sich Entwickler Volition fortan von GTA abgrenzen will.
Crackdown (2007) des britischen Studios Realtime Worlds hingegen macht euch im Spielverlauf im wahrsten Sinne des Wortes zum Superhelden, der mühelos von einem Wolkenkratzerdach zum nächsten springt und Autos rennend überholt, während er in einer gigantischen Sandbox namens Pacific City gezielt Jagd auf die Köpfe von insgesamt drei Verbrecherorganisationen macht.
In eine ähnliche Kerbe schlägt die Just-Cause-Reihe der schwedischen Alavanche Studios, die ab Teil zwei so richtig an Fahrt aufnimmt. Hingucker ist damals nicht nur die riesige und wunderschöne, von Südostasien inspirierte Spielwelt Panau, sondern vor allem ein Greifhaken-Gadget, das die Fortbewegung in Kombination mit einem Fallschirm massiv vereinfacht und beschleunigt.
Nicht nur das: Der Greifhaken erlaubt Spielern, beliebige Objekte durch ein Stahlseil miteinander zu verknüpfen, was wiederum irrwitzige Kettenreaktionen ermöglicht und zu immer neuen Wow-Momenten führt.
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Der Siegeszug der Ubisoft-Formel
Quelle: Moby Games
Crackdown aus der Feder des ehemaligen DMA-Design-Mitbegründers David Jones mausert sich 2007 zum Xbox-360-Open-World-Geheimtipp. Die beiden Fortsetzungen anderer Studios fallen jedoch qualitativ deutlich ab.
Ubisoft hingegen findet seine Open-World-Berufung ab 2007 mit Assassin's Creed - ein Spiel mit einer verrückten Hintergrundgeschichte, die es dem Helden mittels sogenannter Animus-Apparatur erlaubt, in vergangenen historischen Epochen in die Rolle meuchelnder Vorfahren zu schlüpfen.
Assassin's Creed kombiniert Exploration mit Parkour- und Stealth-Gameplay und entführt Spieler zunächst ins Heilige Land im Jahr 1191. Teil eins ist zwar spielerisch noch nicht so ausgereift wie erhofft, wird aber trotzdem zum überraschenden Millionenseller, den Ubisoft dann ab 2009 zunächst im Jahrestakt fortsetzt.
Die Palette der reizvollen Open-World-Szenarien ist breit gefächert, sie werden in der Regel in Zusammenarbeit mit Historikern entwickelt und umfassen unter anderem Rom (AC: Brotherhood) und Konstantinopel während der Renaissance (AC: Revelations), Teile der US-Ostküste während der Amerikanischen Revolution (Assassin's Creed 3), die Karibik während des Goldenen Zeitalters der Piraterie (AC 4: Black Flag), Paris während der Französischen Revolution (AC Unity) und London während der Viktorianischen Ära (AC Syndicate).
Quelle: Bethesda
Das unter anderem in Arizona, Kalifornien und Nevada angesiedelte Fallout: New Vegas von Obsidian Entertainment von 2010 gilt für viele Fans als das beste Spiel der Reihe.
Beginnend ab Assassin's Creed Origins (Ägypten-Setting) im Jahr 2017 erfährt die Reihe dann eine spürbare Überarbeitung mit starken Veränderungen in Sachen Kampfsystem, Balancing und Parkour-Mechaniken.
Nicht minder spannend: Für Origins als auch die Fortsetzungen Odyssey (Antikes Griechenland) und Valhalla (Wikinger-Zeit) führt Ubisoft jeweils nach Release den sogenannten Entdeckungstour-Modus ein, der sich ganz darauf konzentriert, historische Fakten der jeweiligen Ära zu vermitteln. Die offene Welten werden so zu Wissensvermittlern und Werkzeugen, die längst auch an vielen Schule weltweit zum Einsatz kommen.
Angespornt durch den Erfolg von Assassin's Creed weitet Ubisoft sein Open-World-Engagement zudem mit anderen Marken kontinuierlich aus. Ein wichtiger Motor ist dabei die 2006 von Crytek erworbene Far-Cry-Lizenz, mit der Ubisoft Shooter-Fans fortan in immer neue Szenarien entführt.
Quelle: Rockstar Games
Das wunderschöne Red Dead Redemption (2010) skizziert die Odyssee des Revolverhelden John Marston, der alles dransetzt, seine von der Regierung als Geisel genommen Familie zu retten.
Ob Savanne (Far Cry 2), pazifisches Eiland (Far Cry 3), der fiktive Staat Kyrat im Himalaja-Gebirge (Far Cry 4), die Steinzeit (Far Cry Primal), eine von einer Sekte kontrollierte Region im US-Bundesstaat Montana (Far Cry 5) oder der an Kuba angelehnte Inselsaat Yara (Far Cry 6) - Far-Cry-Spiele sind ein ertragreiches Geschäft, das im September 2019 erstmals die Marke von 50 Millionen Einheiten knackt.
Aber auch bei den Marken Watch Dogs und The Crew (beide ab 2014), The Division (ab 2016), Ghost Recon (ab 2017) und Immortals: Fenyx Rising (ab 2020) schwört Ubisoft auf die Magie offener Welten - eine Rechnung, die oft aufgeht, dem Unternehmen zwischenzeitlich aber auch einiges an Kritik einbringt. Denn viele Spiele folgen einem immer gleichen Grundschema (Stichwort: Ubisoft-Formel), dass die Franzosen eine Zeitlang kaum variieren.
Während Ubisoft seine Erfolgsformel Ende der 2000er-Jahre kontinuierlich modifiziert, bringt Rockstar Games - nur zwei Jahre nach dem großartigen GTA 4 - mit Red Dead Redemption ab Mai 2010 ein neues Open-World-Schwergewicht in Stellung. Und was für eines!
Quelle: Deep Silver
Schräg, schräger, Saints Row 4 (2013)! Ob Volition die Erfolge von damals wiederholen kann, soll sich noch in diesem Jahr mit dem Reboot der Reihe zeigen.
Angetrieben von einer stark weiterentwickelten Version der Rockstar Advanced Game Engine (RAGE), schlägt man sich hier im Jahr 1911 als Raubein John Marston durch eine unfassbar detaillierte Umsetzung des Wilden Westen, um die Mitglieder einer Verbrecherbande ihrer gerechten Strafe zuzuführen.
Die packende Story motiviert von der ersten Minute an und auch die spielerischen Freiheiten sind bahnbrechend. Egal, ob man nun Pferde mit dem Lasso einfängt und zähmt, gefährliche Grizzlybären jagt, sich im nächstbesten Salon einen hinter die Binde kippt, Züge überfällt oder sich bei High Moon mit NPCs duelliert - Red Dead Redemption sprüht nur so vor Möglichkeiten.
Jedoch ernten die Verantwortlichen im Nachhinein viel Kritik, denn Berichte über die Arbeitsbedingungen bei Rockstar San Diego sind teils katastrophal - ein Kritikpunkt, den sich der Hersteller auch beim nicht minder spektakulären zweiten Teil gefallen lassen muss.
Minecraft: Bauen, Craften, Überleben
Quelle: Rockstar Games
Die offene, knapp 76 Quadratkilometer große Welt von GTA 5 setzt bis heute Maßstäbe. 2022 planen die Macher ein Update, um die technischen Möglichkeiten von Xbox Series X/S und PS5 besser auszunutzen.
Keine Frage, Ubisoft, Rockstar Games, Bethesda (The Elder Scrolls, Fallout), die Rocksteady Studios (Batman: Arkham City ), From Software (Dark Souls), Sucker Punch Productions (Infamous), Criterion Games (Burnout Paradiese) und eigene andere Entwickler drücken der Branche während der PlayStation-3- und Xbox-360-Phase ihren Stempel auf und lassen offene Welten als fast schon unverzichtbares Gamedesign-Element erscheinen.
Kein Spiel dieser Ära ist jedoch so beliebt und gleichzeitig so prägend wie Minecraft der schwedischen Mojang Studios. Die Gründe dafür sind vielfältig und betreffen insbesondere den charmanten Pixel-Look und die Tatsache, dass Welten in Minecraft bei Spielstart prozedural generiert werden und dadurch jedes Mal aufs Neue zum Erkunden einladen.
Weiterer entscheidender Faktor: Dank eines komplexen Crafting-Systems können Spieler die aktuelle Welt allein oder zusammen mit Freunden nach ihren Vorstellungen formen und das Spielerlebnis auf bis dato einzigartige Form "personalisieren".
Quelle: CD Projekt Red
Open-World-Pracht aus Polen: The Witcher 3: Wild Hunt (2015) punktet mit einigen der bis dato spannendsten und skurrilsten Quests im Open-World-Sektor.
Die Folge: Das von Markus "Notch" Persson erdachte Open-World-Spiel generiert - auch dank kontinuierlicher Schützenhilfe aus der Let's-Play-Community - einen Hype, den anfangs kaum jemand für möglich gehalten hätte. Auch Microsoft erkennt diesen Trend schnell und kauft Mojang im September 2014 für 2,5 Milliarden Dollar.
Ein kostspieliger, aber cleverer Schachzug, denn Minecraft (Stand Oktober 2021) ist mit mehr ab 235 Millionen Exemplaren das meistverkaufte Computerspiel überhaupt. Noch weit vor dem Zweitplatzierten GTA 5, der ab dem 17 September 2013 seinen Siegeszug antritt und mit einer 75,84 Quadratkilometer großen, von Los Angeles inspirierten Welt für Furore sorgt.
Dass GTA 5 bis heute rauf und runter gespielt wird, liegt dabei nicht zuletzt an der 2014 veröffentlichen Neuauflage für die damals neuen Konsolen PS4 und Xbox One (2015 folgt der PC), dem immensen Detailgrad der Open World sowie dem bis heute regelmäßig erweiterten Mehrspieler-Modus.
Quelle: Konami
Erst auskundschaften, dann angreifen: Stealth-Gameplay wird auch in der offenen Welt von Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain (2015) belohnt, die Spieldirektor Hideo Kojima in zwei Szenarien ansiedelt: Afghanistan und einer Grenzregion zwischen Angola und Zaire.
Spätestens seit GTA 5 sind offene Welten in der Gaming-Branche nicht mehr wegzudenken und - wenn konsequent erweitert und weiterentwickelt - in der Tat ein Garant für eine über Jahre andauernde Nutzerbindung. Weitere eindrucksvolle Beweise für diese These erbringen dabei insbesondere das Sandbox-Abenteuer Terraria (ab Mai 2011) und die Fantasy-Rollenspiele The Elder Scrolls 5: Skyrim (ab November 2011), The Witcher 3: Wild Hunt (ab Mai 2015) sowie The Legend of Zelda: Breath of the Wild (ab März 2017). Zählt man allein für diese vier Titel die Verkaufszahlen zusammen, kommt man auf deutlich mehr als 120 Millionen Einheiten.
Eine besondere Erwähnung verdient in unseren Augen außerdem das Survival-Weltraumspiel No Man's Sky von Hello Games. Nicht nur, weil es mit über 18 Quintillion prozedural generierten Planeten die bis heute größte offene Welt bietet, sondern auch, weil das kleine Team rund um Programmierer Sean Murray die Community trotz verkorkstem Start nicht im Stich lässt und über Jahre hinweg mehr als 20 umfassende Updates nachgereicht hat.
Stand heute zählt No Man's Sky dank Multiplayer-Modus, Cross-Plattform-Play, Basenbau, Flottenmanagement, VR-Unterstützung, Bodenfahrzeugen und vielem mehr zu einer der eindrücklichsten Open-World-Erfahrungen überhaupt.
Hochkarätiger Nachschub vorprogrammiert
Und was können Open-World-Liebhaber in der Zukunft erwarten? Eine ganze Menge! Allen voran deutlich bessere Grafik, zumal viele Studios mittlerweile auf die Unreal Engine 5 umsatteln. Einen ersten Vorgeschmack hierfür bietet die kostenlos im PlayStation Store respektive auf dem Xbox-Marktplatz erhältliche Tech-Demo The Matrix Awakens sowie erstes Trailer-Material zu Stalker 2: Heart of Chernobyl.
Aber auch die in den letzten Jahren von Rockstar Games eingereichten Patente für Server-gesteuertes KI-Verhalten und eine realistischere Simulation von Verkehr machen extrem neugierig und deuten an, wohin die Reise mit dem noch nicht offiziell angekündigten, aber ziemlich sicher in Entwicklung befindlichen Grand Theft Auto 6 gehen dürfte.
Sehr gespannt sein darf man außerdem auf Nintendos The Legend of Zelda: Breath of the Wild 2, das Fantasy-RPG Avowed von Obsidian Entertainment, die in den 1950er-Jahren angesiedelte Shooter-Rollenspiel-Mixtur Atomic Heart des russischen Indie-Entwicklers Mundfish sowie Avatar: Frontiers of Pandora von Massive Entertainment.
Nicht zu vergessen Starfield, das als erstes Spiel der Bethesda Game Studios die Creation Engine 2 nutzt und von Spieldirektor Todd Howard als "Skyrim im Weltraum" umrissen wird.
Ob Dying Light 2: Stay Human (4. Februar 2022), Horizon: Forbidden West (18. Februar 2022) und Elden Ring (25. Februar 2022) ihren hohen Erwartungen gerecht werden können, erfahrt ihr jeweils kurz vor Release in umfangreichen Tests bei uns auf der Webseite und im nächsten Heft. Und welche Open-World-Spiele haben euch in den vergangenen Jahren besonders begeistert? Auf was freut ihr euch in der Zukunft? Schreibt es uns in die Kommentare!
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