Lizenzspiele sind besser als ihr Ruf - der große Rückblick
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Der Markt der Lizenzspiele ist ebenso groß wie lukrativ. Viele dieser Spiele sind nicht sonderlich gut - aber auch einige viel besser, als man meinen mag.
Ein gutes Beispiel hierfür ist die Tony-Hawk's-Pro-Skater -Reihe. In den wenigstens Serienteilen spielt der Skateboard-Profi tatsächlich allzu prominent eine Rolle, doch durch seine Einbindung erreichte die Reihe große Bekanntheit und ist auch heute noch sehr beliebt. Eher unwahrscheinlich, dass der Erfolg genauso groß gewesen wäre, wenn der Titel nur simpel Pro Skater gelautet hätte. Der Erwerb der Namenslizenz Tonys war für die Entwickler also viel mehr Vorteil als Nachteil, da das zusätzlich ausgegebene Geld um ein Vielfaches wieder eingeholt wurde. Ziemlich naheliegend, dass sich einige andere Spielefirmen ebenfalls diese Methode zunutze gemacht haben.
So auch EA, welche als Publisher von Shaq Fu fungierten. Geworben wurde hier im wahrsten Sinne des Wortes ganz groß mit dem Basketball-Star Shaquille O'Neal, der die Hauptfigur verkörperte. Lustigerweise hat Shaq Fu aber so ziemlich gar nichts mit Basketball zu tun. Es ist nämlich ein 2D-Beat 'em-Up-Kampfspiel, in dem ihr als der "Big Aristotle" Bösewichte umhaut.
EA ist auch schon lange für die FIFA -Spiele bekannt, die sich an den Namen, Trikots und Stadien der Fußballclubs bedienen und dadurch jedes Jahr aufs Neue große Gewinne verbuchen.
In diesem Artikel
Auch wenn sich Qualität und Inhalt der einzelnen Spiele immer mehr gleichen, für aktualisierte Kader und zwei FPS mehr zahlen viele trotzdem gerne den Vollpreis.
Quelle: Gearbox Publishing
Star Trek Online
Musik-Ikonen waren aber mindestens genauso prominent auf und in Videospielen vertreten wie Sport-Stars. Michael Jackson war nämlich längst kein Einzelfall. Neben dem King of Pop hat es zum Beispiel auch der amerikanische Rapper 50 Cent in einen eigenen, hierzulande indizierten Action-Shooter geschafft. Andere bekannte Musikpersönlichkeiten wie Dr. Dre oder Eminem hatten in 50 Cent: Bulletproof ebenfalls einen Auftritt.
Der von 50 Cent selbst geschriebene Soundtrack zum Spiel gewann sogar einen Award. Trotz des eher dürftigen Gameplays kam der Titel so gut bei den Spielern an, dass 4 Jahre später mit 50 Cent: Blood on the Sand ein Nachfolger erschien - und erneut indiziert wurde. Der Erfolg war vor allem auf die gute Musik und ein solide Storyline zurückzuführen.
Quelle: Lucasarts
Star Wars: Knights of the Old Republic
Die Grundlage von Lizenzspielen wurde immer skurriler. Sogar Firmen, die eigentlich nichts mit der Branche am Hut haben, sprangen auf den Zug auf und erhofften sich dadurch fette Gewinne. Von einem Stealth-Adventure aus dem Hause Burger King zu einem 3D-Platformer mit M&M's, es gab kaum ein großes Unternehmen, das nicht mit eigenen interaktiven Medienproduktionen Kunden anlocken wollte. Man kann sich schon denken, dass das nicht immer funktioniert hat.
Lizenzgurken - zu viel, zu schnell, zu schlecht
Der proportionale Anstieg der Anzahl an Lizenzspielen ließ sich bedauerlicherweise nicht auf deren Spielwert übertragen. Je mehr von ihnen den Markt fluteten, desto schneller sank auch ihre Qualität. Die Spiele, die wir heute als Lizenzgurken bezeichnen, haben ihren Ursprung bereits in den Anfängen des Mediums. Sie waren auch der Grund, warum der Ruf dieser Sparte ziemlich in den Keller ging.
Quelle: PC Games
E.T. der Außerirdische
Einige der inoffiziell schlechtesten Videospiele aller Zeiten gingen daraus hervor. Erinnert ihr euch zum Beispiel noch an Superman: The New Superman Adventures, allgemein bekannt als Superman 64? Dieses superschlechte Spiel von Titus Interactive, welche auch Meisterwerke wie Blues Brothers oder Prehistorik Man 1 und 2 entwickelten?
Das Spiel basiert auf der 1996er-Animationsserie Superman: The Animated Series und besteht im Grunde daraus, dass man mit dem allmächtigen Superhelden durch in der Luft schwebende Ringe fliegen muss. Gelegentlich kann man noch Autos durch die Luft werfen und Bösewichte vermöbeln.
Das alles ist aber nicht nur unglaublich schlecht technisch umgesetzt und unschön anzuschauen. Die Steuerung ist super schwammig und die Gameplay-Umsetzung ziemlich unpassend.
Die meisten seiner aus den Comics und Filmen bekannten Superfähigkeiten erhält der Man of Steel nur durch das Einsammeln verschiedener temporärer Power-ups.
Dass die Qualität dieses Titels nur der eines klassischen Tankstellen-Burgers gleicht, bemerkten viele aber erst später. Dementsprechend hoch waren die Verkaufszahlen in den ersten Wochen. Schließlich erwarteten viele das Videospieldebüt des letzten Sohns Kryptons mit Vorfreude. Dass dieses aber zu einem der bis heute am schlechtesten bewerteten Superheldenspiel aller Zeiten wird, hatte sich das Team bei Titus Interactive wahrscheinlich anders vorgestellt.
