Lizenzspiele sind besser als ihr Ruf - der große Rückblick
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Der Markt der Lizenzspiele ist ebenso groß wie lukrativ. Viele dieser Spiele sind nicht sonderlich gut - aber auch einige viel, viel besser, als man meinen mag.
Der Markt der Lizenzspiele ist schon fast so alt wie Videospiele selbst. Doch was genau ist eigentlich ein Lizenzspiel? Es zeichnet sich hauptsächlich dadurch aus, dass keine neuen und exklusiven Charaktere dafür erfunden werden. Viel mehr bedienen sich die Entwickler an großen Namen, Marken oder Geschichten anderer Franchise und konzeptionieren daraus ein Videospiel. Das geht aber natürlich nicht einfach so. Die Entwicklerstudios müssen den Inhabern dieser Franchise die Lizenzen für ihre Werke abkaufen, bzw. sie am Gewinn des Spiels beteiligen. Damit wäre auch geklärt, woher der Name kommt. Lizenzspiel = Videospiel, das sich an den Lizenzen anderer Unternehmen bedient, um deren Charaktere nutzen zu können.
Das ist sowohl für die Spieleentwickler als auch für die Besitzer der Lizenzen praktisch, da die Studios kein Geld für das Erdenken und Umsetzen eigener Figuren oder Geschichten in die Hand nehmen müssen. Die Urheber machen währenddessen durch den Verkauf ihrer Marken Profit, ohne wirklich etwas dafür tun zu müssen. Dazu kommt, dass sich ein Spiel mit einem bekannten Filmcharakter oder Sport-Promi auf dem Cover deutlich besser verkauft, als wenn ein No-Name zu sehen ist.
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Quelle: Activision
Tony Hawk's pro Skater
Nach diesem Prinzip wurden anfangs auch die meisten Lizenzspiele entwickelt. Qualität war nicht wichtig. Es ging nur darum, schnell viele Games großer Marken auf den Markt zu bringen, um möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Was die Titel dann letztendlich zu bieten hatten, war irrelevant. Die Fans der lizenzierten Franchise kauften die Spiele ohnehin.
Dadurch hat sich mit der Zeit der Ruf etabliert, dass Lizenzspiele standardmäßig schlecht seien. Doch das tut ihnen unrecht, wie man beispielsweise beim kürzlich erschienenen Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge sieht. Der Retro-Prügler hat schließlich von allen Seiten grandiose Kritiken erhalten, auch von uns.
Quelle: Disney
Disney Epic Mickey
Mittlerweile müssen sich die meisten Games mit lizenzierten Marken nicht mehr hinter den Original-Franchises der großen Videospielfirmen verstecken. Klären wir also, wie gut Lizenzspiele wirklich sind und warum ihr schlechter Ruf inzwischen nicht mehr ist als ein Relikt der Zeit.
Aus Marke mach Game
Um die tatsächliche Qualität der verschiedenen Lizenzspiele beurteilen zu können, ist es zunächst wichtig zu wissen, woraus so ein Game überhaupt entstehen kann. Filme und Serien sind hierbei das Naheliegendste. Es gibt bereits eine Story und dazu individuelle Figuren, die sie erleben. Wenn man das mit dem interaktiven Aspekt kombiniert, hat man ein passendes Videospiel.
Bereits die allerersten Lizenzspiele basierten auf Filmen. Die Vorreiter waren hierbei Adaptionen zum Western-Klassiker Zwölf Uhr mittags und Star Trek Anfang der 70er-Jahre. Mittlerweile gibt es zu jedem großen Film-Franchise mindestens ein Dutzend Games. Sei es Marvel, Star Wars oder Disney.
Quelle: Dotemu
Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge
Doch es existieren auch andere Bereiche innerhalb und außerhalb der Medien, die als Grundlage für Videospiele dienen. Zum Beispiel Bücher, diese altmodischen Dinger aus bedrucktem Papier. Das Erste aus dieser Sparte war 1982 ein Text-Adventure zur J. R. R. Tolkiens bekannter Buchreihe Der Hobbit. Weitere Beispiele sind die zahlreichen Titel aus der Feder Tom Clancys wie Rainbow Six und Ghost Recon.
Ähnlich zu den Buchlizenzen gab es auch viele Comics, die ein Spiel spendiert bekamen. Die bekanntesten sind hier wahrscheinlich Asterix, Die Schlümpfe und die zahlreichen Marvel- und DC-Comic-Adaptionen.
Wer kein Freund des gepflegten Lesens ist, geht auf dem Markt der Lizenzspiele aber auch nicht leer aus. Die zahlreichen Musikspiele von damals und heute sind mittlerweile in der Industrie etabliert. Ob das Erlernen ikonischer Rock-Hymnen in Guitar Hero oder das rhythmische Bewegen zu aktuellen Chart-Stürmern in Just Dance. Durch den Erwerb von Liedlizenzen wurde auch den Musikfans die Welt der Videospiele zugänglich gemacht.
Quelle: Electronic Arts
Star Wars Jedi: Survivor
Sogar der King of Pop höchstpersönlich bekam mit Michael Jackson's Moonwalker einen eigenen Titel. Bei diesem wurde sich nicht nur an den Lizenzen seiner Musik bedient, sondern auch an seinem Namen und seiner Person allgemein. Herausgekommen ist ein Spiel, in dem ihr mit Michael Jackson durch zweidimensionale Level lauft und Gegner zu Tode tanzt.
Das Ganze unterlegt mit einigen seiner größten Hits wie Beat It und Smooth Criminal. An sich nichts Besonders und auch nicht wirklich gut, aber für Fans der absolute Renner.
Großer Name = großer Gewinn
Dass sich ein Spiel häufiger verkauft, wenn der Name oder das Gesicht einer bekannten Person fett auf dem Cover zu sehen ist, erkannten schnell viele Entwicklerstudios. Die Anzahl der Titel mit einer gekauften Namenslizenz nahm demzufolge rasant zu. Dabei war es ziemlich egal, ob die lizenzierte Person überhaupt irgendwas mit dem Endprodukt zu tun hatte oder ob sie überhaupt im Spiel vorkam. Allein die Nennung des Namens machte es schon sehr viel attraktiver für die Kunden.
