Ressourcen-Knappheit im Gaming: Weshalb ihr euch um PCs und Konsolen Sorgen machen solltet

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Ressourcen-Knappheit im Gaming: Weshalb ihr euch um PCs und Konsolen Sorgen machen solltet
Quelle: buffed

Die Gaming-Industrie verzeichnet jedes Jahr Rekordgewinne. Doch wie lange kann das mit Blick auf den Ressourcenverbrauch noch so weitergehen?

Microsoft stellte im Jahr 2020 etwa das Ziel auf, bis zum Jahr 2030 kohlenstoffnegativ zu sein. Die zum Cloud-Gaming gehörenden, sehr viel Energie fressenden Server könnten also mit erneuerbarer Energie betrieben werden - wobei bedacht werden sollte, dass die geringere Energiedichte erneuerbarer Energien Zweifel daran lässt, dass der jetzige Stromverbrauch komplett gedeckt werden kann.

Auch Projekte wie Playing4theplanet setzen sich für einen grünen Wachstum in der Gaming-Industrie ein. Dessen Aufbau ist zwar auch äußerst ressourcenintensiv, doch wohl zumindest auf kurze Sicht eine greifbarere Lösung als jeden Haushalt mit einer Konsole auf erneuerbare Energien umzustellen.

Und durch Probleme wie den Klimawandel haben wir in den letzten Jahren wohl gelernt, dass Lösungen auf kurze Sicht leider meist präferiert werden. Ob wir uns aus dem Schlamassel, in den wir uns hereinkonsumierten, auch wirklich wieder herauskonsumieren können, sei dahingestellt.

Wie bereits beschrieben, ist es jedoch an uns, zu entscheiden, ob wir die Zukunft des Gamings aktiv mitgestalten wollen oder einfach das annehmen, was uns die milliardenschweren Konzerne so auftischen. So verlockend Streaming-Services auch klingen mögen, haben sie nämlich auch für den Verbraucher direkt ein paar Schattenseiten.

Xbox Game Pass Quelle: Microsoft Bei Streaming-Services besteht nämlich immer die Frage, wem das Produkt denn nun eigentlich gehört. Das gleiche Problem haben Plattformen wie Steam bereits jetzt, schließlich verschwindet die gesamte Bibliothek, sobald Valves Downloadplattform irgendwann ihre Pforten schließt, hier gibt es jedoch zumindest Alternativen wie GOG oder schlichtweg die noch teilweise erhältlichen physischen Versionen der Spiele.

Diese kommen in vielen Fällen jedoch nur noch mit Aktivierungscodes für etwaige Downloadplattformen, wo zusätzlich wieder das Problem rund um DRM greift.

Da eine Aufarbeitung von Kopierschützen und den anderen Wegen, wie Publisher seit einigen Jahren versuchen, Kund*innen lediglich Lizenzen für Spiele zu verkaufen und nicht mehr das eigentliche Produkt, definitiv den Rahmen sprengen würden, sehen wir uns stattdessen den Bereich rund um Filme und Serien an.

Vorab sei jedoch gesagt, dass mit dem Verschwinden von Games als physikalische Objekte sowie Versuchen von Teilen der Industrie, das Konzept des Spiele-Besitzens völlig zu ihrem Vorteil aufzulösen, sich auch die Lage rund um Bibliotheken oder ähnliche Einrichtungen als sozialer Hotspot für Videospiele verkompliziert. Hier muss sich also entweder irgendetwas an den Legalitäten zum Copyright etwas ändern oder ein separater Deal mit Publishern getroffen werden.

Scott Pilgrim Takes Off Quelle: NETFLIX Filme und Serien vollzogen bereits vor einiger Zeit den Wechsel zum Streaming, der Videospielen nun bevorsteht. So verkündete Sony - also eine der Firmen, die auch für Videospiele verantwortlich ist - vor Kurzem, dass zahlreiche Discovery-Serien, die Nutzer*innen bereits gekauft hatten, von der Plattform verschwinden werden. Laut Sony liegt das an Lizenzvereinbarungen mit Inhaltsanbietern, weswegen diese Serien nun schlichtweg aus den Bibliotheken entfernt werden.

Hieran ist natürlich nicht Sony selbst schuld, sondern eher HBO und damit Warner Bros. Im Endeffekt verkaufte Sony jedoch ein Produkt, welches sie später wieder zurücknahmen, ohne den zahlenden Kund*innen eine Form von Erstattung anzubieten.

Böse Zungen würden das möglicherweise schlichtweg als Diebstahl bezeichnen, wenn auch arbiträre Gesetze und Nutzungsbedingungen das Gegenteil behaupten. Es ist im Allgemeinen ebenfalls keine Seltenheit, dass Shows und Filme von den verschiedenen Streaming-Services verschwinden, da den Kund*innen diese Dinge nicht wirklich gehören.

Beim Cloud-Gaming dürfte das Ganze nicht anders funktionieren. Verliert Microsoft die Rechte, etwaige Spiele auf ihrer Plattform anzubieten, dürften diese auch ganz schnell wieder verschwinden.

Handelt es sich hierbei um Online-Spiele, bei denen vielleicht sogar der erzielte Fortschritt mit verloren geht, wird das Ganze nur noch frustrierender. Eine ähnliche Situation gab es etwa bereits mit Spielen wie Destiny 2 und der Abschaltung von Google Stadia. Hier wurde Kund*innen zumindest ihr Geld zurückerstattet, bei einzelnen Abgängen im Katalog von Streaming-Services ist hiermit jedoch nicht zu rechnen.

Lassen wir unsere Zukunft also in den Händen der Konzerne, werden wir höchstwahrscheinlich immer weniger der Spiele, die wir nun mal so spielen, tatsächlich selbst besitzen. Videospiele werden vermehrt lediglich gemietet werden können, nur mit einem ungewissen Rückgabedatum.

Das Konzept würde sich gar nicht sonderlich von alten Arcade Machines unterscheiden, bei denen man seine Zeit mit dem Spiel schlussendlich auch einfach nur gemietet hat.

Eines dieser Dinge - also die Rückkehr zu Arcade Machines -wirkt auf Seiten des Klimaschutzes, der schwindenden Ressourcen, der potenziellen Machbarkeit, und der Frage, ob dem Luxuszeitvertreib Gaming überhaupt so viel Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte, wesentlich ethischer, wenn auch unbequemer.

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