Katastrophe abgewendet: Spiele, die gerade noch die Kurve gekriegt haben

Special Manuel Zippl Lukas Schmid
Katastrophe abgewendet: Spiele, die gerade noch die Kurve gekriegt haben
Quelle: CD Projekt RED

Knapp an der Katastrophe vorbei: Diese Games standen vor dem Abgrund, haben aber gerade noch rechtzeitig den Weg auf die Zielgerade gefunden!

Ein Spiel, das ebenfalls von Fans und Kritikern zerrissen wurde, ist das ursprünglich 2010 erschienene MMORPG Final Fantasy 14. Das Spiel kam so schlecht an, dass das Entwicklerstudio Square Enix sich gezwungen sah, es komplett zu überarbeiten und noch einmal von vorn zu beginnen.

Während die Grafik gelobt und der Spielwelt Eorzea Potenzial nachgesagt wurden, stachen vor allem das langsame und altmodische User-Interface, die schlechte Performance und die zahlreichen Crashes aus der riesigen Kritikwelle heraus, die sofort nach dem Release des Spiels auf die Entwickler zukam.

Nachdem die kostenlose 30-Tage-Testversion des Spiels zuerst mehrmals verlängert worden war, versuchte man mit einem neuen Produzenten, den Kritiksturm zu bändigen, indem man Verbesserungen am Gameplay und an der Grafik und neue Inhalte wie ein Jobsystem und eine Überarbeitung des Kampfsystems ins Spiel implementierte.

Trotzdem gelang es dem Team aufgrund der fehlerhaften Crystal Tools Engine nicht, den eigenen Qualitätsstandards nachzukommen, und es entschied sich dazu, die Entwicklung des Spiels komplett neu zu starten und einen Reboot herauszubringen.

2013 erschien schließlich das "richtige" Final Fantasy 14, das die ursprüngliche Version von 2010 ersetzen sollte. Das Spiel bot eine neue Engine sowie Überarbeitungen des Gameplays, der Story und der UI. Kritiker und Fans waren zufrieden mit den zahlreichen Verbesserungen und so erhält Final Fantasy 14 bis heute noch Erweiterungen und zählt mit einer aktiven Playerbase von über 30 Millionen Spielern zu den beliebtesten MMORPGs der Welt.

Final Fantasy 14 Quelle: Square Enix Eine bekannte Bethesda-IP, nämlich The Elder Scrolls, bekam mit dem von ZeniMax Online Studios entwickelten The Elder Scrolls Online (TESO) 2014 ebenfalls einen anfangs gemischt aufgenommenen Titel verpasst. Die Kritik am MMORPG beruhte erneut auf zahlreichen Bugs, schlechtem Balancing, einem unausgereiften Kampfsystem und dem Abomodell. Während letzteres Anfang 2015 optional wurde, bekam auch ESO selbst zahlreiche Updates, von denen viele kostenlos sind.

Mit 83 Prozent positiven Bewertungen auf Steam konnte sich ESO von einem "größtenteils positiv" bewerteten Spiel auf ein "sehr positiv" bewertetes Spiel steigern und gilt nun zumindest als respektierter Teil der Elder-Scrolls-Reihe. Das Spiel war 2019 und 2023 jeweils für den "Still Playing" Award bei den Golden Joystick Awards bzw. für den "Evolving Game" Award bei den British Academy Games Awards nominiert und befindet sich regelmäßig in den Steam-Charts.

The Elder Scrolls Online war somit vor Starfield nicht der erste vorläufige Fehltritt für Bethesda. Und es sollte auch nicht der Letzte gewesen sein - dazu später mehr.

Eine Menge heiße Luft

Ein weiterer Grund für den Flop eines Spiels kann sein, dass die Community sich viel mehr Content erwartet hat, als letztendlich geboten wurde.

Auch hier gibt es wieder ein Paradebeispiel, nämlich No Man's Sky. Während bei Cyberpunk 2077 ebenfalls einige zum Release eigentlich geplante Features fehlten, konzentrierte sich die Kritik dort hauptsächlich auf die generelle Unspielbarkeit des Games.

No Man's Sky Quelle: Hello Games Bei No Man's Sky waren die Fans hingegen erzürnt darüber, dass das Entwicklerstudio Hello Games, allen voran dessen CEO Sean Murray, etwas dick aufgetragen hatte, als er bei Interviews über sein Spiel redete. Verärgerte Käufer stellten ganze Listen von ursprünglich versprochenen Features zusammen - ein Beispiel dafür wäre der fehlende Multiplayer.

In einem Interview mit Ars Technica gab Murray 2018, also zwei Jahre nach dem Release des Spiels, zu, dass er vor dem Launch eigentlich gar nicht gerne mit der Presse geredet hatte. Nun fühle er sich jedoch verpflichtet, Stellung zu beziehen. Er sah ein, dass er in der Vergangenheit von seiner eigenen Aufregung und der Fragen der Interviewer zur Naivität verleitet worden war.

Er fügte hinzu, dass ihm dies nicht mehr passieren werde und er in den vergangenen zwei Jahren, die er mit der Weiterentwicklung seines Spiels verbracht hatte, so glücklich wie noch nie gewesen sei.

Tatsächlich gelang es Hello Games, das Ruder rumzureißen, und No Man's Sky erhält bis heute regelmäßig kostenlose Updates, das letzte erst Anfang September. Im Aquarius Update können die Spieler unter anderem das Fischen ausprobieren, einen neuen Taucheranzug nutzen, neue Rezepte entdecken und mehr.

Auch grafisch hat das Spiel vor nicht allzu langer Zeit eine umfassende Überarbeitung bekommen und erfreut sich nun an einer breiten Palette neuer Effekte und Biome. Durch diese kontinuierlichen Verbesserungen wurde No Man's Sky mit einer treuen Community belohnt, die auch acht Jahre nach der Erstveröffentlichung noch aktiv ist.

Nun zurück zu Bethesda: Ein weiteres Spiel, das zum Launch einige fehlende Features aufwies, ist Fallout 76. Beim 2018 erschienenen RPG handelt es sich um ein Prequel zu den anderen Teilen der Reihe und um Bethesdas erstes reines, vom Kern-Team entwickeltes Quasi-MMO. Das Game versprach, das Flair und die Lore einer Reihe, die man eigentlich als Singleplayer-Erlebnis kannte, mit Multiplayer-Mechaniken zu vermischen.

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