Die größten Shitstorms des Jahres: Diese 10 Videospiele-Skandale prägten 2020

Special Christian Fussy 53,99 €
Die größten Shitstorms des Jahres: Diese 10 Videospiele-Skandale prägten 2020
Quelle: Blizzard

Die Spieleindustrie steht mit ihren lautesten Kunden in einer perfekten, unheiligen Symbiose: Publisher versuchen mit der Einführung neuer Kunden- und menschenverachtender Trends regelmäßig, die Messlatte für akzeptables korporatives Verhalten unter den Meeresspiegel zu senken und dünnhäutige, verwöhnte Gamer regen sich auf Twitter und Co. auch schon über die letzten Kleinigkeiten auf als wäre es ein Sport. Auch 2020 hagelte es für die Entscheidungen der Branchenriesen wieder Verbalfäkalien von sämtlichen Seiten. In unserem Special haben wir die zehn größten Aufreger des Gaming-Jahres zusammengetragen.

Wenn es darum geht, ihrer Unzufriedenheit Luft zu verschaffen, wählen die von Horst Seehofer gefürchteten Anhänger der Gamer-Szene am liebsten dieselbe altbewährte Methode wie die Bewohner des Affenhauses im Tiergarten. Nur mit weniger Rücksicht auf Beistehende.

Egal, ob ein Publisher mal wieder zu gierig war, ein Release-Datum verschoben wurde oder jemand die Inklusion von Randgruppen in einem Videospiel bemerkt hat: Über Twiter wird die Kritik den vermeintlich Verantwortlichen dann haufenweise um die Ohren gesch(m)issen. In unserem Videospecial blicken wir zurück auf zehn Aufreger, die unserer Meinung nach die größten Wellen schlugen und exemplarisch für das Gaming-Jahr 2020 stehen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

CD Project RED, Naughty Dog, u.v.m.: Crunch

Beginn des Shitstorms: Alljährlich

Cyberpunk 2077 Quelle: CD Project Red Cyberpunk 2077 Wann immer ein Projekt droht, aufgrund schlechter Planung oder äußerer Umstände nicht mehr am geplanten Release-Datum fertig zu sein, wird in der Tech-, Software und Gamesindustrie meist Crunch angeordnet. Das bedeutet, dass die Entwickler*innen über einen Zeitraum von mehreren Wochen massiv Überstunden schieben müssen. Oft ordnet die Chefetage zusätzlich Wochenendarbeit an. Das erhöhte Arbeitspensum kombiniert mit dem ohnehin schon extremen Druck durch Deadlines kann erwiesenermaßen zu psychischen Belastungsstörungen wie Burnout oder sogar Traumata führen. Auch dieses Jahr wurden wieder zahlreiche Spiele herausgebracht, die ohne Rücksicht auf diejenigen entstanden sind, die sie erschaffen. Darunter The Last Of Us 2 von Naughty Dog, Activisions Call of Duty-Reihe und CD Project Reds Cyberpunk 2077.

Kein Videospiel ist es wert, dafür die geistige und körperliche Gesundheit eines Menschen zu opfern - und es zu kaufen sollte sich nicht anfühlen als würde man Blutdiamanten erwerben - weshalb die Crunch-Kultur in der Spielebranche auch regelmäßig für Shitstorms sorgt. Viele Fans verteidigen die Praxis jedoch auch als notwendig und nehmen schlicht in Kauf, dass Beschäftigte kaputt gearbeitet werden, damit sie ihr Spiel früher bekommen. Im Fall von CD Project Red erhielten Mitglieder des Entwicklerteams ja sogar Drohbriefe von ungeduldigen Spielern (dazu später mehr).

Als der CDPR-Vorstandsvorsitzende Adam Kicinski in diesem Chaos öffentlich verkündete, die vom Unternehmen vorgeschriebenen 100-Stunden-Wochen, die nach jetzigem Kenntnisstand über die gesamte Entwicklungsphase immer wieder mehrere Monate am Stück geleistet werden mussten, seien halb so schlimm, entlarvte er seine Ignoranz gegenüber den Bedingungen, denen seine eigenen Angestellten ausgesetzt sind. Ein Shitstorm zwang ihn dazu, sich alsbald bei seinen Entwicklerteams zu entschuldigen.

Blizzard: Warcraft 3: Reforged wird zum schlechtesten Spiel aller Zeiten

Beginn des Shitstorms: 29. Januar 2020 - Release von Warcraft 3: Reforged

Warcraft 3 Reforged Quelle: PC Games Warcraft 3 Reforged Warcraft 3: Reign of Chaos inklusive der Erweiterung Frozen Throne zählt mit ausbalanciertem Gameplay und der grandios inszenierten Geschichte zu den beliebtesten Strategiespielen überhaupt. Als Blizzard 2018 auf der eigenen Marketingveranstaltung Blizzcon mit Reforged eine Neuauflage des Klassikers ankündigte, war die Freude im Publikum groß - auch, weil das Spiel für Einzelspieler und WoW-Verächter bisher den letzten Ausflug nach Azeroth darstellte und die Fangemeinde seit fast zwei Jahrzehnten auf einen Nachfolger wartet.

Umso herber war dann die Enttäuschung, als sich Warcraft 3: Reforged als Verschlimmbesserung der ärgerlichsten Sorte herausstellte. In unserem Test kam das Echtzeit-Gewusel noch vergleichsweise glimpflich davon, die Fangemeinde reagierte hingegen vorwiegend mit Schock, Spott und schließlich Wut ob der zahlreichen schlecht implementierten Features, der dreisten, Modding-unfreundlichen AGB und des fehlerbehafteten Mehrspielermodus. Dass Besitzer der Originalversion von Warcraft 3 gezwungen waren, ihre Version auf das bugverseuchte Reforged zu upgraden, war dann endgültig die Krönung. Innerhalb kürzester Zeit machten frustrierte Spieler*innen Warcraft 3: Reforged zum am schlechtesten bewerteten Videospiel bei Metacritic.

Blizzards PR-Abteilung entschuldigte sich in den folgenden Wochen zwar bei den enttäuschten Fans, der vergurkte Release sollte jedoch nicht das einzige bleiben, für das sich das Management der Firma dieses Jahr zu schämen hatte. Zu leider weitaus weniger heftigen Reaktionen aus der Fangemeinde, aber dennoch zu Protesten führte Blizzards Schließung des Büros und anschließende Entlassung etlicher Beschäftigter am Standort Versailles. Die Firma, die bereits letztes Jahr mit ihrem Verhalten in der "Affäre Blizzchung" in dieser Liste vertreten war, scheint sich heute hauptsächlich nicht mehr auf Game-Development, sondern auf die Entwicklung schlechter Schlagzeilen zu konzentrieren.

  1. Seite 1 Die größten Shitstorms 2020, Seite 1 - Crunch-Kultur und das schlechteste Spiel aller Zeiten
  2. Seite 2 Die größten Shitstorms 2020, Seite 2 - Muskulöse Frauen und ekelhafte Männer
  3. Seite 3 Die größten Shitstorms 2020, Seite 3 - Epic Vs. Apple und der Next-Gen-Fehlstart
  4. Seite 4 Die größten Shitstorms 2020, Seite 4 - Böse Werbe-Überraschungen
  5. Seite 5 Die größten Shitstorms 2020, Seite 5 - Twitter-Meinungen und psychopathische Fans
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk