Spellforce 3 im Test: Schwert, Magie und jede Menge Bugs - Seite 3
Test 35,99 €
Geht der ambitionierte Mix aus Rollenspiel und Echtzeit-Strategie ein drittes Mal auf? Im Test überrascht Spellforce 3 mit prächtigen Levels, schönen Missionen und dichter Story, zeigt aber auch gravierende Bugs und einige Designschwächen. Immerhin: Massenhaft Patches bringen das Spiel in den Wochen nach Release doch noch in einen soliden Zustand. Ob das für eine gute Wertung reicht, klären wir im aktualisierten Test zu Spellforce 3. Unser Review basiert auf Version 1.21.
In diesem Artikel
Die wichtigste Neuerung im Strategie-Part betrifft alle Völker: Sämtliche Arbeitereinheiten dürfen wir nicht mehr direkt kontrollieren, sie werden nun vom Spiel gesteuert! Wir geben also nur noch vor, an welcher Stelle wir Holzfällerhütten, Bauernhöfe, Kasernen, Schmieden, Steinbrüche und andere Gebäude errichten wollen, mit denen wir Rohstoffe und Nahrung sammeln und Krieger ausbilden. Unsere Arbeiter zuckeln dann von selbst los und erledigen den Rest. Das sorgt für weniger Kontrolle, nimmt uns aber viel Mikromanagement ab, das dafür an anderer Stelle gefragt ist: Damit ein Gebäude funktioniert, muss es mit Handwerkern bemannt werden - wie viele unserer kostbaren Arbeiter wir dafür abstellen, bestimmen wir selbst. Dazu blenden wir per Tastendruck eine hässliche, aber zumindest nützliche Übersicht ein, die uns die Mannstärken in Gebäuden plus alle umliegenden Ressorcen anzeigt.
Die zweite wichtigste Neuerung: Jede Strategiemission ist in Sektoren unterteilt, die wir einnehmen müssen, um die Rohstoffe in dem Bereich zu sichern und das Einheitenlimit zu erhöhen. Dazu nehmen unsere Helden zunächst einen Basispunkt ein und errichten dort ein provisorisches Lager, das wir dann zum Vorposten ausbauen. Das kostet viel Rohstoffe und muss in jeder Mission oft wiederholt werden, dadurch spielen sich die Strategie-Einsätze auf Dauer etwas eintönig. Weil die KI aber nicht untätig ist und ebenfalls versucht, sich möglichst schnell über die Karte auszubreiten, entsteht zumindest eine angenehm hektische Dynamik, die uns an Schlacht um Mittelerde oder den Klassiker Z erinnert - gemütliches Einigeln ist nicht empfehlenswert!
Quelle: PC Games
Spellforce 3 im Test mit Wertung
Spellforce 3 im Test: Taktische Tücken
Sobald wir genügend Rohstoffe gesammelt haben, beginnen wir damit, unsere Armeen aufzustellen. Dabei ist Eile geboten, denn die Gegner-KI rückt schnell mit größeren Verbänden an! Verteidigungstürme fallen anfangs sehr schwach aus, also sind wir auf unsere Helden und Truppenmassen angewiesen. Mit denen versuchen wir, unsere Außenposten zu schützen und den Gegner nach und nach zurückzudrängen. Allerdings sorgen zu hohe Baukosten und ein undurchsichtiges Schere-Stein-Papier-Balancing dafür, dass sich manche Missionen schlichtweg zu lange hinziehen. Immerhin: Hier hat ein Patch bereits Erleichterung verschafft, indem er den Schwierigkeitsgrad spürbar verringert - dadurch gerät auch der Spielfluss etwas straffer.
Quelle: PC Games
Spellforce 3 im Test mit Wertung
Spielerisch fallen die Kämpfe dagegen sehr schlicht aus, denn abgesehen von unseren vier Helden haben die restlichen Einheiten keinerlei Spezialfähigkeiten, die wir von Hand auslösen müssten. Dadurch begnügen wir uns mit Angriffsbefehlen und ziehen unsere Truppen im Notfall einfach zurück - ein simpler Trick, den die Gegner-KI übrigens ebenfalls beherrscht.
Spellforce 3 im Test: Mangelhafte Übersicht
Quelle: PC Games
Spellforce 3 im Test mit Wertung
Bugs sind nicht das einzige Problem von Spellforce 3, auch die Übersicht sorgt für Ärger: Durch den realistischen Grafikstil und die detailreichen Levels ist es vor allem im Kampf schwer, die eigenen Truppen von Gegnern zu unterscheiden! Warcraft 3 oder Spellforce 2 setzten auch deshalb auf einen comichaften Look, um das Spielgeschehen "lesbarer" für den Spieler zu machen, damit er wichtige Gameplay-Elemente klar vom Rest der Spielgrafik trennen kann. Spellforce 3 geht dagegen einen anderen Weg, da müsst ihr auch mal eine Mission bei Nacht spielen, in der ihr graue Orks auf braunem Untergrund in dunklen Wäldern bekämpft - ohne klare Anzeigehilfen geht das nicht gut. Ein Grund für die mangelnde Übersicht sind die stattlichen Bäume und dekorativen Säulen und Felsen, in Innenlevels auch die hohen Wände - sie alle werden nämlich nicht ausgeblendet, sobald sie unsere Party verdecken. Darum muss man ständig die Kamera drehen, um die Helden nicht aus den Augen zu verlieren, was vor allem in Dungeons zur Geduldsprobe wird.
Auch die Minimap ist keine große Hilfe, die Einheiten sind darauf kaum zu erkennen, Schnellreisepunkte werden nicht vernünftig eingezeichnet und wenn man die Gebäude auf der Karte nicht ausblendet, ist sie in Strategie-Missionen nahezu nutzlos. Nicht weniger blöd: Verborgene Schätze sind nur durch ein kleines Leuchten auszumachen, das ebenfalls von der Levelgeometrie verdeckt wird - wir müssen die Umgebung darum immer wieder umständlich absuchen.
Spellforce 3 im Test: Multiplayer, Meinung und Wertung
Neben der umfangreichen Kampagne, für die man 30 bis 40 Stunden einplanen darf, bietet Spellforce 3 auch mehrere Mehrspielermodi. Die kommen mit einer soliden Auswahl an Karten und Spielarten daher, beschränken sich aber trotz verschiedener Helden mit stark vereinfachten Talentbäumen auf klassische Strategie-Scharmützel. Immerhin gibt es aber auch die Option, die Kampagne kooperativ mit bis zu zwei Mitspielern zu bestreiten, auf Wunsch teilen sich die Partymitglieder dann etwa die Armeekontrolle oder den Basisbau untereinander auf. In der Praxis spielt sich das aber weniger spannend als es klingt, außerdem erlebten wir im Multiplayer noch einige Verbindungsabbrüche und andere Bugs. Aber auch hier gilt: Die Entwickler sind dran und patchen was das Zeug hält. Wer also mit dem Kauf von Spellforce 3 liebäugelt, sollte das Steam-Forum im Blick behalten, in dem über alle neuen Patches informiert wird.
.
