Spellforce 3 Test: Beim Kunden gereift - Review jetzt mit Wertung!

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Spellforce 3 Test: Beim Kunden gereift - Review jetzt mit Wertung!
Quelle: PC Games

Geht der ambitionierte Mix aus Rollenspiel und Echtzeit-Strategie ein drittes Mal auf? Im Test überrascht Spellforce 3 mit prächtigen Levels, schönen Missionen und dichter Story, zeigt aber auch gravierende Bugs und einige Designschwächen. Immerhin: Massenhaft Patches bringen das Spiel in den Wochen nach Release doch noch in einen soliden Zustand. Ob das für eine gute Wertung reicht, klären wir im aktualisierten Test zu Spellforce 3. Unser Review basiert auf Version 1.21.

INFO: Bugs & Patches
Bei Veröffentlichung war Spellforce 3 derart verbuggt, dass wir eine deutliche Kaufwarnung aussprechen mussten. Nachdem die Entwickler hastig zahlreiche Patches veröffentlicht haben, waren wir aber in der Lage, Spellforce 3 halbwegs sorgenfrei durchzuspielen. Es kam im Test nur noch selten zu Bugs, die den Fortschritt aber nie zum Erliegen brachten. Der technische Zustand ist zwei Wochen nach Release zwar längst nicht perfekt, zeigte sich im Test aber gut genug, um eine solide Wertung zu rechtfertigen. 

Neues Team, altes Konzept: Für Spellforce 3 (jetzt kaufen 19,99 € / 35,99 € ) zeichnen erstmals nicht die Markenschöpfer Phenomic verantwortlich, sondern das Müncher Studio Grimlore Games. Damit tritt das bislang unbekannte Team in gewaltige Fußstapfen, immerhin hat die Spellforce-Reihe eine große Fangemeinde! Und die bekommt mit dem dritten Teil wieder einiges geboten, nämlich ein umfangreiches Fantasy-­Epos mit abwechslungsreichen Levels, in denen ihr einerseits eine Rollenspielparty à la Baldur's Gate kontrolliert und Quests erledigt, aber auch groß angelegte Echtzeit-Strategie-Missionen bestreiten müsst, in denen ihr eine Basis hochzimmert und Armeen in die Schlacht schickt.

Also alles in Butter? Leider nein. Spellforce 3 wurde unfertig unters Volk gebracht, offensichtlich um noch zum Weihnachtsgeschäft zu erscheinen. Schon die Testversion, die wir eine Woche vor Release erhielten, war ein technisches Desaster: Es wimmelte nur so von falsch verknüpften Dialogen, fehlerhaftem NPC-Verhalten und kaputten Quests, die den Spielfortschritt zum Erliegen brachten! Publisher THQ Nordic versprach uns allerdings, die gröbsten Fehler bis zur Veröffentlichung am 7. Dezember zu beseitigen, weshalb wir beschlossen, mit der Bewertung des Spiels abzuwarten und stattdessen ab Release noch mal von vorne zu beginnen. Immerhin soll die Verkaufsfassung deutlich runder laufen. Doch die nächste Enttäuschung folgte prompt: Gleich nach Release klagten mehr und mehr Spieler über Quest-Bugs und Fehler, die das Durchspielen zunächst unmöglich machten.

Spellforce 3 im Test: Unfreiwillige Beta-Tester

Doch es gab Hoffnung: Nur Stunden nach dem Release folgten erste Patches, zwei Wochen später hatte Grimlore Games bereits die Version 1.21 veröffentlicht - das macht 21 Updates in 14 Tagen! Und wie sich zeigt, waren diese auch bitter nötig, denn jedes Update besserte Questbugs aus, optimierte das Balancing und beseitigte Programmfehler aller Art. Zwar ist das Spiel damit noch immer ein gutes Stück davon entfernt, bugfrei zu sein, doch eines ist zumindest klar: Die Entwickler kümmern sich! Allerdings sorgten die vielen Patches auch dafür, dass wir Spellforce 3 erst nach Release durchspielen konnten. Darum haben wir nochmal gut 40 Stunden in das Spiel investiert.

Spellforce 3 im Test: Bug-Report - Wie läuft es jetzt?

Spellforce 3 im Test mit Wertung Quelle: PC Games Spellforce 3 im Test mit Wertung Wie versprochen, ließen wir uns also die nötige Zeit, um Spellforce 3 vollständig zu erleben. Das Ergebnis: Dank Patches lief Spellforce 3 fit genug, um es nahezu sorgenfrei von Anfang bis Ende zu spielen und alle Quests (mit Ausnahmen zweier unbedeutender Nebenaufträge) abzuschließen. Nur selten stießen wir noch auf falsch verknüpfte Dialoge oder verbuggte Questmarker, die aber zumindest nie den Fortschritt zum Erliegen brachten. In den meisten Fällen genügte es auch, einen Level zu verlassen und nochmals zu betreten, um den Fehler zu beseitigen. Einzig die allerletzte Mission machte noch Probleme, hier mussten wir einmal ein früheres Savegame laden. Das ist nicht schön, aber auszuhalten.

Damit zeigt sich Spellforce 3 zwar immer noch einem etwas unsauberen, aber zumindest bewertbaren Zustand. Völlige Entwarnung geben wir allerdings nicht: Im Steam-Forum klagen immer noch viele Spieler über Abstürze sowie Quest- und Logikbugs. Zwar können wir nur bewerten, was wir selbst im Test erleben, doch ignorieren wollen wir die Sorgen der Community auch nicht: Solltet ihr euch also unsicher sein, ob ihr Spellforce 3 schon jetzt kaufen sollt oder nicht, raten wir dazu, lieber noch ein paar Patches abzuwarten - denn die Updates zeigen Wirkung!

Spellforce 3 im Test: Dichte Story auch für Neueinsteiger

Lässt man den Ärger über die mangelhafte Qualitätskontrolle mal außer Acht, zeigt sich: Unter all den Fehlern von Spellforce 3 steckt ein gutes Spiel. Noch dazu ist es ideal für Neueinsteiger, denn die ordentlich geschriebene Geschichte setzt chronologisch vor dem ersten Serienteil ein. In Spellforce 3 spielt ihr den tragischen Helden Tahar (wahlweise männlich oder weiblich), der sich als abtrünniger Soldat der Krone gezwungen sieht, einen Geheimauftrag zu erledigen: Ihr sollt die Ursache des Blutbrands ergründen, eine Seuche, die Menschen, Orks und Elfen gleichermaßen heimsucht. Auf eurem Weg schart ihr Verbündete um euch, aus denen ihr vor jeder Mission eine vierköpfige Party zusammenstellt. Zu eurem Team stoßen orkische Magier, zwergische Kämpfer, eine zwielichtige Diebin und so weiter - das Angebot ist nicht originell, doch immerhin sind die Charaktere sauber geschrieben und melden sich oft zu Wort, davon profitiert die Atmosphäre.
Spellforce 3 im Test mit Wertung Quelle: PC Games Spellforce 3 im Test mit Wertung Wie in den Vorgängern besucht eure Party eine Vielzahl großer Levels, die ihr diesmal aber nur aus der Draufsicht erkundet: Die optionale Verfolgerkamera der früheren Spellforce-Spiele ist leider passé und selbst in Dialogen und Cutscenes wird nicht mehr an die Charaktere herangezoomt - wie schade! Am Grundprinzip ändert sich trotzdem nix: Manche Maps sind reine Rollenspielzonen, andere sind auf das Strategie-Gameplay ausgelegt und manche vermischen die Elemente geschickt miteinander. Genau dieser Mix macht den Reiz von Spellforce aus - und er funktioniert wieder gut.

Spellforce 3 im Test: Rollenspiel light

Spellforce 3 im Test mit Wertung Quelle: PC Games Spellforce 3 im Test mit Wertung Natürlich darf man kein ausgewachsenes Rollenspiel à la in Divinity: Original Sin 2 erwarten, doch als "RPG light" macht Spellforce 3 eine hübsche Figur. Ihr scheucht eure Party per Mausklick von einem Questmarker zum nächsten oder erkundet die Levels auf eigene Faust, sammelt Schätze, bekämpft Monster, trefft interessante Charaktere und führt ausufernde Dialoge, die voll vertont sind. Schön: Oft könnt ihr dem Gesprächspartner zusätzliche Infos entlocken, gelegentlich gibt's sogar kleine Entscheidungsmomente. Allerdings habt ihr keine Möglichkeit, euch einer Gilde anzuschließen oder Gesprächspartner mithilfe von speziellen Skills oder Attributen zu beeinflussen - so tief geht die Rollenspielmechanik dann doch nicht.

Auch das Loot-System ist eher zweckmäßig als wirklich motivierend: Wir dürfen zwar jeden Helden mit verschiedenen Schwertern, Äxten, Bögen, Zauberstäben und anderem Zeug ausrüsten, doch der Großteil von dem, was wir in Schatz­truhen oder bei besiegten Feinden finden, ist ziemlich nutzlos. Meist verstopft der Kram einfach nur das Inventar - zusammen mit den vielen Quest-Items und Dokumenten, die nicht automatisch entfernt werden und auch nicht in eigene Reiter einsortiert werden. Schwacher Trost: Das konnten die Vorgänger auch nicht wirklich besser. Und zumindest können wir den gesammelten Plunder zu Geld machen. Ärgerlich sind aber die vielen Materialien, die wir von Monstern erbeuten - das Spiel erweckt den Eindruck, sie wären für ein Crafting-System relevant, das wir aber in unseren 40 Spielstunden nie entdecken konnten. Das gilt auch für die seltenen Artefakt-Materialien - manche von ihnen kann man zu besonders mächtigen Items schmieden lassen, doch eine passende Quest dafür gibt's leider nicht. Welchen NPC wir auf das Artefakt ansprechen müssen, erfahren wir nur durch stures Rumprobieren.

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