SpellForce: Conquest of Eo im Test: Dabei wollten wir doch nur kurz reinspielen!

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SpellForce: Conquest of Eo im Test: Dabei wollten wir doch nur kurz reinspielen!
Quelle: THQ Nordic

Viel zu lang hat Felix das neue Spellforce "ausprobiert", irgendwann waren mehr 50 Stunden vergangen. "Ach was soll's!", stricken wir halt einen Test daraus! Denn das Spiel hat ihn verdient: Conquest of Eo macht vieles richtig und wer auf 4X und Heroes of Might & Magic steht, sollte unbedingt einen Blick riskieren.

Da die meisten Quests und Streifzüge auf Kämpfe hinauslaufen, habt ihr immer die Möglichkeit, euch ein Gefecht automatisch ausrechnen zu lassen. Eine Anzeige informiert vorher über die Erfolgschancen, doch der traue ich mittlerweile nicht über den Weg: Mehrmals habe ich Kämpfe automatisch auswürfeln lassen und dabei üble Niederlagen erlitten. Wenn ich die gleichen Kämpfe aber manuell ausfechte, komme ich ohne Truppenverlust zum Sieg - da kann etwas nicht stimmen. Auch deshalb habe ich mir angewöhnt, vor Kämpfen einen Spielstand anzulegen, seit dem letzten Patch gibt's auch endlich Quicksave und Quickload. Mein Rat: Nutzt das auch! Denn wirklich empfindliche Niederlagen kann man sich kaum leisten, aus einem simplen Grund: Eure Truppen gewinnen durch Kämpfe an Erfahrung und steigen im Level auf. Dadurch lernen sie neue Skills und Eigenschaften, die sich stark auswirken können - und solche Truppen sind einfach zu wertvoll, um sie in einem Automatikgefecht zu verheizen.

In den meisten Fällen habe ich meine Kämpfe also von Hand ausgetragen. Das dauert zwar länger, macht aber Spaß und ist gut umgesetzt. Alle Scharmützel finden in eng abgesteckten Arenen statt. Die Truppenanzahl ist stark begrenzt, ich habe nie Kämpfe mit mehr als 20 Einheiten erlebt.

Spellforce: Conquest of Eo im Test Quelle: buffed Spellforce: Conquest of Eo im Test Gefechte werden in Hexfeldern ausgetragen und spielen sich im besten Sinne klassisch. Allerdings gibt es auch eine ganze Menge zu beachten: Fernkämpfer und Magier müssen beispielsweise Höhenstufen, Sichtlinien und Reichweiten berücksichtigen, um effektiv mitzumischen. Mächtige Flankenangriffe sind dagegen für Nahkämpfer wichtig, können aber mit der richtigen Ausstattung oder bestimmten Zaubern abgeschwächt werden. Jede Einheit verfügt pro Runde über drei Aktionspunkte. Die werden aber nicht nur für Bewegung, Angriffe, Items oder Skills genutzt, denn als Verteidiger darf man sich auch mit Gegenangriffen wehren. Im Umkehrschluss heißt das auch, dass man Gegner mit Angriffen "lahmlegen" kann, indem man ihnen die Aktionspunkte wegdrischt, was oft sehr verlustreich enden kann. Hinzu kommen noch Besonderheiten wie Resistenzen, unterschiedliche Schadenstypen, Buffs und Schwächungseffekte - das alles ist nicht gerade originell, sorgt aber für genügend taktischen Tiefgang und macht einfach Laune. Ein übersichtliches Interface und flotte Animationen sorgen außerdem dafür, dass sich die Rundenkämpfe niemals zäh anfühlen, meistens sind die Gefechte schon in wenigen Minuten vorbei.

Fazit: Es geht auch ohne Langzeitspaß

Conquest of Eo erklärt zwar viele Funktionen direkt im Spiel, doch ein paar Details muss man sich auch selbst zusammenreimen. Hat man das aber erst mal geschafft, spielt sich das Ding richtig flott und bequem. Anders sieht es jedoch beim Langzeitspaß aus: Die Weltkarte von Eo ist zwar weitläufig und hübsch gestaltet, doch anders als in den meisten 4X-Spielen ist das Layout fest vorgegeben. Städte und Orte sitzen also immer an der gleichen Stelle. Nur Quests, Ereignisse, Ressourcen und so weiter in jedem Spieldurchgang zufällig verteilt. Allerdings habe ich schon in meinem zweiten und dritten Anlauf einige Überschneidungen gefunden. Und weil Diplomatie, Bündnisse und interessante KI-Gegenspieler komplett unter den Tisch fallen, geht dem Spiel schon nach dem ersten Durchspielen ein bisschen die Puste aus. Zumal das Ende kaum langweiliger sein könnte: Sobald man die nötigen Anforderungen erfüllt hat, klickt man im Zauberbuch einfach auf "Zirkel beitreten". Dann spawnt nochmal ein Gegner, und hat man diesen Kampf erledigt, rollen auch schon die Credits übers Bild. Das Ganze wird nur noch von ein paar kurzen Texten begleitet, die das Ganze aber auch nicht spannender machen.

Wertung zu SpellForce: Conquest of Eo (PC)

Wertung:

7.0 /10
Fazit

Auch wenn es an frischen Ideen und Langzeitmotivation fehlt: Conquest of Eo ist ein richtig gelungener Mix aus Rundentakik, 4X und Rollenspiel.

Das Zeug zum Dauerbrenner hat Spellforce: Conquest of Eo deshalb für mich (noch) nicht. Ich habe es gerne gespielt, nach ein paar Einstiegshürden war ich sogar richtig angefixt und konnte es tagelang kaum aus der Hand legen. Doch nun, nach dem ersten kompletten Durchgang, merke ich, wie meine Motivation sinkt. Ich werde Conquest of Eo bestimmt nochmal rauskramen, vielleicht auch zwei Mal, und sei es nur, um die anderen Magierklassen richtig kennenzulernen. Doch danach wird es wohl oder übel von der Festplatte weichen. Und wisst ihr was? Das finde ich völlig okay! Für 30 Euro erwarte ich schließlich kein Jahrhundertwerk, das ein ganze Genre über Nacht auf den Kopf stellt. Was ich hier bekomme, reicht mir: Ein guter, unterhaltsamer Mix aus Rundentaktik, 4X und einem Schuss Rollenspiel, der irgendwann auch einfach mal durchgespielt ist. Und wer weiß - vielleicht legen die Entwickler ja in Zukunft noch mit DLCs, Add-ons oder einem Nachfolger nach, falls das Hauptspiel ein Erfolg wird. Ich wünsche es ihnen jedenfalls.

Spellforce: Conquest of Eo kostet 30 Euro und ist nur auf PC erhältlich. Ihr könnt euch das Spiel (mit deutschen Texten) über Steam, GOG oder Epic Store kaufen. Auf Metacritic hat das Spiel bislang eine Durchschnittswertung von 78 Punkten erreicht, die User-Bewertungen auf Steam kommen zu dem gleichen Ergebnis.

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