SpellForce: Conquest of Eo im Test: Dabei wollten wir doch nur kurz reinspielen!

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SpellForce: Conquest of Eo im Test: Dabei wollten wir doch nur kurz reinspielen!
Quelle: THQ Nordic

Viel zu lang hat Felix das neue Spellforce "ausprobiert", nach 50 Stunden zog er die Notbremse. Und so wurde aus dem Ersteindruck doch noch ein vollständiger Test. Denn das Spiel hat ihn verdient: Conquest of Eo macht vieles richtig und wer auf 4X und Heroes of Might & Magic steht, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Ein echtes Spellforce sollte man aber auf keinen Fall erwarten.

Liebe Echtzeit-Strategen, ihr müsst jetzt ganz tapfer sein: Das neue Spellforce ist nix für euch. Denn hat außer dem großen Namen hat Conquest of Eo praktisch nix mit seinen Vorgängern am Hut. Stattdessen gibt's diesmal einen launigen Spin-Off, der voll auf Rundentaktik, 4X-Strategie und Rollenspielelemente setzt. Wer Spiele wie Master of Magic, Songs of Conquest oder Heroes of Might & Magic mag, dürfte sich da wie zuhause fühlen. Ist ja auch kein Wunder bei den Entwicklern! Das Team von Owned by Gravity (sesshaft in Wien) hat schließlich schon Fantasy General 2 abgeliefert. Die wissen, was sie tun.

Aber macht das neue Spellforce auch rundenweise Spaß? Lasst es mich so ausdrücken: Ich wollte wirklich nur einen Nachmittag reinspielen und einen kleinen Ersteindruck für euch schreiben. Ein paar Tage später waren fast 50 Stunden auf dem Konto und der Ersteindruck... ist keiner mehr. Einen kompletten Test hatte ich nicht geplant, aber so läuft es manchmal. Also ja: Es ist ein gutes Spiel. Aber auch eines, dem das Besondere fehlt. Das Gameplay ist grundsolide, die Übersicht stimmt, der Spielfluss passt - doch neue Ideen und spannende Merkmale muss man schon mit der Lupe suchen. Und das kann auch die Spellforce-Lizenz nicht ausgleichen, die mit ihren Orks, Zwergen und Elfen schon immer so austauschbar war wie ein Zehnerpack Einwegbatterien. Offen gesagt: Würde da nicht Spellforce draufstehen, hätte ich die Lizenz wohl nicht mal bemerkt.

Und trotzdem hat mich das Spiel mehr gefesselt, als ich anfangs dachte. Und vielleicht wird es euch ähnlich gehen. Allzu tief müsst ihr auch nicht in die Tasche greifen: Spellforce: Conquest of Eo (jetzt kaufen 29,99 € / 26,99 € ) kostet nämlich nur faire 30 Euro - und dafür hat es eine ganze Menge zu bieten.

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Ein Zauberer kommt selten allein

Spellforce: Conquest of Eo sieht kompliziert aus, ist im Grunde aber simpel aufgebaut. Ihr spielt einen Magierlehrling, der zu Beginn ein Zauberbuch und einen verhexten Turm erhält. Eure Aufgabe: Ihr müsst eine hübsche, weitläufige Hexfeld-Karte erkunden, Ressourcen sammeln, Truppen ausheben, stärker werden, forschen, craften und natürlich zaubern was das Zeug hält - und das bitteschön alles, während ihr euch noch mit anderen Zirkelmagiern rumschlagen müsst. Die kontrollieren nämlich bereits Teile der Map und haben euch kritisch im Blick. Manche werden euch Quests auftragen, andere kommentieren eure Entscheidungen oder greifen gnadenlos eure Einheiten an, wenn ihr den Fehler macht, in ihr Gebiet einzudringen. Richtige Diplomatie oder spannende Dialoge gibt es aber leider nicht, darum bleiben die anderen Magier als Charaktere leider durchweg leichenblass. Egal ob fürs Gameplay oder für die Atmosphäre, da wird viel Potenzial verschenkt.

Trotzdem wird sich mit der Zeit eure Beziehung zu den anderen Magiern verbessern oder verschlechtern, im schlimmsten Fall entbrennt sogar ein offener Krieg. Doch egal wie ihr es anstellt und wen ihr dafür aus dem Weg räumen müsst, am Ende geht es immer darum, selbst in den Kreis der Zirkelmagier aufzusteigen. Dafür müsst ihr eine Reihe von Haupt-Aufgaben meistern und Voraussetzungen erfüllen, die ihr jederzeit in eurem Zauberbuch nachlesen könnt.

Spellforce: Conquest of Eo im Test Quelle: THQ Nordic Spellforce: Conquest of Eo im Test

Zu Beginn stehen drei Magiertypen zur Wahl, und wem das nicht passt, kann sich alternativ auch einen eigenen Zauberer aus ein paar paar Talenten und Eigenschaften zusammenklicken. Einen aufwendigen Charaktereditor mit schicker Präsentation sollte man aber nicht erwarten, genauso wenig wie Zwischensequenzen oder Sprachausgabe - die Entwickler haben ihr Budget nämlich lieber in andere Bereiche gesteckt, zum Beispiel in die Geschichte: Die wird zwar nur in einfachen Textfenstern mit gelegentlichen Entscheidungen erzählt, doch zumindest sind die vielen Ereignisse stimmungsvoll geschrieben. Für meinen Geschmack hätte es aber gerade im letzten Spieldrittel deutlich mehr davon sein dürfen - da habe ich mich eigentlich nur noch von Runde zu Runde geklickt, ohne noch viel von der Story mitzubekommen.

4X ohne Städtebau

Conquest of Eo spielt sich zwar klassisch, doch in einem Punkt gibt es sich eigensinnig: Im Zentrum eures Reiches steht keine Hauptstadt, sondern ein magischer Turm, den ihr per Klick sogar in die Luft heben und dann wie eine Einheit über die Map bewegen dürft. Städte gibt es zwar auch, die sind jedoch nur für Quests, zum Anheuern von Truppen und zum Handeln vorgesehen. Mit anderen Worten: Ihr dürft keine eigenen Siedlungen gründen und ausbauen! Einzig euren Turm könnt ihr nach und nach mit neuen Räumen ausstatten, auch wenn man die leider nie zu Gesicht bekommt. Man darf den Turm nämlich weder erkunden noch hübsch einrichten. Immerhin haben die Räume aber wichtige Funktionen, manche verschaffen euch beispielsweise mehr Ressourcen, Mana oder Gold, andere geben euch Zugriff auf bestimmte Einheiten oder Upgrades.

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