Sonic Frontiers: Vom Helden zur Witzfigur - wie geht's weiter? - Seite 3
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Vom Maskottchen zur Witzfigur: Wie Sonic seinen guten Ruf verlor und wieso Sonic Frontiers so wichtig ist - unsere Reportage.
Sonics Wiederaufstieg
Im November des Jahres 2010 erschien Sonic Colours für die Nintendo Wii und brachte den Spielern endlich das, was sie so lange vermisst hatten. Klassisches, an den Ursprüngen orientiertes Gameplay, verpackt in eine bunte Welt mit aufregenden, schön designten 3D-Levels und ein paar neuen Ideen. Statt auf eine packende und experimentelle Story wurde hier mehr auf die Spielerfahrung gesetzt. Die neuen Elemente wie die Wisps, die Sonic spezielle Fähigkeiten verleihen, wurden gut implementiert und fördern den Erkundungsdrang innerhalb der Abschnitte. Auch optisch ist die Qualität von Sonic Colours nicht von der Hand zu weisen. Das Setting in einem Weltraum-Freizeitpark ist eine tolle Idee und sorgt für einige grafische Höhepunkte.
Das spiegelten auch die Kritiken wider und machen das Spiel zum am besten bewerteten Teil der Reihe seit den Adventure-Titeln. Um aber die Gunst aller alten Fans zurückzuerobern, ließ sich Sega nicht lumpen und veröffentlicht 2011 anlässlich Sonics 20. Geburtstag das für viele beste Spiel des Franchise: Sonic Generations.
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Quelle: Nintendo
Sonic Boom: Lyrics Aufstieg im Jahr 2014 für die Wii U floppte dermaßen, dass die Marke Sonic (mal wieder) deutlich Schaden davontrug.
Das herausragende Merkmal an diesem Spiel war, dass man sowohl als Classic Sonic als auch als Modern Sonic spielen konnte, die Level waren dann jeweils anders aufgebaut. Die Classic-Sonic-Passagen beinhalteten grafisch aufpolierte 2D-Welten im Stile der alten Spiele. Die Levels der modernen Version orientierten sich hingegen mehr an Sonic Colours.
Außerdem wurden alle Levels im Spiel von vorherigen, beliebten Ablegern übernommen, redesignt und verbessert. Das war für die Fans der alten Spiele natürlich ein zusätzliches Highlight und brachte die Reihe fast wieder dorthin, wo sie vor dem Desaster mit Sonic 06 stand.
Man könnte meinen, Sega hätte nun die Kurve gekriegt und den stachligen Draufgänger endlich zu dem gemacht, was er schon immer sein sollte: Aushängeschild der Firma und starker Konkurrent auf dem Videospielmarkt. Doch leider traf der Entwickler und Publisher in darauffolgenden Jahren einige schlechte Entscheidungen, die Sonic ein weiteres Mal so tief haben abstürzen lassen, dass er sich bis heute kaum erholt hat.
Absturz mit Boom
Denn anstatt mit dieser bewährten Formel weiterzumachen, gingen die Entwickler mal wieder einen anderen Weg. Mit Sonic Lost World, das im Oktober 2013 zunächst als Wii-U- und 3DS-Exklusivtitel erschien, wurde der Großteil von dem, was die beiden Vorgänger-Spiele so gut machte, wieder über Bord geworfen.
In Lost World geht es darum, die Schrecklichen Sechs zu besiegen, die sich mit Dr. Eggman zusammengetan haben und dem Planeten sämtliche Energie entziehen wollen. Dabei muss man langsame 3D-Levels bestreiten, die meistens, ähnlich wie in Super Mario Galaxy, in 360 Grad begehbar sind. Zwar gibt es gelegentlich Geschwindigkeitspassagen. Diese sind aber nicht zu vergleichen mit der guten Umsetzung in Colours und Generations und lassen die Spieler mal wieder das Gefühl eines echten Sonic-Abenteuers vermissen.
Auch wenn Lost World schlecht bei Fans und Kritikern ankam, der erneute Absturz der Reihe wurde erst durch den nächsten Release, Sonic Boom, eingeläutet, den einige sogar noch mieser finden als Sonic 06. Dabei sollte Sonic Boom eigentlich ein Spin-off, das auf der gleichnamigen Animationsserie basiert, und eine völlig andere Art von Spiel werden.
Als es Ende 2014 für die Wii U erschien, war das Spieler-Feedback furchtbar: Statt einem schnellen Hüpfspiel war Sonic Boom vielmehr ein Puzzle-Platformer mit langweiligem Gameplay und schlechter Performance.
Ähnlich wie bei Sonic 06 war das Spiel zu Release zudem einfach nicht fertig. Das lag vorwiegend daran, dass Sega ein neues und unerfahrenes Studio mit der Entwicklung betraut hatte und die Mitarbeiter strenge Fristen einhalten mussten. Dass so was nicht funktionieren kann, kennen wir aus aktuellen Fällen nur zu gut, Stichwort Cyberpunk.
Sonic Boom war also alles andere als der erhoffte Überschallknall für das Franchise. Zumindest nicht in dem Sinne, in dem es sich Sega gewünscht hatte: Mit einem Metacritic-Wert von 32 gehört es sogar zu den am schlechtesten bewerteten Spielen auf der Website und kann problemlos als Sonics Gnadenstoß bezeichnet werden.
Es hat zudem nicht geholfen, dass kurze Zeit später zwei weitere Spiele der Boom-Reihe erschienen sind, die beide nur mäßig besser ankamen als der erste Teil. Obwohl sie eigentlich alle keine richtigen Sonic-Spiele der Hauptreihe sein sollten, befürchteten viele, in ihnen die Zukunft des Franchise zu sehen.
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