Sonic Frontiers in der Vorschau: Ein Igel erobert die große Welt
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Vorschau zu Sonic Frontiers: Die nicht gerade glänzende Karriere von Sonic in 3D geht weiter, und diesmal soll alles besser werden - und dank Open World auch epischer. Ein richtiger Schritt oder Flop mit Ansage?
Es war einmal eine kleine Spieleserie namens The Legend of Zelda. Die sagte eines Tages "ich will ganz groß sein!", und sie beschloss, dass sie ab sofort ein Open-World-Abenteuer sein wollte. Schwuppdiwupp warf sie sich einen entsprechenden Mantel über, nannte sich The Legend of Zelda: Breath of the Wild und ging hinaus in die Welt.
Die Leute mochten dieses neue Zelda, und nach und nach kamen sie, um ihm ihre Aufwartung zu machen. Andere Spiele aber sahen Breath of the Wild an und sagten "was der kann, kann ich auch!". Und sie wandten sich und reckten sich und streckten sich, und am Ende war da eine ganz, ganz lange Liste an Titeln, die so aussahen wie Zelda, sich ein wenig so anfühlten, aber keinem gelang es, den Mantel auf dieselbe Weise gar so elegant zu tragen.
Und dann, als Zelda kurz davor war, sich einen neuen, noch größeren Open-World-Mantel zu kaufen, da kam Sonic the Hedgehog daher, nannte sich Sonic Frontiers (jetzt kaufen 41,89 € / 35,99 € ) und sagte "joa, ich würd dann auch mal versuchen". Und die anderen, die Breath of the Wilds Mantel trugen, die sahen Sonic an und sie dauerten ihn; und die Leute, die Sonic schon lange auf seinen Reisen begleiteten, sahen ihn an und dauerten ihn ebenfalls.
Denn sie alle kannten seine vielen Missgeschicke, seine Jahre der Tristesse und der katastrophalen Aussetzer, die seinen einst guten Ruf in Mitleidenschaft gezogen hatten. Dann aber standen welche auf und sagten "schaut ihn an, sein Ersteindruck ist gut, gebt ihm doch eine Chance!", und das, liebe Kinder, wollen wir jetzt tun.
In diesem Artikel
Grenzgänger
Quelle: Sega
Sonic Frontiers in der Vorschau: Ein Igel erobert die große Welt (2)
Damit herzlich willkommen zurück in der Realität, in der Sega anlässlich von Sonics 30. Geburtstag und im Rahmen der Game Awards das offiziell machte, was schon lange gemunkelt wurde: Sonic kehrt mit einem neuen 3D-Abenteuer zurück (das ist der weniger überraschende Teil), das aber auf eine gänzlich neue Struktur setzt. "Open World" heißt die Devise, und so zeigt der erste Trailer, abseits einiger Sekunden Action, auch genau das: große Areale mit unterschiedlichen Biomen, große Bauten, antike Strukturen, alles untermalt von Ambience-Musik und einem Gefühl des In-sich-Ruhens.
Unsere Einleitung kam dabei nicht von ungefähr: Schaut man nur mit einem Auge hin, man könnte glauben, hier gerade den Launch-Trailer von The Legend of Zelda: Breath of the Wild von 2017 zu sehen. Neu ist es übrigens nicht, dass die Sonic-Entwickler gerne mal bei Nintendo für Inspiration gucken: Das ursprüngliche Sonic the Hedgehog war im Grunde Super Mario in schnell, Sonic: Lost World war Super Mario Galaxy in schnell, und jetzt eben Breath of the Wild - vermutlich in schnell.
Quelle: Sega
Interessanterweise wird in Sonic-Trailern häufig versucht, eine düstere, erwachsene Atmosphäre zu erschaffen. Warum nicht einfach mal akzeptieren: klappt so nicht?
Gut, die Macher schränken gleich mal selbst ein. Sie nennen Sonic Frontiers bewusst nicht "Open World", sondern "Open Zone". - dies kann vieles bedeuten. Das Bild, das man dabei im Kopf bekommt, besteht aus sehr großen, frei erforschbaren Gebieten, die aber eben nicht alle zusammenhängen. De facto geht zum Beispiel The Witcher 3 auch denselben Weg. Fraglich ist freilich, wie weit die offenen Areale dann schlussendlich gehen, ob also hier im ersten Enthüllungstrailer mehr Freiheit vorgegaukelt als schlussendlich umgesetzt wird.
Ganz streng genommen waren manche frühere Sonic-Spiele schließlich auch schon "Open Zone". Schon in Sonic Adventure 1 und 2 für Dreamcast und später andere Systeme stapfte man durch Städte, Naturgebiete und andere Areale, welche die Levels miteinander verbanden, inklusive Sammel- und Nebenaufgaben. Die waren aber größentechnisch sehr übersichtlich, und das eigentliche Gameplay fand dann doch wieder in separaten Levels statt.
Wir vermuten, der große Unterschied liegt darin, dass es diese Level-Unterteilung eben nicht mehr geben und das gesamte Gameplay direkt in der Oberwelt stattfinden wird. Es wird spannend zu sehen sein, wie sich die bekannten und stark geskripteten Highspeed-Sequenzen auf eine frei erforschbare Spielwelt übertragen lassen. Um wieder zur gerne mal genutzten Inspiration Mario zu schauen: Dass sich klassisches Hüpf-Gameplay mit einer offenen Struktur vereinen lässt, bewies zuletzt das Add-on Bower's Fury im Switch-Port von Super Mario 3D World. Ob Sega das auch so gut hinbekommt?
I am the Eggman
Die Frage bleibt natürlich bis zum Release unbeantwortet, aber auch sonst weiß man noch überraschend wenig zu Sonic Frontiers. Der Enthüllungs-Trailer sieht trotz oder wegen der Zelda-Nähe definitiv gut und stimmig aus, aber das tat der von Sonic Forces auch, und über diese Enttäuschung wollen wir lieber nicht zu viele Worte verlieren. Generell hat 3D-Sonic unter der Ägide des japanischen Studios Sonic Team es in den letzten Jahren, ja, eher in den letzten zwei Jahrzehnten, öfter verbockt als gut hinbekommen, Skepsis ist also angebracht.
Und die ebenfalls oft genutzte Vorgehensweise, irgendein Element oder Gameplay-Gimmick über das Sonic-Gerüst zu stülpen - diesmal Open World -, hat bei den letzten paar Versuchen kaum jemals funktioniert. Aber gut, bleiben wir erst einmal optimistisch und fassen jetzt erst einmal weiter die Fakten zusammen. Sonic Frontiers ist in einer Welt namens Starfall Islands angesiedelt. Ob das Teil von Sonics Heimat ist, oder ob es ihn in eine andere Dimension oder dergleichen verschlägt, bleibt abzuwarten.
Jedenfalls ist sein alter Erzfeind Dr. Eggman (oder Dr. Robotnik, für die Älteren unter unseren Lesern), auch mit dabei, und wie soll es anders sein, er verbockt es gehörig: Bei einem erneuten Versuch, Sonic zu bezwingen und sich die Welt untertan zu machen, greift er auf uralte Technologie zurück. Allerdings, der Versuch, darüber die Kontrolle zu erlangen, geht gewaltig in die Hose, und auf einmal sieht sich Starfall Island mit gefährlichen Robo-Feinden konfrontiert, die Jagd auf alles und jeden machen.
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