Sonic Frontiers: Vom Helden zur Witzfigur - wie geht's weiter? - Seite 2
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Vom Maskottchen zur Witzfigur: Wie Sonic seinen guten Ruf verlor und wieso Sonic Frontiers so wichtig ist - unsere Reportage.
Sonic 06 - der Anfang vom Ende
Zum 15. Jubiläum ihres Maskottchens wollte Sega die Marke auf ein neues Level heben und mit Sonic The Hedgehog, auch Sonic 06 genannt, ein "ultimatives Sonic-Erlebnis" bieten. Deswegen auch der mit dem ersten Teil identische Name. Bereits 2004 begann die Entwicklung für die damals noch nicht mal erschienenen Konsolen Playstation 3 und Xbox 360. Zwei Jahre sollten für so ein großes Studio eigentlich mehr als genug Zeit sein, um Versprechen angemessen umzusetzen. Während der Entwicklungsphase sah sich das Team aber mit einigen Problemen konfrontiert.
Zum einen verließ der Chef von Team Sonic, die wichtigste Person hinter Sonic 06, Anfang 2006 die Firma, es musste also schnell Ersatz gesucht werden. Zum anderen hatte Sega bei der Planung des Spiels falsch kalkuliert. Wegen seiner großen Bedeutung für Sega sollte das Spiel für so viele Menschen wie möglich zur Verfügung stehen. Also wollten die Entwickler natürlich auch einen Port auf Nintendos aktueller Konsole veröffentlichen, der Wii. Da die Wii aber, wie wir wissen, über deutlich weniger Leistung verfügte als die Konkurrenten, war die Umsetzung dieses Ports schwieriger als gedacht.
In diesem Artikel
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- Seite 5 Bildergalerie
Quelle: Sega
Sonic Generations, 2011 für Nintendo 3DS, PC, PS3 und Xbox 360 veröffentlicht, gilt für viele Fans des Igels als das beste Sonic-Spiel aller Zeiten.
Infolgedessen wurde das Team, das für Sonic 06 zuständig war, in zwei Hälften geteilt. Die eine Hälfte übernahm die Entwicklung des eigentlichen Spiels. Die andere Hälfte kümmerte sich um die Wii-Umsetzung, die im Endeffekt aber nicht mal veröffentlicht wurde, stattdessen entstand ein komplett neuer Titel daraus. Mit nur einem halben Team und ohne Chef waren die veranschlagten zwei Jahre Entwicklungszeit viel zu wenig, das zeigte auch der Release am 14. November 2006.
Sonic 06 kam in einem Zustand auf den Markt, wie wir es eigentlich eher aus aktuelleren Fällen kennen: absolut unfertig. Wir verzichten an dieser Stelle darauf, die einzelnen Glitches, Bugs und Spielfehler aufzuzählen, da dieser Artikel sonst den Rahmen sprengen würde, aber es war auf keinen Fall das "ultimative Sonic-Erlebnis", mit dem Sega geworben hatte.
Quelle: PC Games
Sonic Colours von 2010 war farbenfroh und actionreich – die Qualität kam vorläufig zurück ins Franchise. Ein Segen nach den vorherigen Spiele-Flops.
Viel zu lange und zu häufige Ladezeiten, das schlechte Speichersystem und die unterirdische Performance brachten die Fans in Rage. Es gab zwar schöne, in 3D gerenderte Cutscenes, doch die Story, die erzählt wird, ist alles andere als Sonic-like und teilweise echt seltsam. Wir sagen nur: Sprechender-Igel-und-Menschenprinzessin-Liebesgeschichte.
Auch in Sonic 06 gab es Sub-Gameplay-Elemente mit Tails, Shadow und Silver als spielbare Charaktere. Diese waren jedoch genauso schlecht umgesetzt wie die Sprintlevel der Hauptfigur und werteten das Spielerlebnis nicht auf. Da der Titel noch vor der Zeit von Day-One-Patches und Internet-Downloads erschien, war er nach Release nicht mehr zu retten.
Das machte nicht nur Fans der vorherigen Spiele sauer über die Entwicklung ihres Lieblings-Franchise. Auch neue Käufer wurden abgeschreckt anstatt angelockt, was den Ruf der Reihe stark beschädigte. Man kann also sagen, dass Sonic The Hedgehog 2006 den Absturz der Reihe eingeläutet hat.
Ein erfolgloser Rettungsversuch
Quelle: Sega
Sonic und der schwarze Ritter vermochte es nicht, den durch den Vorgänger verdienten schlechten Ruf der Sonic-Spiele Mitte der 2000er zu retten.
Nach der Katastrophe Sonic 06 musste Sega etwas tun, um die alten Fans wieder für sich zu gewinnen. Doch anstatt sich an die ursprüngliche Formel zu halten, welche die ersten Spiele so beliebt gemacht hat, brachten sie 2007 das Werk heraus, das ursprünglich der Wii-Port für Sonic 06 werden sollte: Sonic und die geheimen Ringe.
In diesem Spiel befindet sich Sonic in einer Märchenwelt und das Gameplay besteht aus endless-runner-ähnlichen Levels, in denen man Hindernissen ausweichen muss. Da es auf der Nintendo Wii erschienen ist, war es natürlich "absolut notwendig" (und damit meinen wir: absolut gar nicht notwendig; es war ein aufgesetztes Gimmick), die Bewegungskontrolle als Hauptsteuerungselement zu benutzen. Gepaart mit der Tatsache, dass Sonic automatisch nach vorn läuft, ist das Handling in den Levels alles andere als gut.
Quelle: PC Games
Sonic Origins, das aktuelle Bundle aus alten, beliebten Spielen, verschenkte ein Teil seines Potenzials und machte Fans so nicht rundum glücklich.
Sonic und die geheimen Ringe war also auch nicht die Rettung, die sich Sega erhofft hatte. Die Fans wollten einfach das klassische Sonic-Gameplay zurück, das schon am Anfang so gut funktioniert hat. Was macht man also im Fall Sonic und die geheimen Ringe am besten? Man bringt einen Nachfolger heraus.
Das 2009 erschienene Sonic und der schwarze Ritter spielt im gleichen Setting wie der erste Wii-Teil und unterscheidet sich in Sachen Gameplay kaum vom Vorgänger. Neu ist, dass unser stachliger Protagonist nun ein Schwert hat, mit dem er sich seinen Gegnern stellt. Dieses Konzept ist innovativ, das Spiel auch nicht unbedingt ein Rohrkrepierer.
Trotzdem war es nicht klug von Sega, einen Nachfolger zu einem Spiel herauszubringen, das bei Sonic-Spielern nicht gut ankam. Demzufolge war auch Sonic und der schwarze Ritter kein Erfolg beschieden und es erhielt sogar noch schlechtere Kritiken als sein Vorgänger.
Kurz davor versuchte das Team noch ein weiteres Mal, mit Innovation zu punkten und veröffentlichte Ende 2008 Sonic Unleashed. Hier ist das Gameplay in Tag- und Nachtabschnitte unterteilt.
Am Tag spielt man ganz normale, bekannte und temporeiche Sonic-Stages und in der Nacht meistert man Hack-and-Slay-Passagen als Werigel, in denen es darum geht, viele Gegner zu besiegen und Platforming-Rätsel zu lösen. Während die schnellen Tag-Level hervorragend ankamen, waren die Werigel-Aufgaben alles andere als beliebt.
Da diese aber deutlich überwiegen, brachte auch dieses Spiel nicht die Erlösung für unseren Lieblings-Sprinter und dessen Fans. Eines brachte es allerdings schon: Sega erkannte endlich, was die Fans wollten! Nämlich ein Sonic-Abenteuer im klassischen Stil mit schnellen und actionreichen Leveln und ohne nervige Sub-Gameplay-Elemente, und daran orientierten sie sich tatsächlich bei ihren nächsten Projekten.
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