Sniper Elite Resistance im Test: Jetzt geht's den Nazis wieder an die Nüsse!
Test
Neuer Charakter, ähnliches Spiel: Mit Sniper Elite Resistance geht die beliebte Reihe in die nächste Runde. Das meiste bleibt aber beim Alten.
Vor knapp drei Jahren saß ich am Test von Sniper Elite 5 und stellte mir eine Frage: Wird das Potenzial der Reihe komplett ausgeschöpft? Damals war meine Antwort eher "nein". Derzeit spiele ich den neuen Teil Sniper Elite Resistance und genau die gleiche Frage schwirrt mir wieder in meinem Kopf herum. Der Stand-alone-Titel ist erneut nicht schlecht und absolut unterhaltsam, aber das gewisse Etwas fehlt mir.
Als Fan von Shootern und Schleichspielen sollte das Franchise für mich den perfekten Mix rüberbringen, doch es holt mich einfach nicht richtig ab. Ich vermisse unter anderem coole Features und auch den Reiz daran, einen besonderen Schuss mit meinem Scharfschützengewehr abzugeben. Aber lasst mich das mal ausführlicher erklären.
Wer ist der Typ?
Zunächst einmal möchte ich euch aber Spoiler-frei die Ausgangssituation verraten. Ein paar Neuigkeiten gibt's schon in Sniper Elite Resistance (jetzt kaufen 47,00 € ). Zum Beispiel muss ich einigen Nazis in Frankreich den Hintern versohlen. Wie? Das gab's schon? Na gut!
Dann eben etwas anderes: Die Deutschen sind damit beschäftigt, eine Wunderwaffe herzustellen, um den Zweiten Weltkrieg für sich zu entscheiden. Das ist neu, richtig? Oh, das kam auch schon einmal vor? Im letzten Teil erst? Verdammt!
Vielleicht erzähle ich euch erst einmal, dass ich in die Rolle eines neuen Protagonisten schlüpfe. Die Tage von Karl Fairburne in Sniper Elite sind nämlich vorerst gezählt, in Resistance steuere ich den britischen Agenten Harry Hawker.
Die Story verläuft parallel zu Fairburnes Erlebnissen im fünften Teil der Reihe. Ich bekomme also mehr Missionen im Nazi-überfluteten Frankreich und darf mich erneut in schick aufgebaute Abschnitte stürzen - das ist cool.
Ich erlebe allerdings auch wieder eine langweilige, höhepunktarme Story, die keinerlei Wiederspielwert bietet - das ist schade. Aber ich bin den schwachen Plot aus den Vorgängern gewohnt und erwarte mittlerweile keinen Blockbuster mehr, sondern ein Abenteuer, bei dem ich mein Hirn ausschalte und munter durch die Gegend schleiche, oder wild darauf losballere.
Für jemanden, der sich ein bisschen mehr Tiefgang oder spannende Story-Twists wünscht, ist Sniper Elite nicht das richtige Spiel und das wird sich wohl auch in naher Zukunft nicht ändern. Doch immerhin machen die Ausflüge in die französischen Gebiete Spaß, und das liegt am gelungenen Gameplay.
Alle Wege führen nach Rom Paris
Neun Missionsareale gilt es in Resistance zu erkunden. Wie immer bieten die offenen Schauplätze mehrere Herangehensweisen: Ich kann mit Handfeuerwaffe, Maschinenpistole und Sniper alles kurz und klein schießen, oder ich versuche heimlich, still und leise mein Glück.
Beide Wege können zum Erfolg führen. Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Variante liegen auf der Hand. Während ich mit der Stealth-Tour einen Nazi nach dem anderen ausknipse, schlagen die bösen Buben Alarm, sobald sie mich beim Herumstöbern erwischen. Dann ist spaßige Baller-Action geboten, und so einfach bekomme ich die Feinde auch nicht mehr los. Denn die sind auf der Suche nach mir Infiltrator sehr pingelig - typisch deutsch eben.
