Sniper Elite 5 im Test: Ohne Nüsse, ohne Hirn, und trotzdem ein sehr guter Stealth-Shooter (+Video)

Test Michael Grünwald
Sniper Elite 5 im Test: Ohne Nüsse, ohne Hirn, und trotzdem ein sehr guter Stealth-Shooter (+Video)
Quelle: PC Games

Einmal in die Haut eines Scharfschützen schlüpfen und Nazis den Hintern versohlen: mit Sniper Elite 5 gar kein Problem! Der Stealth-Shooter des Entwicklerstudios Rebellion erscheint am 26. Mai und erzählt wie die Vorgänger einen Abschnitt aus dem Leben des Snipers Karl Fairburne. Warum uns der Titel trotz langweiliger Story gut gefallen hat, erklären wir euch in unserem Test.

Karl Fairburne kommt viel herum: Nach seinen letzten Ausflügen nach Nordafrika und Italien verschlägt es den amerikanischen Scharfschützen in Sniper Elite 5 dieses Mal ins von den Deutschen besetzte Frankreich. Das britische Entwicklerstudio Rebellion, das neben der Sniper-Elite-Reihe auch für die Zombie-Army-Spiele bekannt ist, hebt auch seinem neuen Titel wieder ganz bewusst von anderen Shootern ab. Im Mittelpunkt stehen weniger actiongeladene Schießereien, sondern vielmehr geht es um heimliches Vorgehen.

Zwar ist es theoretisch auch im fünften Teil möglich, sich seinen Weg durch die Gegner zu ballern, doch das stille Infiltrieren der verschiedenen Locations macht den Großteil des Nervenkitzels aus. In Sachen Gameplay schlagen die Entwickler mit Sniper Elite 5 (jetzt kaufen 35,95 € ) noch mehr den Weg der grandiosen Hitman-Reihe ein: weitläufige Areale, verschiedene Wege, etliche Verstecke und unterschiedliche Herangehensweisen, um die Ziele abzumurksen. Und einen umfangreichen Mehrspieler-Part inklusive Invasions- und Überleben-Modus gibt's natürlich auch wieder!

Kein Oscar für's beste Drehbuch

Die Deutschen haben sich in Frankreich verschanzt. Wir müssen als Karl Fairburne etliche Ortschaften infiltrieren. Quelle: PC Games Die Deutschen haben sich in Frankreich verschanzt. Wir müssen als Karl Fairburne etliche Ortschaften infiltrieren. In guter, alter Sniper-Elite-Manier kommt die Story sehr klischeemäßig und schon fast trashig daher. Unter der Leitung eines Super-Nazi-Bösewichts entwickeln die Deutschen eine Super-Nazi-Bösewicht-Waffe und wir müssen die Super-Nazis eben aufhalten. Grob zusammengefasst war es das auch schon. Wir gehen aber trotzdem nochmal ein wenig mehr ins Detail.

Als Karl Fairburne kommen wir in den gefährlichsten Phasen des Zweiten Weltkriegs unserem Antagonisten Adalbert Möller auf die Spur. Der ist an einem Geheimprojekt namens Operation Krake beteiligt. In insgesamt neun Locations durchsuchen wir Chateaus, Festungen, Militäranlagen und ganze Dörfer nach Akten, die uns dabei helfen sollen, dem Ober-Nazi das Handwerk zu legen.

In Zwischensequenzen erfahren wir, wo es uns als nächstes hinverschlägt und wie unsere Feinde auf unsere Aktionen reagieren. Unterstützung bekommen wir von einigen Widerstandskämpfern, die uns zwischen den Missionen von A nach B fahren. In den Locations sind wir dagegen auf uns alleine gestellt. Ein guter Scharfschütze braucht schließlich nichts weiter als sein Gewehr und Ruhe.

Wie lange die Kampagne einen beschäftigen wird, lässt sich bei einem Spiel wie Sniper Elite 5 natürlich sehr schwer einschätzen. Wir haben in unserem Durchlauf unterschiedliche Herangehensweisen versucht, einige Nebenmissionen absolviert und waren nach ca. 18 Stunden beim Abspann angelangt. Wer eher mit Krawall in die Gegnermassen stürmt, weniger auf Planung setzt und auf einer der leichteren von fünf Schwierigkeitsstufen spielt, wird wesentlich schneller am Ende angekommen sein.

Action-Feuerwerk oder stilles Mäuschen

Empfehlenswert ist es jedoch, die ganze Sache mit einer ordentlichen Portion Planung anzugehen und nicht sofort Hals über Kopf alles kurz und kleinzuschießen. Denn schon ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad hält unser Sniper nicht gerade viele Treffer aus.

Außerdem erkennen die Gegner recht schnell verdächtige Bewegungen in der Ferne. Heimliches Vorgehen hat also definitiv seine Vorteile. Mit unserem Fernglas markieren wir zunächst die patrouillierenden Soldaten für eine bessere Übersicht. Hilfe leistet da außerdem eine Mini-Map, auf der die Wachen grob als weißer Kreis gekennzeichnet sind.

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