Silent Hill 2 im Retro-Check: Horror, der das Herz bricht - Seite 3

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Silent Hill 2 im Retro-Check: Horror, der das Herz bricht - Seite 3
Quelle: Konami

Passend zur schaurigen Herbstzeit werfen wir einen Blick zurück auf den Survival-Horror-Klassiker Silent Hill 2. Ein Remake des Titels, der erstmals vor mehr als 20 Jahren für die Playstation 2 erschien, wurde erst vor wenigen Tagen angekündigt und befindet sich angeblich bereits seit drei Jahren in Entwicklung. Bevor wir Hand an die Neuauflage legen können, nehmen wir uns noch einmal das Original zur Brust und checken, ob das alte Teil trotz angerosteter Optik und Mechaniken auch heute noch begeistern kann.

Dasselbe lässt sich auch über den Look der Spielwelt sagen. So abgeranzt und feindselig viele der Umgebungen aussehen, so finden sich in Silent Hill immer wieder auch Orte, die einen gewissen familiären Charme ausstrahlen. Und auch im Nebelmeer der menschenleeren Straßen erreichen wir immer wieder kleine Inseln der Zivilisation. Reihenhäuser, Garagen, Bars, Diners und Motels deuten immer wieder auf die Existenz eines anderen Silent Hill hin. Ein Silent Hill, das genau so ist, wie es in der Broschüre des Reisebüros beschrieben wird.

Eine historische Kleinstadt mit sauberem Badesee, gepflegten Parkanlagen, Vereinen und Tourismusangeboten für Jung und Alt. Auch wenn viele der Innenräume in verwahrlostem Zustand sind, zeugen gedeckte Tische, abgesperrte Straßen, nicht fertig gestellte Baustellen und haufenweise geparkte Autos davon, dass hier erst vor Kurzem noch Leben stattgefunden haben muss. Diese Spuren von Menschlichkeit, Gastfreundschaft, Gemütlichkeit und Routine sorgen für eine regelrecht bedrückende Stimmung. Auch Parallelen zu James' Situation sind nicht sonderlich weit hergeholt. Wie Mary sind auch die Bewohner von Silent Hill plötzlich fort und nur noch ihre Spuren sind geblieben.

Geschlossene Gesellschaft

Die einzigen anderen Menschen, die James in Silent Hill trifft, scheinen ebenfalls dorthin gerufen worden zu sein und befinden sich auf ihrer eigenen Reise. Sowohl Teenagerin Angela als auch der psychisch labile junge Mann Eddie werden jeweils von einer persönlichen Version der Stadt geplagt. Das einzige, was die Drei augenscheinlich gemeinsam haben, ist eine schmerzhafte Vergangenheit und Suche nach Erlösung.

Außerdem treffen wir gelegentlich auf das kleine Mädchen Laura, das behauptet, Mary zu Lebzeiten gekannt zu haben. Und dann wäre da noch Maria, eine in Rot gekleidete Frau, die Mary zum Verwechseln ähnlich sieht und viele ihrer Erinnerungen zu teilen scheint.

Zwar hat Silent Hill 2 kein gigantisches Figurenensemble und wir verbringen auch nicht gewaltig viel Zeit mit den einzelnen Charakteren, sie funktionieren aber perfekt, um die Effekte von Silent Hill auf die Psyche zu demonstrieren und die Hauptmotive der Geschichte zu unterstreichen.

Vor allem das Motiv von Schuld und Sühne hängt so dick über Silent Hill 2 wie die Nebelschwaden in den Gassen der leergefegten Stadt. Der gleichnamige Roman von Dostojewski war laut Autor Hiroyuki Owaku sogar die hauptsächliche Inspiration für das Konzept des Spiels. Silent Hill 2 im Retro-Check: Horror, der das Herz bricht (4) Quelle: PC Games Silent Hill 2 im Retro-Check: Horror, der das Herz bricht (4)

Es finden sich auch optisch zahlreiche Anspielungen auf Bestrafung und Gerechtigkeit in der Spielwelt. Das Design von Franchise-Maskottchen Pyramid Head, der hier seinen allerersten Auftritt hat, ist nicht zufällig an einen Henker angelehnt. Die Pyramide wählte Character Desinger Masahiro Ito laut eigener Aussage, weil die Form mit ihren Ecken in Verbindung mit dem menschlichen Körper ein Gefühl von Schmerz auslöse. Die Pyramide als Symbol der Ehrung der Toten würde aber auch perfekt zu James' tragischem Verlust und seinem idealisierten Bild von Mary passen. Auch die anderen Monster des Spiels repräsentieren Teile der Psyche ihrer Opfer.

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