Silent Hill 2 im Retro-Check: Horror, der das Herz bricht - Seite 2
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Passend zur schaurigen Herbstzeit werfen wir einen Blick zurück auf den Survival-Horror-Klassiker Silent Hill 2. Ein Remake des Titels, der erstmals vor mehr als 20 Jahren für die Playstation 2 erschien, wurde erst vor wenigen Tagen angekündigt und befindet sich angeblich bereits seit drei Jahren in Entwicklung. Bevor wir Hand an die Neuauflage legen können, nehmen wir uns noch einmal das Original zur Brust und checken, ob das alte Teil trotz angerosteter Optik und Mechaniken auch heute noch begeistern kann.
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Allgemein ist die Navigation in Silent Hill 2 damit sehr gut gelöst. Die Abwesenheit einer Minimap oder anderen HUDs trägt extrem zur Atmosphäre bei und mindert den Spielkomfort nicht soweit, dass die Erfahrung darunter leiden würde. Im Gegenteil. Dass wir zum Beispiel nicht angezeigt bekommen, wie viel Munition sich noch in unserer ausgerüsteten Waffe befindet, kann zu ordentlich Stress führen, wenn wir, von einem Gegner bedrängt, plötzlich mit leerem Magazin dastehen.
Licht, Kamera, Action
Steuerung und Kameraführung auf der anderen Seite sind, vor allem aus heutiger Sicht, eher gewöhnungsbedürftig. Unser erster Anblick nach der Introsequenz des Spiels war, wie sich James versuchte per Moonwalk aus der dreckigen Raststellentoilette am Start hinauszumanövrieren. Wir hatten vergessen, dass die Reihe auf mittlerweile kaum noch gebräuchliche Tank-Controls setzt, die sämtliche Handlungen aus der Perspektive der Figur steuern, statt aus der des Spielers. Da Silent Hill 2 in jeder Bildeinstellung aus einem anderen Winkel gefilmt wird, sorgen Tank-Controls dafür, die Bewegungsrichtungen durchgängig gleich zu halten. Wahlweise können wir auch auf eine intuitivere 2D-Steuerung wechseln, müssen dafür aber bei jedem Szenenwechsel schnell umdenken. Beide Steuerungsmethoden kommen mit ihren eigenen Macken daher, von der Unspielbarkeit ist Silent Hill 2 aber deswegen trotzdem meilenweit entfernt.
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Die fixierten Kamerawinkel hingegen bereichern sogar das Spielgefühl. Klar ist es manchmal doof, wenn man auf engem Raum zwischen zwei Bildeinstellungen steht und nicht sehen kann, auf welchen Gegner man eigentlich gerade zielt. Diese Unbequemlichkeit nehmen wir aber hundertmal lieber in Kauf, als komplett auf die verschiedenen Blickwinkel verzichten zu müssen. Die unterschiedlichen, distanzierten Kameraperspektiven verleihen dem Spiel einerseits einen passend voyeuristischen Charakter. Andererseits trägt das Wissen, dass sich möglicherweise direkt vor uns, außerhalb des Bildschirms ein noch unbekannter Schrecken befindet, erheblich zur Atmosphäre bei. Da die Kamera, sowie Lichtquellen und dunkle Ecken in der Spielwelt mit Bedacht platziert wurden, würden viele Momente in First- oder Third-Person-Ansicht ein großes Stück ihrer Besonderheit verlieren.
Quelle: PC Games
Silent Hill 2 im Retro-Check: Horror, der das Herz bricht (1)
Quelle: PC Games
Die statische Kamera sorgt für stimmungsvolles Framing
Eine Lehrstunde in Style
Wo wir gerade schon bei der Inszenierung sind: Silent Hill 2 ist ein wahres Meisterstück audiovisueller Gestaltung. Der offizielle Soundtrack von Komponist Akira Yamaoka ist gespickt mit einigen der schönsten Melodien, die man je in einem Videospiel gehört hat. Vielleicht Horror-untypisch bestehen die Tracks nicht nur aus elektronischen Sounds und klirrenden Streichern, sondern enthalten auch melancholische, leidenschaftliche Gitarrenklänge. In vielen Szenen kreiert Yamaoka die Atmosphäre von Silent Hill 2 aber auch gerade durch eine Abwesenheit von Musik und kleidet Szenen stattdessen in ein Gewand aus Umgebungsgeräuschen und klagenden Lauten. Diese Mischung aus minimalistischem Ambience-Sound und herzzerreißend schönen Instrumentalstücken sorgt, passend zur Geschichte des Spiels, für einen Stimmungscocktail aus Schrecken und Traurigkeit.
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