Hellblade 2, GTA 6 und Co.: Sind wir endlich beim Fotorealismus angelangt?
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Mit Hellblade 2 ist eines der schönsten Spiele aller Zeiten erschienen. Kann man mittlerweile tatsächlich von Fotorealismus sprechen?
"Das sieht ja aus wie echt." Einer dieser Sätze, die in der Videospieleindustrie immer wieder auftauchen. Aber was steckt eigentlich dahinter? Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2024 und die Diskussion über fotorealistische Grafik zieht sich beinahe schon 30 Jahre hin. Bereits zum Ende der 1990er setzten Entwickler bei der Ankündigung neuer Titel auf das Schlagwort "Fotorealismus". Heute können wir festhalten, dass die Grafik eines Tomb Raider und eines Half-Life noch nicht einmal nah an der Realität war.
Mit Senua's Saga: Hellblade 2 (jetzt kaufen ) gibt's seit dem 21. Mai eine absolute Augenweide als Videospiel. Wie wichtig eine hübsche Optik für manche Spieler ist, merken wir Jahr für Jahr in diversen Grafikbomben-Toplisten. Neben Gameplay und Story überzeugt viele im Endeffekt auch die Grafikpracht zum Kauf. Hellblade 2 kann zwar nicht nur mit wunderhübschen Polygonen glänzen, aber eines der schönsten Spiele aller Zeiten zu sein, schadet dem Ruf auf keinen Fall.
Aus gegebenem Anlass möchten wir euch daher einmal auf eine Reise durch die Zeit mitnehmen. Wann kam der Begriff "Fotorealismus" auf, welche Titel waren Vorreiter und natürlich die Frage aller Fragen: Schauen Spiele mittlerweile wirklich aus wie die Realität?
Woher kommt der Begriff Fotorealismus?
Fangen wir zuerst einmal mit dem Ursprung des Wunsches nach Fotorealismus an. Ursprünglich hat das Wort nämlich nichts mit Videospielen zu tun. Maler wollten in den 1960er-Jahren mit ihren Werken näher an die Realität kommen.
Dazu fotografierten sie Umgebungen und Personen, ließen die Bilder entwickeln und fertigten im Anschluss aufgrund der Vorlage ihre Zeichnungen deutlich wirklichkeitsgetreuer an. Was in der Malerei recht schnell funktionierte, benötigt in der Gaming-Industrie deutlich mehr Zeit.
Selbst im Jahr 2024 - weit nach den allerersten Videospielen - sind wir noch immer nicht komplett beim Fotorealismus angekommen. Entwicklerstudios preisen die Grafiken ihrer Spiele zwar häufig so an, schließlich fruchtet das als PR sehr gut, doch es fehlen nach wie vor Nuancen zur Realität.
Das ist Kunst
Die ersten echten Berührungspunkte zwischen Fotorealismus und Spielen gab's ab Mitte der 1990er-Jahre. In vielen Spieletests priesen Medien - unter anderem auch unser PC-Games-Test - in Tomb Raider die fotorealistische Grafik an.
Heute wissen wir jedoch besser Bescheid: Tomb Raider war ein Meilenstein der Videospielhistorie, schließlich ist Heldin Lara Croft noch immer eine absolute Popkultur-Ikone. Die 3D-Umgebungen machten für die damalige Zeit einiges her, die actiongeladenen Abschnitte ließen uns den Atem anhalten und die Levels boten extreme Abwechslung. Doch von Fotorealismus war die Optik damals noch meilenweit entfernt.
Die 3D-Technik steckte in den Kinderschuhen, Kanten flimmerten an allen Ecken und runde Formen waren sehr problematisch darzustellen. Die bekannte dreieckige Oberweite von Lara kommt schließlich nicht von ungefähr.
Während Lara Croft im Original aus dem Jahr 1996 mit lediglich 250 Polygonen Vorlieb nehmen musste, waren es in Rise of the Tomb Raider (Release 2015) bereits 200.000 Polygone. Das zeigt vor allem, wie sehr sich die Spieleindustrie allein in zwei Jahrzehnten weiterentwickelte. Und aktuelle Titel dürften nochmal eine ordentliche Polygon-Schippe auf diese beeindruckende Zahl draufsetzen.
Grau in Grau
Mit Half-Life bekam ein weiteres Spiel noch vor der Jahrtausendwende viele Lorbeeren ab. Im Shooter aus dem Jahr 1998 liefen wir zwar zum Großteil durch enge, graue Gänge, doch für die damalige Zeit konnte sich die Optik absolut sehen lassen.
Wie bei Tomb Raider gab es auch beim allerersten Produkt von Valve immer wieder Stimmen, die von realitätsnaher Grafik sprachen. Doch auch bei Half-Life wissen wir es heutzutage besser: Das war sicherlich kein Fotorealismus! Dennoch prägten sich die beiden Teile der Reihe so tief ins Gedächtnis ein, dass Spieler bis heute sehnlichst auf eine Ankündigung zu Part drei warten. Auch die gelungene Optik ist dafür sicherlich mitverantwortlich.
