SSDs: Lebensdauer und TBW
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Eine SSD ist vereinfacht gesagt eine Festplatte, die aber ohne mechanische Bauteile auskommt und dank Speicherchips enorm schnell und ganz nebenbei auch noch robust ist. Wir erklären Euch alles Wichtige rund um SSDs, zum Beispiel den Begriff TBW, und bieten zudem eine Marktübersicht mit 64 SSDs im 2,5-Zoll- und M.2-Format.
SSDs: Mythen zur Lebensdauer
Noch immer gibt es manche Nutzer, die glauben, dass SSDs eine sehr kurze Lebenszeit hätten. Dies hat (vermutlich) zwei Ursachen. Zum einen starben SSDs, die zu den ersten halbwegs bezahlbaren Modellen gehörten und zu einem ersten kleinen Hype führten, in der Tat relativ häufig einen schnellen Tod.
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DIe Ausfallquoten waren damals zwar nicht katastrophal, aber da diese Fälle auch noch in entsprechenden Foren rein zahlenmäßig sehr oft Gesprächsthema waren, segneten SSD "gefühlt" sehr schnell das Zeitliche. Dies lag aber nicht am technischen Konzept einer SSD, sondern eher daran, dass es noch zu wenig Erfahrung mit der Massenfertigung sowie einige Kinderkrankheiten gab, kurzum: es waren Qualitätsmängel. Diese gibt es aber schon seit vielen Jahren nicht mehr, so dass dieser Punkt abgehakt werden kann.
Die zweite Ursache für einen Mythos der angeblich kurzen Haltbarkeit ist die Tatsache, dass die Speicherchips einer SSD eine begrenzte Anzahl an Zyklen haben. Das heißt vereinfacht gesagt: pro Schreibvorgang verliert eine Speicherzelle einen Lebenszyklus, und irgendwann können keine Daten mehr auf eine SSD geschrieben werden, so dass sie praktisch nicht mehr zu gebrauchen ist. Dass die Speicherzellen einer SSD eine begrenzte Anzahl an Speicherzyklen haben stimmt zwar - allerdings hat eine Speicherzelle so viele Zyklen, dass sie nur in Extremfällen weniger als vier bis fünf Jahre durchhält und bei den weitaus meisten Nutzern eher zweistellige Bereiche erreicht, was die Lebensjahre angeht. Hinzu kommt, dass die Zellen intelligent verwaltet werden.
Quelle: Crucial
Crucial BX500
Nehmen wir an, dass die halbe Lebensdauer erreicht ist. Dabei kann es nicht passieren, dass die eine Hälfte der Zellen einer SSD bereits verbraucht, die andere Hälfte aber noch völlig unbenutzt ist, so dass man nur 50% der SSD noch voll nutzen kann. Sondern die Zellen werden so verwaltet, dass jede Zelle zu etwa 50 Prozent verbraucht wäre und die ganze SSD voll einsatzfähig bleibt.
Lebensdauer - was ist TBW?
Die praktische Lebensdauer einer modernen SSD kann man sich bei vielen Modellen auch sehr leicht herleiten, wenn ein Hersteller die so genannte TBW angibt. Die Abkürzung steht für "Total Bytes to be written" und will zeigen, wie viel Daten als Minimum auf die SSD geschrieben werden können, bevor die ersten Zellen den Dienst verweigern. Eine 240-Gigabyte-SSD hat in der Regel mindestens eine TBW von 80 TB. Dies bedeutet: wenn ihr die 240GB-SSD jeden Tag mit 40 Gigabyte an neuen Daten beschreibt, ergeben sich etwa fünfeinhalb Lebensjahre für die SSD. Schreibt ihr jeden Tag nur 20 Gigabyte auf die SSD, oder nur alle zwei Tage 40 Gigabyte, sind es bereits mindestens 11 Jahre Lebensdauer. Wer nicht gerade jede Woche zwei oder drei neue Spiele auf die SSD installiert und sie wieder löscht oder täglich viele Daten herunterlädt, wird also mit hoher Sicherheit schon längst eine neue SSD haben, bevor die alte ihren Geist aufgibt. Dies gilt erst recht für den Fall, wenn man sich bei der TBW eine SSD mit einem höheren Wert heraussucht.
Quelle: Toshiba
Toshiba OCZ TR200 240GB
In unserer gleich folgenden Marktübersicht haben wir die TBW mit aufgeführt, sofern der Hersteller sie angibt, was leider nicht immer der Fall ist. In der Praxis hängt die vom Hersteller angegebene TBW von mehreren Faktoren ab - daher hat eine SSD mit beispielsweise 960 Gigabyte Speicherplatz nicht zwingend genau einen doppelt so hohen TBW-Wert wie eine SSD mit 480 Gigabyte Kapazität. Genauer hinsehen müssen aber nur Nutzer, die wirklich jeden Tag große Massen an Daten schreiben oder eine SSD in einem Server einsetzen wollen. Zusätzlich zur TBW gibt es auch noch eine Lebensdauerangabe, die in der Zahl an Betriebsstunden gemessen wird: die MTBF. Diese drückt aus, wie viele Stunden es zwischen dem ersten und zweiten Versagen einer SSD dauert - dies ist ein eher theoretischer, statistisch berechneter Wert, denn es handelt sich dabei selbst dann, wenn man die SSD Tag und Nacht in Betrieb hat, um Zeiträume von meist über einer Millionen Stunden, was weit über 100 Jahre sind. Daran sieht man, dass die Werte nicht per Test ermittelt wurden, sondern statistische Hochrechnungen sind. Für eine Kaufentscheidung ist der Wert also eigentlich nutzlos.
