Mein erstes Mal: Wie spielt sich der Klassiker Quest for Glory heute?

Special Benedikt Plass-Fleßenkämper Maria Beyer-Fistrich
Mein erstes Mal: Wie spielt sich der Klassiker Quest for Glory heute?
Quelle: Sierra Entertainment / Medienagentur plassma

King's Quest, Space Quest, Leisure Suit Larry: Vor über 30 Jahren kannte nahezu jeder PC-Spieler die Abenteuerspiele-Serien von Sierra Entertainment. Mit Quest for Glory wagte sich der US-Entwickler gar an einen innovativen Adventure-Rollenspiel-Hybriden. Unser Autor hat ihn zum eigenen Bedauern noch nie gespielt - bis jetzt. Wie schlägt sich der Klassiker heute?

Ach ja, Point-and-Click-Adventures: sie sind und bleiben meine größte Hassliebe. Einerseits haben mich viele von ihnen mit ihrer kruden Logik oder schlecht inszenierten Geschichten zur Weißglut getrieben. Auf der anderen Seite feierte ich seinerzeit jedes Spiel von LucasArts - egal, ob Meisterwerke wie Maniac Mansion (1987), The Secret of Monkey Island (1990) und Indiana Jones and the Fate of Atlantis (1992) oder "nur" gute Titel à la Full Throttle (1995). Schließlich waren selbst die schwächsten Spiele der Kalifornier immer noch gut genug, um mit der Adventure-Konkurrenz den Boden aufzuwischen.

Was mir damals nicht bewusst war: Gerade in den USA hatte man einen etwas anderen Blick auf das Genre und legte viel mehr Wert auf Atmosphäre. Deshalb dominierte dort mehr der große Konkurrent Sierra Entertainment, der für seinen immensen Ausstoß an Spielen bekannt war. Während LucasArts Ende der 1980er-Jahre gerade einmal vier Adventures abgeliefert hatte - darunter die kaum bekannte Filmumsetzung Labyrinth von 1986 -, kam Sierra zum gleichen Zeitpunkt bereits auf beachtliche 20 Titel. Und da sind die Text-Adventure-Frühwerke des vom Ehepaar Ken und Roberta Williams gegründeten Unternehmens noch nicht mal mitgezählt!
Die Heilerin ist höchst erfreut, dass sie ihren vermissten Ring zurückerhält – und geizt auch nicht bei der Belohnung. (EGA-Version)<br> &nbsp; Quelle: Sierra Entertainment / Medienagentur plassma Die Heilerin ist höchst erfreut, dass sie ihren vermissten Ring zurückerhält – und geizt auch nicht bei der Belohnung. (EGA-Version)
 
Sierra etablierte innerhalb weniger Jahre mehrere Adventure-Reihen, darunter die Märchen-Abenteuer von King's Quest (ab 1984), die Science-Fiction-Parodie Space Quest (ab 1986) oder die seichten Sexkomödien von Leisure Suit Larry (ab 1987). Trotzdem war ich nie ein großer Fan all dieser Werke, schlicht, weil das Spieldesign voller Ärgernisse steckte. Allen voran schreckten mich die hanebüchenen Rätsel ab, die ich ohne Lösungshilfen niemals überstanden hätte. Bis Ende 1990 quälte Sierra seine Spieler zudem mit einem unbarmherzigen Textparser, der keinerlei Tippfehler tolerierte. Ganz zu schweigen von den horrend spielbaren Actionsequenzen in Manhunter (1988), die bei mir einen Wutanfall nach dem anderen auslösten.

Deswegen habe ich mir damals kaum ein Sierra-Spiel gekauft und erst im Nachhinein bei den später veröffentlichten Sammlungen zugeschlagen, die in der Regel alle Episoden einer Franchise vereinten. Mangels Zeit habe ich nur wenige Titel ausführlich gespielt. Und eine Serie ging gar komplett an mir vorbei: Quest for Glory, 1989 als Hero Quest (Untertitel: So You want to be a Hero) gestartet. So hieß die Serie nämlich ursprünglich, bis Sierra den Namen aufgrund von Lizenzstreitigkeiten mit dem gleichnamigen Tabletop-Rollenspiel aufgeben musste.
Ein echter Held muss auch mal Drecksarbeiten erledigen: Das tägliche Ausmisten des Stalls verbessert die Attributswerte des Protagonisten und bringt uns obendrein einige Silbermünzen ein. (EGA-Version) Quelle: Sierra Entertainment / Medienagentur plassma Ein echter Held muss auch mal Drecksarbeiten erledigen: Das tägliche Ausmisten des Stalls verbessert die Attributswerte des Protagonisten und bringt uns obendrein einige Silbermünzen ein. (EGA-Version) Dabei sprach eigentlich einiges für die vom Ehepaar Corey und Lori Cole entworfene Heldensaga: Mein damaliges Lieblingsmagazin Power Play vergab im Test satte 81 Punkte - eine Wertung, die dort nur wenige Sierra-Werke erreichten. Zudem interessierte mich der ungewöhnliche Ansatz, ein klassisches Grafik-Adventure mit Rollenspielelementen zu kombinieren. Und auch die Screenshots gefielen mir dank ihrer bunten Ausstrahlung, auch wenn sich die Ur-Version auf den EGA-Modus beschränkte und somit nur 16 Farben gleichzeitig darstellen konnte. Diese hätten dafür kaum kräftiger ausfallen können.

Aus all den genannten Gründen wollte ich mich trotz meiner Vorbehalte gegenüber Sierra an Quest for Glory heranwagen. Nur fand ich nie die Zeit oder den richtigen Anlass - bis heute!

Die Qual der Wahl: EGA oder VGA?
Bevor das Abenteuer startet, stehe ich vor zwei grundlegenden Problemen: Zum einen gibt es das erste Quest for Glory in zwei verschiedenen Versionen, nämlich in der bereits erwähnte EGA-Fassung und in der 1992 nachgeschobenen VGA-Variante. Weil auch diese bereits 28 Jahre auf dem Buckel hat, werde ich mir einfach beide anschauen. (Klickt euch durch die Bildergalerie, um die Unterschiede zu sehen.)

Bildergalerie

Zum anderen sind die Rätsel in Sierra-Adventures bisweilen ziemlich beschränkt, weshalb ich keine große Lust habe, mich auf ehrliche Weise durchzuboxen. Ja, ich gebe zu: Ein Großteil des Abenteuers habe ich mithilfe einer Komplettlösung bestritten. Oder sagen wir besser: mit mehreren. Denn ein Sierra-Spiel ist sogar mit Guide kein Selbstläufer!

Abschließend überlege ich, wie ich Quest for Glory überhaupt spielen möchte, denn theoretisch stehen mir mehrere Optionen zur Verfügung. Ich könnte beispielsweise meinen alten Amiga entstauben und die Originaldisketten meines nachträglich gekauften Exemplars ins knatternde 3,5-Zoll-Laufwerk schieben. Auch das Remake ist inzwischen Teil meiner physischen Sammlung.
In der Originalversion von 1989 gebt ihr eure Befehle wie in einem Text-Adventure per Tastatur ein. (EGA-Version) Quelle: Sierra Entertainment / Medienagentur plassma In der Originalversion von 1989 gebt ihr eure Befehle wie in einem Text-Adventure per Tastatur ein. (EGA-Version)

Allerdings greife ich aus Bequemlichkeit dann doch zur Steam-Version, die alle fünf Quest-for-Glory-Teile vereint. Super: Dank DOSBox-Emulator funktionieren beide Versionen auf Anhieb sowie fehlerfrei. Zumindest bei Spielbeginn reiße ich mich am Riemen und starte das Abenteuer erst einmal ohne fremde Hilfen. Weil ich in beiden Versionen jeweils einen eigenen Rollenspielcharakter kreieren darf, entscheide ich mich für unterschiedliche Klassen: Während ich das VGA-Remake als Schwertkämpfer bestreite, schlüpfe ich im Falle der Originalversion in die Rolle eines Diebes. Ich erstelle in Windeseile meine Charaktere und spezialisiere sie in ihrem jeweiligen Fachgebiet: Meinen Kämpfer pumpe ich mit noch mehr Stärke und Lebensenergie voll, während ich den Dieb vorwiegend auf Klettern, Schleichen und Schlösserknacken optimiere

Auf der Suche nach dem Abenteuerglück
Gleich in der ersten Spielminute fühle ich mich etwas verloren: Mein Held startet inmitten der Stadt Spielburg oder genauer gesagt vor dem Büro des Sheriffs. Mit dem kann ich reden, was im EGA-Original gar nicht mal so einfach ist. Schließlich muss ich hier wie in einem Text-Adventure Befehlszeilen eingeben und selbst draufkommen, über welche Themen ich den guten Mann befragen könnte. Zum Glück hilft mir die VGA-Adaption, die komplett mit Maus funktioniert und in der mir alle sinnvollen Gesprächsoptionen in Form von anklickbaren Icons angezeigt werden. Im EGA-Original sehen die Kämpfe deutlich karger aus. (EGA-Version) Quelle: Sierra Entertainment / Medienagentur plassma Im EGA-Original sehen die Kämpfe deutlich karger aus. (EGA-Version)

Ich schaue mich weiter in der Stadt um und entdecke allerlei interessante Orte, darunter eine Bar, einen Magier-Shop und natürlich die Abenteuergilde. Dort muss ich mich in das Buch für angehende Helden eintragen und sollte mir die Pinnwand genauer anschauen, die einige der zentralen Aufgaben verrät. Unter anderem soll ich die beiden Kinder des hiesigen Barons ausfindig machen oder den verlorenen Ring einer Heilerin aufstöbern, wofür man letztlich klassische Point-and-Click-Rätsel lösen muss.

Als Nächstes verlasse ich die Stadt. Ich lande in einem dichten Waldgebiet, in dem mir ab und an ein Gegner entgegenkommt, etwa ein Bandit oder eine Art Gnom. Die nun folgenden Kämpfe erweisen sich hauptsächlich im EGA-Original als sehr schwerfällig und gewöhnungsbedürftig. Erst nach ein paar Fehlversuchen finde ich heraus, dass ich die Taste zum Angriff einfach gedrückt halten kann und mein Held automatisch einen Stich nach dem anderen durchführt.

Mittelfristig komme ich als Kämpfer immer besser mit den Scharmützeln zurecht, während mein Dieb kein Land sieht: Der Junge ist einfach nicht dafür gemacht, sich mit seinem kleinen Messer ordentlich zur Wehr zu setzen. Stattdessen renne ich mit ihm lieber weg und ergreife die Flucht.

Die Spielwelt an sich erinnert mich hingegen mehr und mehr an den Sierra-Kollegen King's Quest: Sie ist von eher überschaubarer Größe und strotzt nur so vor Märchenatmosphäre und einmaligen Ortschaften. An einer Stelle sichte ich einen weißen Hirsch, der vor mir davoneilt und mich zu einem verschnörkelt aussehenden Baum führt. Darin haust wiederum eine Dryade, für die ich einen ganz speziellen Samen finden muss. Man könnte sie ergo als Questgeberin wie in einem Rollenspiel bezeichnen, während sich die Lösung des Rätsels wieder sehr stark an der Machart von Adventure-Spielen orientiert. Die Mischung funktioniert jedenfalls so gut, dass ich mich ernsthaft frage: Wieso gibt es eigentlich nicht mehr Spiele dieser Art?

Nichts für Ungeduldige
Ich schaue mich weiter um und lerne in einem alleinstehenden Haus die alte Heilerin kennen, die ihren Ring vermisst und Zaubertränke herstellt. Kurz darauf erwartet mich ein neues Problem: Es wird langsam dunkel, und viele Orte lassen sich nicht mehr betreten. Unter anderem schließt das Tor von Spielburg, weshalb ich mich nicht mehr in der kuscheligen Gaststätte einquartieren darf. Sollte ich einfach in der Prärie schlafen? Besser nicht, da sterbe ich sofort. Kann ich mit der Rast-Option die Zeit absitzen? Auch das ist nicht erlaubt: Mein Held ist spätestens nach einer Stunde zu aufgeregt, um sich weiter zu schonen. Das ging schief! Eigentlich wollte der Held den Kobold beklauen und muss nun gegen ihn kämpfen, nachdem er ihn versehentlich geweckt hat. (EGA-Version) Quelle: Sierra Entertainment / Medienagentur plassma Das ging schief! Eigentlich wollte der Held den Kobold beklauen und muss nun gegen ihn kämpfen, nachdem er ihn versehentlich geweckt hat. (EGA-Version)

Langfristig entpuppt sich dieser Echtzeit-Faktor als eine der größten Schwächen von Quest for Glory, denn er hemmt ständig den Spielfluss. In der VGA-Version kann ich zumindest einen ruhigen Ort aufsuchen, an dem ich keine Feinde befürchten muss. Dann warte ich "nur" ein paar Minuten, bis es wieder hell wird. Der gleiche Trick funktioniert im EGA-Original leider nicht, weil die Zeit einzig und allein durch meine Aktionen voranschreitet - und das auch noch extrem langsam.

Gut eine Stunde später habe ich in beiden Versionen sämtliche Orte abgegrast, die mir zugänglich sind. Doch ich bin immer noch etwas ratlos. Zwar hat sich Sierra bei diesem Spiel sichtlich Mühe gegeben und quält mich im Gegensatz zu vielen anderen Adventures der Firma nicht mit zahlreichen Todesoptionen oder Sackgassen. Trotzdem fällt es mir schwer, die richtigen Hinweise herauszufiltern.

Mein erstes Erfolgserlebnis ist der Ring der Heilerin, den ich eher zufällig finde: Vor ihrem Haus steht ein Baum mit einem Vogelnest, das ich mit einem gezielten Steinwurf abwerfe. Ha, darin liegt der gesuchte Ring! Allerdings ist nur mein Kämpfer kräftig genug für diese Aktion. Mit dem Dieb muss ich mir etwas anderes einfallen und kraxle dank seiner Kletterfähigkeiten einfach den Baumstamm hinauf. Das klappt zwar nicht auf Anhieb, doch dafür verbessert sich mein Held mit jedem Fehlversuch und gewinnt somit wertvolle Erfahrung. Geschafft: Wer diese Feierlichkeiten zu Gesicht bekommt, der ist ein echter Held! (EGA-Version) Quelle: Sierra Entertainment / Medienagentur plassma Geschafft: Wer diese Feierlichkeiten zu Gesicht bekommt, der ist ein echter Held! (EGA-Version)

An anderer Stelle stoße ich auf einen blauen Riesen namens Brauggi, vor dem ich zunächst panisch flüchte - der Bursche sieht schließlich alles andere als harmlos aus! Zu meiner Überraschung entpuppt er sich jedoch als friedfertig und spricht ganz adrett in Reimen, die mir sagen: Er hat einfach Hunger.

Aha, ich benötige also etwas zu futtern ... Hatte ich nicht in der Stadt einen Essensstand gesehen, der Äpfel und Gemüse verkauft? Schnell kehre ich nach Spielburg zurück und erstehe etwas Obst. Doch leider reichen die zehn gekauften Äpfel nicht aus; Brauggi wird einfach nicht satt. Muss ich noch etwas anderes Essbares besorgen? Womöglich doch Gemüse, obwohl der Riese es nicht mag? Nein, das Grünzeug lehnt Brauggi angewidert ab ...

Die Antwort ist enttäuschenderweise eher dämlich und dämmert mir erst, nachdem ich den ersten Blick in eine Lösung wage: Brauggi braucht einfach richtig viele Äpfel. 50 Stück (!), um genau zu sein. Und das ist exakt die Form der "Logik", die mir viel zu sehr nach "Try and Error" riecht und meine Vorurteile gegenüber Sierra-Adventures mal wieder bestätigt.

Überraschend vielseitig
Okay, ich will fair sein: Unterm Strich stoße ich im Spiel auf viele hilfreiche Tipps, die ich durch akribisches Befragen der Spielweltbewohner bekomme. So benötige ich zum Erhalt eines speziellen Tranks unter anderem etwas Feenstaub, der auf den ersten Blick nirgends zu finden ist. Jedoch verrät mir die Heilerin, dass in der Nähe spezielle Pilze wachsen. Sobald die Nacht anbricht, erscheinen dort einige Feen und geben mir den Staub, wenn ich mit ihnen tanze.

Ein anderer Punkt, auf den ich wiederum niemals ohne Lösung gekommen wäre: Ich darf in Spielburg selbst Einbrüche begehen! Genau genommen kann ich die Eingangstüren von zwei Gebäuden aufbrechen, sofern meine Schlossknacken-Fähigkeit gut genug ist. Genau der richtige Job für meinen versierten Dieb!
So manche Kreatur wie dieser Zentaur erinnert stark an die King's-Quest-Serie, mit der Sierra Entertainment berühmt geworden ist. (VGA-Version) Quelle: Sierra Entertainment / Medienagentur plassma So manche Kreatur wie dieser Zentaur erinnert stark an die King's-Quest-Serie, mit der Sierra Entertainment berühmt geworden ist. (VGA-Version)

Spätestens hier bin ich von den unterschiedlichen Wegen und Herangehensweisen in Quest for Glory ernsthaft beeindruckt. Allen voran, weil ich eine solche Vielfalt von Sierra Entertainment nicht gewohnt bin. Fast bedauere ich schon, kein drittes Spiel mit einem Magier gestartet zu haben und dessen Zaubersprüche auszutesten.

Der Mittelteil des Abenteuers gefällt mir jedenfalls mit Abstand am besten, besonders als Kämpfer: Ich komme gut voran, erledige eine Aufgabe nach der anderen und sammle ordentlich Geld, womit ich mir am Ende eine bessere Rüstung kaufen kann. Als Dieb benötige ich hingegen viel Geduld und Ausdauer, weil ich die notwendigen Schleich- und Kletter-Skills nur durch stupides Anwenden der jeweiligen Fähigkeit verbessere. Achtung, Stolperfallen: In diesem Bild müsst ihr jeden Schritt gut planen und am besten regelmäßig abspeichern, damit ihr sicher zur rettenden Tür gelangt. (VGA-Version) Quelle: Sierra Entertainment / Medienagentur plassma Achtung, Stolperfallen: In diesem Bild müsst ihr jeden Schritt gut planen und am besten regelmäßig abspeichern, damit ihr sicher zur rettenden Tür gelangt. (VGA-Version)

Richtig gemein wird Quest for Glory gegen Ende, wenn ich beispielsweise mit der bösen Hexe Baba Yaga in Berührung komme oder das geheime Banditenlager infiltriere. Dort wimmelt es nur so vor Fallen, die mich auf einen Schlag töten. Diese treiben mich vor allem in der EGA-Version halb in den Wahnsinn, denn sie verlangen mir pixelgenaues Steuern ab. Des Weiteren muss ich immer häufiger zwischen mehreren Lösungen wechseln, weil mir die eine vornehmlich bei Punkt A hilft und die andere mehr bei Punkt B.

Während mein Spaß mit dem Krieger erhalten bleibt, knicke ich im Lager mit dem Dieb beinahe ein: Meine Schleichfähigkeiten sind nicht gut genug, um mich an einem besonders starken Minotaur vorbeizumogeln. Nerv! Ich knacke den Burschen nur dank der großzügigen Belohnungen, die ich durch meine bereits absolvierten Aufträge gesammelt habe. Damit besorge ich mir beim Krämer von Spielburg über ein Dutzend Messer, werfe sie im Schutz eines Busches auf das Ungetüm und raube ihm somit im Nahkampf sein letztes Quäntchen Lebensenergie. Nimm dies, du Unhold!
Je nach Wahl eurer Klasse müsst ihr diesen Felsen auf unterschiedliche Weise erklimmen. (VGA-Version) Quelle: Sierra Entertainment / Medienagentur plassma Je nach Wahl eurer Klasse müsst ihr diesen Felsen auf unterschiedliche Weise erklimmen. (VGA-Version) Fazit: Held sein lohnt sich!
Sei es drum: Ich erreiche in beiden Versionen das Finale und genieße das befriedigende Gefühl, ein echtes Abenteuer bestritten zu haben - auch wenn ich dafür auf fremde Hilfe angewiesen war. Allein die Tatsache, dass ich mich trotz der Widrigkeiten gleich zweimal hintereinander durch Quest for Glory gekämpft habe, spricht für das Spiel. Mit Fug und Recht möchte ich behaupten: Das hier ist definitiv eines der besten Adventures von Sierra Entertainment.

Vom Finale abgesehen sind die meisten Aufgaben gar nicht mal so schwer, wie ich es gerade von diesem Hersteller gewohnt bin. Falls ihr euch schon immer einmal mit den Sierra-Adventures beschäftigen wolltet, möchte ich dieses Kleinod wärmstens als Einstieg empfehlen.

Unsicher bin ich nur, ob mir die EGA- oder die VGA-Version lieber ist. Erstere wirkt charmanter und trotz der eingeschränkten Technik ausgereifter, Letztere ist viel bunter und hat die klar bessere Steuerung. Schaut euch zur Not einfach beide Fassungen an - und spielt das Adventure genau wie ich einfach zweimal am Stück durch. Es lohnt sich!

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