Solo oder Koop?

Special Carlo Siebenhüner
Solo oder Koop?
Quelle: Microsoft

Ist es ein Left-4-Dead-Klon? Ist es ein Far-Cry-Klon? Nein, es ist was ganz anderes! Wir durften Redfall im Zuge eines Preview-Events spielen und können endlich sagen, wie sich der Xbox-Exklusivtitel spielt - und was er sein will!

Arkane wird bei der Frage, ob man Redfall denn nun am besten allein oder gemeinsam spielt, nicht müde zu betonen, dass man beides machen kann. Wie Harvey Smith im Interview verrät, findet er es am besten, wenn man erst einen Durchgang als Solo-Spieler meistert und anschließend mit Freunden durch die Stadt streunt. So ein Experiment aus Solo und Koop ist aber immer gefährlich und ein schmaler Grat. Meistens ist es dann doch so, dass auf einer Seite Abstriche gemacht werden müssen. Redfall ist da anscheinend keine Ausnahme. In unserer Session waren wir solo unterwegs, das funktionierte ganz okay. Bald werdet ihr aber wohl, genau wie wir, merken, dass die Waage in Richtung Koop ausschlägt.

Open World ohne Biss

Das fängt beim grundsätzlichen Aufbau des Spiels an. Den kann man grob in "Runs" unterteilen. Die Spielgebiete haben immer ein Safe House. Im Falle des Stadtgebiets von Redfall ist das die alte Feuerwache. Dort haben sich die rebellischen Überlebenden verschanzt, und von dort startet man seine Ausflüge in die Open World. Sehr cool ist, dass auf der Map anfangs nicht viel drauf ist, und erst, wenn man sich Nebenaktivitäten, Quests und so weiter nähert, werden die Icons aufgedeckt und angezeigt. So arbeitet man sich mit jedem Run vor. Das funktioniert natürlich auch solo, es schreit aber auch geradezu danach, unkompliziert mit Freunden eine kleine Runde zu starten.

Drei Spieler erkunden ein Vampirnest. Quelle: Bethesda Grundsätzlich ist das Erkundungssystem gelungen. So vermeidet man eine mit Fragezeichen vollgekleisterte Map. Dass die Spielwelt nicht überdimensioniert ist, begrüßen wir ebenfalls. Nur leider gibt es nicht viel zu entdecken im Städtchen. Ein Großteil der Häuser in Redfall fällt raus, die meisten sind verbarrikadiert und nur wenige betretbar. Möglich, dass im fertigen Spiel mehr dazukommt, aber abseits der Hauptstory waren die Nebenaktivitäten unserer Vorschauversion spärlich gesät. Wir konnten immerhin kleine Mini-Safe-Rooms freischalten. Die dienen als Zusatz-Spawnpunkte, damit man nicht immer in der Feuerwache starten muss.

Nestbau

Dazu gibt's kleine Nebenaufgaben, die ihr für die Bewohner erledigt. Zu guter Letzt konnten wir sogenannte Nester auskundschaften. Das sind Mini-Dungeon-Schlauchlevels, in denen gut geschützte Vampirherzen warten, die es zu zerstören gilt. Ist das geschafft, fällt das Nest in sich zusammen und man muss schleunigst zurück zum Ausgang. Gleichzeitig droppt der Loot als Belohnung für die Strapazen. Man muss also abwägen, wie viel man abgreift, damit man trotzdem noch pünktlich abhauen kann.

Das hat solo Spaß gemacht, gerade im Koop dürften die Nester zu richtig launigen Fluchtsituationen führen, wenn der Rest der Gruppe schon unterwegs ist, aber der eine gierige Kumpel immer noch mit einer Hand in der Truhe hängt.

Die Nester weisen außerdem ansprechendes Leveldesign auf und spielen mit Perspektiven. Nachdem wir in einem Kino etwa einen Projektor abgeschaltet hatten, konnten wir in die Leinwand hineinlaufen. Da der Aufbau der Nester aber zufallsgeneriert und mit jedem Mal neu zusammengesetzt wird, ist die Gestaltung vermutlich weniger einzigartig als etwa die Architektur in einem Control.

Bei den Hauptmissionen ist das Potenzial größer. Die Umgebungen dort sind von Hand designt und setzen ebenfalls auf abgefahrene Elemente. In unserer Session fanden wir unter anderem ein Haus, das im Epizentrum einer Explosion stehen geblieben ist. Leider konnten wir dort nur kleine Audiotapes einsacken, die uns die grausige Geschichte des Hausbewohners und seiner Tochter näherbrachten. Wir hoffen, dass Arkane in anderen Missionen mehr inszenatorische Register zieht.

  1. Seite 1 Was steckt hinter dem Xbox-Exclusive?
  2. Seite 2 Solo oder Koop?
  3. Seite 3 Smarte KI im Hintergrund
  4. Seite 4 Fragwürdige Fertigkeiten
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk