Mehr Platz im Regal, nie mehr im Nieselregen einkaufen -- dank legaler Spiele-Downloads. Digitale Distribution scheint die logische Zukunft unseres Mediums. Aber der virtuelle Spielevertrieb ist noch lange nicht am Ziel, wie unser Report zeigt.
Downloads aus der Neuen Welt
Ganz anders bei Direct2Drive. Hier ist die Auswahl ebenfalls überschaubar, jedoch reiht sich ein Toptitel an den anderen. Rainbow Six: Vegas, Medieval 2, Neverwinter Nights 2. Die Hits der Stunde. Sogar Blizzards Über-MMOG World of WarCraft ist im Angebot. Das krasse Gegenteil von Gamesload und Metaboli.
Aktuelle Top-Titel im Angebot: Direct2Drive ist das krasse Gegenteil von Gamesload.
Diese Aktualität brachte allerdings in der jüngsten Vergangenheit auch Probleme mit sich. So waren die per Download gelieferten Versionen von Neverwinter Nights 2 zunächst nicht Patch-kompatibel mit den normalen Verkaufsversionen. Der Fehler wurde zwar schnell behoben und war nicht auf Direct2Drive, sondern auf Atari beziehungsweise Entwickler Obsidian zurückzuführen. Trotzdem waren die Download-Kunden zunächst benachteiligt. Leider sind die meisten der bei Direct2Drive erhältlichen Spiele aus lizenz- bzw. vertriebsrechtlichen Gründen nur in Nordamerika erhältlich, was besonders im Anbetracht der immer wieder schwachen deutschen Lokalisierung von Spielen sehr schade ist.
Volldampf voraus
Das vierte Modell heißt Steam und kam 2004 zusammen mit Half-Life 2 auf den Markt. Als Valve ankündigte, sie würden eines der am meisten erwarteten Spiele aller Zeiten an ein digitales Distributionssystem koppeln, war die Skepsis groß. Zum einen stellte sich die einfache Frage nach dem Warum, zum anderen setzte Steam auch beim Kauf der Box eine Online-Verifizierung voraus.
Das Warum ist aus Valve-Sicht einfach zu beantworten. Der Entwickler spart Geld, wenn seine Spiele ohne echten Publisher und Distributor verkauft werden. Um das System zusätzlich zu pushen, gab es nicht nur das mittlerweile etablierte Pre-Load System, das einen Teil der Dateien schon vor der eigentlichen Veröffentlichung herunterlädt: Spieler konnten die modernisierte Version von Counter-Strike, nämlich Counter-Strike: Source, schon vor dem offiziellen Half-Life 2-Start spielen.
Mehr als heisser Dampf
Im Vergleich zu den oben beschriebenen, grell gestalteten Portalen ist die Steam-Plattform relativ zurückhaltend aufgebaut. Im Vordergrund stehen Spiele, wobei auch hier die Auswahl sehr gering ist. Ein wichtiger Unterschied zur Konkurrenz ist sicher, dass Steam mehr als ein reines Download-Tool sein will. So gibt es ein aus diversen anderen Onlineplattformen bekanntes Friends-System, das Spieler miteinander vernetzen will. Zusätzlich wird das Angebot sehr von den zahlreichen Half-Life-Mods, -Addons etc. dominiert.
Bei allen Anbietern läuft der Kauf problemfrei. Natürlich muss ein Account erstellt werden, und man muss sich mit den üblichen Crossmarketing-Nervereien wie T-Pay-Zahlungsoption, IGNs-Newsletter-Abos und so weiter rumschlagen, doch die technische Umsetzung der Shopsysteme lässt kaum Platz für Kritik.
