Wie sollte es auch anders sein... Gamer ebenfalls von Trump-Politik betroffen.

Special Antonia Dreßler
Wie sollte es auch anders sein... Gamer ebenfalls von Trump-Politik betroffen.
Quelle: Canva / Francesco Ungaro

Die USA und China schaukeln die Zölle hoch und am Ende verliert vor allem der Konsument, der die Kosten wieder ausbaden darf.

Wo kommt Gaming Hardware her?

So stellt Nintendo ihre Switch sowohl in China als auch in Vietnam her. Der Konsolen- und Familienspielgigant könnte den amerikanischen Markt also von dort aus bedienen. Wobei es auch Stimmen von Analysten gibt, die darauf hinweisen, dass Nintendos Ausweichpläne hinfällig würden, sollten die USA auch Zölle auf vietnamesische Produkte verhängen. Ob man damit rechnen kann, ist schwierig zu sagen, aktuell hat Trump die EU im Auge, um weitere Zollforderungen zu stellen.

Twitter Post von David Gibson Quelle: Twitter via David Gibson David Gibson viaTwitter Schwieriger wird es mit der Playstation, die Sony sowohl in Japan als auch China herstellt. Da wohl der Großteil vom Festland kommt, könnte es hier zu Engpässen kommen. Wobei sich auch dieses Unternehmen für Produktionsstätten in zollfreien Ländern entscheiden kann - auch wenn solche Fabriken nicht einfach aus dem Boden gestampft werden und wiederum neue Kosten produzieren.

Weiter gedacht hat Microsoft und besitzt sowohl Produktionsfirmen in China, Ungarn und Mexiko, als auch einen Montagebetrieb in Amerika, wo die Teile dann zusammengesetzt werden. Doch auch das reicht nicht aus, um die Zölle zu umgehen. Denn während auf chinesische Produkte aktuell 10 Prozent Zoll fallen, sollen in Zukunft auf mexikanische Produkte ganze 25 Prozent anfallen. Nach aktuellem Stand ist es nächsten Monat wohl schon so weit. Auch auf die Einzelteile einer Xbox, vor ihrem Zusammenbau, kämen dann massive Extrakosten.

Extrazölle auf Halbleiter und Computer-Chips

Auch Hardware-Hersteller für PC-Teile bleiben von den aktuellen Entwicklungen nicht verschont. So stellt Nvidia etwa nicht unbedingt in China her, sondern vornehmlich in Taiwan. Das von den Amerikanern als eigenes Handelsgebiet betrachtet wird und daher nicht von den Zöllen für China betroffen ist. Dafür hat sich die Trump-Administration aber ganz eigene Zölle ausgedacht, mit denen sie jetzt droht. Bis zu 100 Prozent Aufschlag durch Zölle will Trump auf Halbleiter und Computer-Chips aus Taiwan fordern - was tatsächlich passiert, ist vorerst ungewiss, aber damit wären auch Grafikkarten und CPUs betroffen, die Kosten würden damit explodieren.

Die Gründe für die vielfältigen Zölle sind unterschiedlich. Mit Extrakosten für China, Kanada und Mexiko will Trump illegale Einwanderung und den Schmuggel von Ketamin stoppen. Der Druck auf Europa hängt unter anderem mit der Forderung nach Grönland zusammen, und taiwanesische Firmen will man dazu zwingen, ihre Produkte in den USA selbst herzustellen. Folgerichtig sind sämtliche Zollmaßnahmen mehr oder minder Erpressungsversuche, um andere Länder dazu zu bringen, den eigenen Wünschen und mitunter abstrusen Forderungen nachzukommen.

Hinter all diesen Dekreten steckt kein Wahnsinn, sondern ein System. Nach dem Modell "Flood-the-Zone" fluten Trump und die dahinterliegende Regierung die Welt mit irrsinnig vielen Dekreten und Forderungen, die kaum realistisch klingen, um so für Chaos und Verwirrung zu sorgen. Doch das Problem ist, dass es sich nicht um reine Nebelkerzen handelt - die Forderungen und Gesetzgebungen sind real und haben echte Auswirkungen auf die Welt. Höhere Preise auf der einen Seite, bedrohte Existenzen auf der anderen und alle sind irgendwie betroffen. So wie China mit eigenen Zöllen auf amerikanische Produkte reagiert, beabsichtigt auch die EU diese Woche, sich zusammenzusetzen und zu beraten, wie man mit den Forderungen aus den Vereinigten Staaten umgeht. Sicherlich nicht zum letzten Mal.

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