Auch Gaming von Trump-Politik betroffen. Wie sollte es auch anders sein...
Special
Die USA und China schaukeln die Zölle hoch und am Ende verliert vor allem der Konsument, der die Kosten wieder ausbaden darf.
Wie sagt man so schön: "Wenn zwei sich streiten, dann verliert der Dritte." Na ja, auch wenn das Sprichwort eigentlich anders geht, lehrt uns die Realität, dass man gut und gerne zwischen die Räder geraten kann, wenn zwei Parteien sich gerade an die Gurgel gehen. Das ist umso wahrer, je größer und mächtiger die Streithähne sind.
In diesem Falle handelt es sich um die wirtschaftlichen Giga-Mächte der USA und China. Nachdem der neu gewählte Präsident Trump Einfuhrzölle von 10 Prozent auf chinesische Produkte verhängt hatte, legte China selbst mit Zöllen auf bestimmte amerikanische Güter nach, was am Ende wohl vor allem den Konsumenten zum Nachteil gereichen wird.
Im Wissen, dass es sich bei Trump nicht um den vernünftigsten aller denkbaren Politiker handelt, ist jetzt damit zu rechnen, dass sich der Streit um die Zölle in absehbarer Zeit hochschaukelt. Wobei die USA nach ersten Beschwerden von Lieferservices erst einmal ein Stück zurückgerudert sind und vergleichsweise kleine Pakete im Wert von unter 800$ nun wieder freigegeben haben, bis eine bessere Lösung gefunden wird. Das spricht aber leider weniger für das Nachgeben gegenüber China, sondern dafür, wie unkoordiniert und schnell die Zollbestimmungen übers Knie gebrochen wurden.
Größere Lieferungen sind außerdem weiterhin betroffen, was unter anderem wohl einen bedeutenden Effekt auf die Videospielindustrie haben könnte. So hat sich etwa die Entertainment Software Association (ESA) zu Wort gemeldet und warnt davor, dass die Zölle einen nachhaltigen negativen Einfluss auf die Videospielbranche in den USA haben könnten. So haben sich bereits Analysten wie Mat Piscatella zu Wort gemeldet und offen bekannt, dass die aktuellen Analysen in einer derartigen politischen Situation nicht nachhaltig reliabel sind.
Quelle: Bluesky via Mat Piscatella
Mat Piscatella via Bluesky
Videospiel-Hardware in Zukunft teurer?
Auf den größten Teil der Videospielindustrie hat das voraussichtlich keinen Einfluss, denn digitale Güter sind von den Handelsstreits nicht betroffen. Wohl aber Hardware und Produkte, die aus China kommen. Das könnte bedeuten, dass Konsolen und PC-Teile sowie in China hergestellte Peripherie bedeutend teurer werden. Das natürlich in erster Linie in den USA, aber auch andere Märkte könnten in Zukunft die Auswirkungen spüren.
Denn wenn Zölle in den USA zu so hohen Preisen führen würden, dass amerikanische Gamer nicht mehr bereit oder in der Lage wären, entsprechende Hardware zu kaufen, wäre es nicht auszuschließen, dass betroffene Hersteller die Preissteigerung quersubventionieren und so auf mehrere Märkte aufteilen. So könnten die Verkaufspreise in Amerika gesenkt und damit der Zoll zum Teil ausgeglichen werden. Die Preise in anderen Gebieten wie Europa oder den asiatischen Märkten stiegen dann. Davon ist deswegen auszugehen, da es sich wohl kaum ein Hersteller leisten kann, auf den amerikanischen Markt zu verzichten, der rund 27 Prozent des weltweiten Umsatzes in Bezug auf Videospiele ausmacht - auch wenn hier natürlich digitale Spielverkäufe mitinbegriffen sind, die ja wie erwähnt nicht unter die Tarife fallen. Der Anteil an den Hardware-Verkäufen dürfte sich aber in ähnlichen Gefilden bewegen.
So ungewiss diese Entwicklung ist, so komplex sind auch die dahinterliegenden Zusammenhänge, was die Gaming-Industrie selbst betrifft. Denn nicht alle Hardware und Bauteile werden in China hergestellt, und manche Hersteller haben bereits während der ersten Präsidentschaftsperiode von Donald Trump vorgesorgt, um drohenden Zollgebühren zu entgehen.
