Pokémon Strahlender Diamant & Leuchtende Perle im Test - Seite 2
Test
Mit Pokémon Strahlender Diamant & Leuchtende Perle schafft es die 4. Generation nach 15 Jahren wieder ins Rampenlicht. Hat sich die Wartezeit gelohnt? Test!
Die Pokémon-Unterschlüpfe sind wohl das coolste Feature der Neuauflagen: Nicht nur, weil die verschiedenen Areale ansprechend gestaltet sind und durch die dort herumlaufenden Pokémon lebhaft und bewohnt wirken, sondern auch, weil euch so schon früh eine noch breitere Palette an verschiedenen Taschenmonstern für euer Team zur Verfügung steht. Der berüchtigte Mangel an Feuer-Pokémon während der Story von Diamant und Perl ist nun endlich Geschichte!
Damit ist der ohnehin schon gigantische Untergrund in den Neuauflagen noch größer geworden und dürfte mit den Pokémon-Unterschlüpfen, dem Bergbauminispiel und den Geheimbasen für etliche Stunden Spielspaß sorgen. Zeitintensiv ist das Abenteuer unter Tage auch deshalb, weil die Steintruhen und Statuen einen zusätzlichen Sammelaspekt hinzufügen und beim Eintauschen von Sphären für Gegenstände durchaus horrende Summen von euch verlangt werden.
In diesem Artikel
Alles eine Frage der Ausstrahlung
Quelle: The Pokémon Company / ILCA
Die Wettbewerbe bestehen abseits der Vorbereitung mit Knurspen und Kapseldeko nun nur noch aus der Tanzrunde. Das Rhythmusspiel ist dafür sehr unterhaltsam und auf höheren Stufen auch ganz schön knackig.
Auch die Wettbewerbe haben es wieder in die Spiele geschafft und bieten eine gute Möglichkeit für alle ehrgeizigen Trainer, abseits der Pokémon-Prügeleien ihre liebsten Taschenmonster ins Rampenlicht zu rücken. Inhaltlich hat sich im Vergleich zu den Originalen einiges getan.
Um euer Pokémon perfekt auf die Wettbewerbe vorzubereiten, müsst ihr mithilfe von Kapsel-Stickern nicht nur ihren Pokéball verschönern, sondern sie auch mit leckeren Knurspen füttern um so ihre Ausstrahlung zu verbessern. Bei den Knurspen handelt es sich um aus Beeren bestehenden Snacks, die ihr in einem Minispiel zubereiten müsst - hier hat man die Touchscreen-Steuerung aber leider gestrichen.
Strotzt euer Pokémon dann nur so vor Charisma, geht es ab auf die Bühne, wo ihr in einem Rhythmusspiel euer Taktgefühl unter Beweis stellen müsst. Dann gilt es noch zum richtigen Zeitpunkt einen vorher gewählten Spezialangriff einzusetzen, und wer sich schlussendlich in allen Kategorien am besten geschlagen hat, gewinnt. Dank den Änderungen sind die Wettbewerbe nun deutlich kürzer, deshalb auch weniger langatmig und bieten eine nette Abwechslung. Gerade das Rhythmusspiel wird auf den höheren Stufen ganz schön herausfordernd.
Macht es euch bequem, hier kommen die Komfort-Änderungen
Quelle: The Pokémon Company / ILCA
Bei der Charakterwahl könnt ihr euch zwar nach wie vor nur zwischen Lucius und Lucia entscheiden, dafür gibt es dank neuen Haut- und Haarfarben aber ein bisschen mehr Variation.
Abseits der veränderten Wettbewerbe und des deutlich umfangreicheren Untergrunds hat man es sich natürlich nicht nehmen lassen, auch an anderen Stellen die Mechaniken der Originale aufzupolieren, zu verbessern und zu ergänzen. Besonders die kleinen, aber oft feinen Komfortänderungen bringen die Spiele in die Moderne - zumindest größtenteils.
Wie schon vor 15 Jahren könnt ihr zu Beginn das Geschlecht eures Charakters auswählen, habt bei Strahlender Diamant und Leuchtende Perle nun aber auch die Wahl aus verschiedenen Haut- und Haarfarben. Noch individueller könnt ihr den Protagonisten dann mit verschiedenen Outfits in der Modewelt Metronom von Schleiede gestalten - die hat übrigens die Spielhalle ersetzt, die wegen Glücksspielgesetzen schon lange aus dem Franchise gestrichen wurde.
Auch sonst greift man Spielern durch angenehme Änderungen unter die Arme. Die Neuauflagen speichern nun automatisch, ein Feature, das sich in den Optionen bei Bedarf ausschalten lässt. Außerdem ist das manuelle Speichern mittlerweile in wenigen Sekunden abgehandelt, statt wie früher eine halbe Minute eurer Lebenszeit zu verschwenden. Apropos Verschwendung von Lebenszeit: Das Spieltempo wurde dank sich deutlich schneller leerender Lebensbalken stark angezogen. Wer nicht weiß, warum das früher ein Problem war, dem sei dieses Video ans Herz gelegt.
Weiteren Komfort gibt es aufgrund der mobilen PC-Boxen, dank derer ihr euch nun nach dem ersten Arenaorden den Gang ins Poké-Center spart, wenn ihr eines eurer Teammitglieder austauschen wollt. Auch der Pokétch feiert seine Rückkehr. Während das praktische Gadget in den Originalen auf den Touchscreen ausgelagert war, prangt er nun in der oberen rechten Ecke des Bildschirms und kann bei Bedarf entweder vergrößert oder ausgeblendet werden.
Quelle: The Pokémon Company / ILCA
Dank der praktischen VM-App halten euch Bäume, Felsbrocken und die Weiten des Ozeans jetzt nicht mehr auf. Ein Teammitglied müsst ihr den nervigen Terrain-Attacken so auch nicht mehr opfern.
Neben den aus den Originalen bekannten Apps wie dem Taschenrechner, der Uhr oder dem Schrittzähler hat der digitale Zeitanzeiger nun auch die neue VM-App im Gepäck. Damit könnt ihr die VM genannten Terrain-Attacken, die es zum Weiterkommen in der Story braucht, per Knopfdruck einsetzen. Egal ob euch Bäume oder Felsen den Weg versperren: Wilde Pokémon eilen euch nun unmittelbar zur Hilfe, weshalb ihr kein dediziertes Pokémon in Form eines VM-Sklaven mehr mit euch herumschleppen müsst.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt
Neu hinzugekommen ist auch das beliebte Feature der hinterherlaufenden Pokémon in der Oberwelt, das Fans aus Heartgold und Soulsilver sowie Let's Go Evoli und Pikachu kennen. Obwohl das frei herumstreunende Teammitglied das Abenteuer lebhafter macht, ist die Umsetzung leider nur mäßig gelungen: Die Pokémon sind oft deutlich langsamer als der Charakter des Spielers, kommen so kaum hinterher und bleiben außerdem dauernd an jeder noch so kleinen Ecke hängen, nur um dann wild herumzuckend hinter einen teleportiert zu werden.
Eine Änderung hingegen ist nicht nur nicht nachvollziehbar, sondern gleichzeitig auch noch so rückschrittlich, dass sie an dieser Stelle besondere Erwähnung findet: Die TMs, also die Attacken, die ihr wie Gegenstände auf eurer Reise findet und so euren Pokémon beibringen könnt, sind größtenteils wieder nur noch einmalig verwendbar.
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