Nostalgische Neuvermarktung: Die Geschichte der Pokémon-Remakes

Special Jonas Höger
Nostalgische Neuvermarktung: Die Geschichte der Pokémon-Remakes
Quelle: The Pokémon Company / ILCA

Von Kanto bis nach Galar und wieder zurück: Im Laufe der Pokémon-Geschichte haben Spieler viele Regionen besucht, manche davon sogar mehr als einmal. Denn alle paar Jahre serviert Entwickler Game Freak eine zeitgemäße Neuauflage alter Titel. Wir haben uns die Geschichte der Pokémon-Remakes angeschaut und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zu den Originalen untersucht. Mit Video!

2021 feiert Pokémon sein 25-jähriges Jubiläum und die Videospiel-Reihe hat trotz ihres beträchtlichen Alters nichts an Bedeutung verloren. Im Laufe der Zeit veröffentlichten Game Freak und die Pokémon Company zahlreiche Titel, die aufgrund technischer Limitationen meist einige Jahre später zeitgemäße Neuauflagen erhielten.

Nachdem Generation 1 bis 3 die Remake-Behandlung genießen durften (die 1. sogar gleich zweimal), ist mit Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle nun endlich auch die 4. Generation an der Reihe. Was wir erwarten dürfen und wie sich die bisherigen Remakes im Vergleich zu den Originalen geändert haben, nehmen wir in diesem Special deshalb genauer unter die Lupe.

Die Kanto-Region

Los geht's mit den Klassikern schlechthin - der ersten Generation von Pokémon!

Pokémon Rot, Blau und Gelb (1. Generation)

Wo alles seinen Anfang nahm: Schon in Rot und Blau standen Spieler vor der schwierigen Entscheidung, welchen Starter sie nehmen sollten. Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Wo alles seinen Anfang nahm: Schon in Rot und Blau standen Spieler vor der schwierigen Entscheidung, welchen Starter sie nehmen sollten. Die ersten Titel des erfolgreichsten Medien-Franchises der Welt erscheinen am 5. Oktober 1999 in Europa und bringen den Hype mit, den Spieler schon 1998 in Amerika und Australien sowie 1996 in Japan erlebt haben. Pokémon Rot und Blau, ein Jahr später gefolgt von Pokémon Gelb, legen den Grundstein für die beliebte Videospielreihe und rufen viele Konzepte ins Leben, die sich im Rahmen der Spiele bis heute kaum oder nur vorübergehend geändert haben.

Als JRPG-Urgesteine sind sie für viele Fans noch immer die beliebtesten Titel der Reihe und so ist es wenig verwunderlich, dass sie wenige Jahre später bereits Neuauflagen erhalten.

Pokémon Blattgrün und Feuerrot (3. Generation)

Die ersten Remakes und somit die Spiele, die einen Trend der Nostalgie-Wiederbelebung auslösen, sind Pokémon Feuerrot und Blattgrün. In Europa erblicken die Editionen am 1. Oktober 2004 das Licht der Welt, fünf Jahre nach den Originalspielen Pokémon Rot und Blau. Bereits die Verpackungen machen einen deutlichen Unterschied:

Zwar ziert erneut Glurak das Cover der (feuer-)roten Edition. Statt Turtok prangt auf der nun nicht mehr blauen, sondern (blatt-)grünen Edition aber Bisaflor. Die beiden Remakes orientieren sich also an den nur in Japan erschienenen Titeln Pokémon Rot und Grün, die bei uns dann minimal überarbeitet als Rot und Blau veröffentlicht wurden.

Die nächste große Änderung fällt schon wenige Minuten nach Spielstart auf: Spieler können nun auch einen weiblichen Charakter wählen. Die neue Protagonistin trägt den Namen Leaf und ist der dritte weibliche Hauptcharakter, nachdem Pokémon Kristall dieses Feature eingeführt und Rubin und Saphir es übernommen haben.

Nachdem Kristall die erste weibliche Protagonistin an den Start brachte, haben Feuerrot und Blattgrün dieses Feature glücklicherweise fortgeführt. Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Nachdem Kristall die erste weibliche Protagonistin an den Start brachte, haben Feuerrot und Blattgrün dieses Feature glücklicherweise fortgeführt. Feuerrot und Blattgrün erscheinen ein Jahr nach Rubin und Saphir und ebenso wie die Abenteuer in der Hoenn-Region für den Game Boy Advance. Damit gehören die Remakes zu der 3. Generation und übernehmen die dort zahlreich eingeläuteten Änderungen und neuen Mechaniken.

Die gravierendsten Neuerungen betreffen die Taschenmonster selbst: Jedes der Pokémon erhält eine Fähigkeit sowie ein Wesen, das einen der sechs Statuswerte um 10% erhöht, während es einen anderen um 10% verringert.

Grafisch orientieren sich Feuerrot und Blattgrün ebenfalls an Rubin und Saphir, womit die Remakes nicht nur Farbe bekommen, sondern auch um einiges lebendiger wirken als ihre Originale. Zu verdanken ist dies natürlich der neuen Technik des Game Boy Advance, womit auch der Detailgrad hochgeschraubt wird und viele Attacken neue Animationen erhalten. Selbiges gilt für den Soundtrack, der zwar originalgetreu bleibt, aber nicht mehr an die Fesseln seiner Zeit gebunden ist und damit neu und unverbraucht klingt.
Neue Sprites, neue Animationen, neue Farben: Für die damaligen Verhältnisse waren die farbenfrohen Neuauflagen echte Hingucker. Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Neue Sprites, neue Animationen, neue Farben: Für die damaligen Verhältnisse waren die farbenfrohen Neuauflagen echte Hingucker. Nicht neu hinzugekommen, aber dafür verändert, werden die TMs. Die sogenannten technischen Maschinen sind Items, mit denen man einem Pokémon eine bestimmte Attacke beibringen kann. Feuerrot und Blattgrün übernehmen nicht die Palette an TMs aus Rot und Blau, sondern passen sich an die neue Aufstellung aus Rubin und Saphir an.

Darüber hinaus bringt die 3. Generation aber auch neue Attacken mit sich, was sich in veränderten Movesets der Pokémon und im TM-Pool niederschlägt. Außerdem können Pokémon nun Items tragen, was dem Kampfsystem zusätzliche Komplexität verleiht.

Feuerrot und Blattgrün sind trotz optischer Änderungen den Originalen treu geblieben. Hier die vierte Arena in Prismania City. Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Feuerrot und Blattgrün sind trotz optischer Änderungen den Originalen treu geblieben. Hier die vierte Arena in Prismania City. Inhaltlich gleichen die Remakes den originalen Titeln beinahe bis aufs Haar. Bei der Reise durch die Kanto-Region treffen Spieler auf die altbekannten Trainer und Arenaleiter sowie Top Vier-Mitglieder. Auch die Pokémon haben sich nicht geändert:

Erneut sind nur die 151 Original-Taschenmonster fangbar. Erst nach dem Triumph über den Champ erhält der Spieler den Nationalen Pokédex und darf die Sevii Eilande bereisen, auf denen es auch neue Pokémon aus den Regionen Johto und Hoenn zu fangen gibt.

Obwohl während der Hauptgeschichte keine neuen Wesen auftauchen, bekommt der in der zweiten Generation eingeführte Typ Stahl seinen Auftritt, weil Magnetilo und Magneton ihn als Zweittypen erhalten. Den ebenfalls in Gold und Silber vorgestellten Unlicht-Typen bekommen Spieler aber erst im Post-Game mit Kramurx und Nachtara zu sehen.

Habt ihr Glumanda als Starter gewählt, solltet ihr euch um gute Alternativen kümmern, damit ihr gegen Misty nicht baden geht. Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Habt ihr Glumanda als Starter gewählt, solltet ihr euch um gute Alternativen kümmern, damit ihr gegen Misty nicht baden geht. Abgesehen von den aufgezählten Änderungen und Neuerungen, sind Feuerrot und Blattgrün also sehr originalgetreue Remakes der 1. Generation, die sich jedoch die modernisierten Mechaniken der 3. Generation zunutze machen, um ein zeitgemäßeres Spielerlebnis zu schaffen.

Weil die Neuerungen effektiv sind, sich aber in Grenzen halten und es sich bei Kanto außerdem um die Region handelt, in die viele Spieler als erstes gereist sind, erfreuen sich Feuerrot und Blattgrün einer hohen Beliebtheit und werden im Allgemeinen als sehr gelungene Remakes bezeichnet.

Pokémon Let's Go Pikachu und Let's Go Evoli (7. Generation)

Dreizehn Jahre nach Feuerrot und Blattgrün und fast 20 Jahre nach Rot und Blau bekommt die erste Generation ein weiteres Remake spendiert. Pokémon Let's Go Pikachu und Let's Go Evoli erscheinen am 16. November 2018 in Europa, orientieren sich vordergründig aber eher an Pokémon Gelb.

Erneut steht nämlich ein Partner-Pokémon im Vordergrund, das Spieler auch sichtbar auf der Overworld begleitet, anstatt in einem Pokéball zu verschimmeln.

Grafisch macht Let's Go allerdings sein ganz eigenes Ding. Zwar gehören die Remakes zur 7. Generation, ebenso wie Sonne und Mond sowie deren Nachfolger Ultrasonne und Ultramond. Gemeinsamkeiten zwischen den Titeln sucht man aber vergeblich.

Das liegt vor allem daran, dass (Ultra-)Sonne und (Ultra-)Mond noch für den Nintendo 3DS erscheinen, während Let's Go als erste Hauptspiele auf einer Konsole, nämlich der Nintendo Switch, veröffentlicht werden.
Ein echter Individualist: Dank der speziellen Chibi-Optik sticht Let’s Go im Vergleich zu den anderen Spielen heraus. Die Animationen sind entsprechend der Hardware sehr gelungen! Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Ein echter Individualist: Dank der speziellen Chibi-Optik sticht Let’s Go im Vergleich zu den anderen Spielen heraus. Die Animationen sind entsprechend der Hardware sehr gelungen! Spannenderweise unterscheidet sich Let's Go aber auch von den danach entwickelten Spielen der 8. Generation, Schwert und Schild, und geht mit seinen leichten Chibi-Anleihen sowie einer vor Farben vibrierenden Welt seinen eigenen Weg.

Dies gilt genauso für den Soundtrack, der sich natürlich wieder am Original orientiert, dafür aber neu orchestral erklingt und sich damit deutlich von den eher künstlichen Klängen der bisherigen Spiele abhebt.

Da hat wohl jemand Kanto mit Hawaii verwechselt: Die Künstlerin Matsurika macht einen kleinen Urlaubstrip und ist für einen Freundschaftskampf zu haben. Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Da hat wohl jemand Kanto mit Hawaii verwechselt: Die Künstlerin Matsurika macht einen kleinen Urlaubstrip und ist für einen Freundschaftskampf zu haben. Inhaltlich bleibt vieles beim Alten: Der Aufbau der Kanto-Region, die Trainer und die Geschichte unterscheiden sich nicht vom Original. Es gibt aber viele Feinheiten, bei denen Let's Go sich von Pokémon Rot, Blau und Gelb absetzt: Arenaleiter haben teilweise andere Pokémon-Teams und auch charakterlich wird ein bisschen am Innovations-Rädchen gedreht.

Anstelle des Protagonisten Rot können Spieler nun zwischen den neuen Charakteren Chase und Elaine wählen. Rivale Blau wird durch den furchtbar freundlichen Trace ersetzt, Blau kommt aber immer noch im Spiel vor.

Ihr Debüt in der Kanto-Region feiern Team Rocket-Vorstand Atlas und die aus Alola stammende Künstlerin Matsurika. Außerdem werden die ursprünglichen 151 Taschenmonster um die aus Sonne und Mond stammenden Alola-Versionen sowie die in X und Y bzw. Omega Rubin und Alpha Saphir eingeführten Mega-Entwicklungen bereichert. Auch die Pokémon-Go-exklusiven Wesen Meltan und Melmetal sind in die Remakes übertragbar.

Auch das Pokémon-Go-exklusive Taschenmonster Melmetal ist nach Kanto übertragbar. Mit 400 Meltan-Bonbons ist die Entwicklung aber ganz schön aufwendig. Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Auch das Pokémon-Go-exklusive Taschenmonster Melmetal ist nach Kanto übertragbar. Mit 400 Meltan-Bonbons ist die Entwicklung aber ganz schön aufwendig. Apropos Pokémon Go: Das Go im Titel der Neuauflagen kommt natürlich nicht von ungefähr. Viele der deutlich gewagteren Änderungen sind Anleihen aus dem Mobile-Game-Phänomen Pokémon Go, das Fans im Sommer 2016 millionenfach auf die Straßen treibt. Die Parallelen zum Smartphone-Spiel sind wenig verwunderlich:

Let's Go Evoli und Pikachu sind die Titel, die reine Pokémon-Go-Spieler vom Handy auf die Konsole und somit zur Hauptreihe führen sollen. Um also auch Neulinge anzusprechen, werden einige Mechaniken aus Pokémon Go übernommen.

Die größte Änderung: das Fangsystem. Zufallsbegegnungen gehören der Vergangenheit an, wilde Pokémon laufen nun auf der Overworld herum, wodurch Spieler kontrollierter agieren können. Aber auch die Kämpfe mit wilden Pokémon haben sich verändert, weil es sich schlicht nicht mehr um Kämpfe handelt.

Wie in Pokémon Go können wilde Wesen nicht mehr geschwächt, sondern nur noch gefangen werden. Die Fangwahrscheinlichkeit wird durch den Gebrauch von Beeren erhöht, hängt aber auch von der Farbe des Fangkreises ab. Mehr Komplexität ist bei den Begegnungen mit wilden Pokémon nicht vorhanden, genau wie in Pokémon Go eben.

Hier ist Präzision gefragt: Anstatt dass ihr das Pokémon wie üblich schwächt, müsst ihr in Let’s Go lediglich im richtigen Moment den Ball werfen. Farbe und Größe des Fangkreises sind dabei enorm wichtig. Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Hier ist Präzision gefragt: Anstatt dass ihr das Pokémon wie üblich schwächt, müsst ihr in Let’s Go lediglich im richtigen Moment den Ball werfen. Farbe und Größe des Fangkreises sind dabei enorm wichtig. Aber nicht nur wilde Pokémon bevölkern die Oberwelt und gestalten die Spiele lebendiger. Auch das Partner-Pokémon, je nach Edition Pikachu oder Evoli, begleitet Spieler nun sichtbar auf ihren Reisen. Darüber hinaus gibt sich aber auch das in der Liste erstgereihte Partymitglied die Ehre und spaziert neben dem Trainer durch Wiesen, Höhlen und Städte.

Der Großteil rennt wie schon bei Heartgold und Soulsilver einfach dem Spieler hinterher, einige Ausnahmen ermöglichen es aber auch, geritten zu werden. Garados und Lapras dienen als Transportmittel zu Wasser, während man auf Glurak, Aerodactyl oder Dragoran sogar die Lüfte unsicher machen kann. Aufgrund der deutlich erhöhten Mobilität durch das Reiten auf Pokémon wird das Fahrrad ersatzlos gestrichen.

Damit einher geht auch die Abschaffung der versteckten Maschinen, kurz VMs. Ähnlich wie TMs handelt es sich bei VMs um Attacken, die aber über den Effekt im Kampf hinaus auch in der Oberwelt eingesetzt werden müssen, um voranzukommen. Zertrümmerer entfernt kleine Steine, Stärke ermöglicht es, große Felsbrocken aus dem Weg zu schieben und mit Surfer können die Meere bereist werden.

Im Gegensatz zu TMs sind VMs allerdings nur durch einen einzigen NPC wieder vergessbar und deshalb oft unpraktisch und im Weg. Bereits in Sonne und Mond wurden diese daher durch bestimmte Features ersetzt, in Let's Go geschieht dies dank "Geheimer Techniken". Das jeweilige Partner-Pokémon ist nun in der Lage, diese Aufgabe zu übernehmen, ohne jedoch dafür spezifische Angriffe lernen zu müssen. Partner fürs Leben: In Let’s Go wird, wie schon in Pokémon Gelb, viel Wert auf euren Pokémon-Partner gelegt. Je nach Edition könnt ihr also Pikachu oder Evoli streicheln und sogar mit leckeren Beeren füttern. Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Partner fürs Leben: In Let’s Go wird, wie schon in Pokémon Gelb, viel Wert auf euren Pokémon-Partner gelegt. Je nach Edition könnt ihr also Pikachu oder Evoli streicheln und sogar mit leckeren Beeren füttern. Das ist eine vielbegrüßte Komfort-Änderung, weil sie den sogenannten VM-Sklaven, das sind Pokémon, die nur mit VMs bestückt und im Kampf nutzlos waren, überflüssig macht. Auch TM-technisch gehen die Remakes ihren eigenen Weg, weil sie sich an keinem anderen Spiel orientieren, sowohl, was die Art der Attacken, als auch ihre Anzahl angeht.

Da seit der 4. Generation die Unterteilung, ob ein Angriff physisch oder speziell ist, nicht mehr vom Typ, sondern von der jeweiligen Attacke abhängig ist, gilt diese Änderung auch für die Let's-Go-Spiele.

Bye bye VMs: Die nervigen Terrain-Attacken, die neue Wege in der Spielwelt öffnen, sind Geschichte. Für das Reisen durch die Luft oder über das Meer ist nun euer Partner-Pokémon dank „Geheimer Techniken“ verantwortlich. Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Bye bye VMs: Die nervigen Terrain-Attacken, die neue Wege in der Spielwelt öffnen, sind Geschichte. Für das Reisen durch die Luft oder über das Meer ist nun euer Partner-Pokémon dank „Geheimer Techniken“ verantwortlich. Die Pokémon-Serie ist allgemein eher als Single-Player-Erfahrung bekannt, Multiplayer-Möglichkeiten beschränken sich auf Online-Kämpfe und -Getausche. Let's Go Evoli und Pikachu hingegen sind die ersten Titel der Reihe, die im Koop mit einem zweiten Spieler gespielt werden können.

Der ist zwar in der Lage, sich frei zu bewegen, kann jedoch weder mit NPCs noch mit Gegenständen interagieren. In Kämpfen schicken beide Spieler je ein Pokémon in den Kampf, womit jede Begegnung trivialisiert wird. Außerdem werfen bei Fangversuchen beide Trainern einen Pokéball, was die Erfolgschancen erhöht.

Let's Go Evoli und Pikachu glänzen aber nicht nur durch Neuerungen, sondern erleiden auch einige Streichungen. Die Safari-Zone weicht dem Go Park, einer Einrichtung, die den Transfer von Taschenmonstern aus Pokémon Go ermöglicht. Aufgrund der engen Anbindung zum Mobile-Titel ist außerdem kein Tausch mit der Pokémon Bank und bisherigen (oder künftigen) Editionen möglich.

Die Streichung von Fähigkeiten und der Möglichkeit, Pokémon Items zum Tragen zu geben, war ein ganz schöner Dämpfer für die kompetitiven Kämpfe. Immerhin haben es aber die Mega-Entwicklungen ins Spiel geschafft. Quelle: The Pokémon Company / Game Freak Die Streichung von Fähigkeiten und der Möglichkeit, Pokémon Items zum Tragen zu geben, war ein ganz schöner Dämpfer für die kompetitiven Kämpfe. Immerhin haben es aber die Mega-Entwicklungen ins Spiel geschafft. Durch das Entfernen von Fähigkeiten und tragbaren Items sinkt außerdem die Komplexität und Spieliefe. Was im Hauptspiel ein vielleicht vernachlässigbares Ärgernis ist, bedeutet einen gewaltigen Dämpfer für die kompetitive Szene. All dies untermauert das extrem einsteigerfreundliche Image von Let's Go Evoli und Pikachu.

Auch die in Feuerrot und Blattgrün hinzugefügten Sevii Eilande können nicht mehr von Spielern bereist werden. Stattdessen stehen nach dem Sieg über die Pokémon Liga neben den Trainern Rot und Grün noch 153 weitere Gegner als Herausforderer bereit, die sogenannten Meistertrainer. Sie besitzen jeweils nur ein einziges Pokémon, wodurch für jedes Wesen ein Trainer zuständig ist, der auch nur mit dem gleichen Pokémon herausforderbar ist.

Pokémon Let's Go Evoli und Let's Go Pikachu lösen zum Release bei vielen Fans eher gemischte Gefühle aus. Die erneute Reise nach Kanto scheint wie ein Drahtseilakt zwischen Nostalgie-Trip und frechem Cashgrab, die Anleihen aus Pokémon Go sowie der Koop-Modus werden kritisch beäugt und viele bemängeln das Wegfallen der wilden Pokémonkämpfe.

Gleiches gilt für die Entfernung von Fähigkeiten und tragbaren Gegenständen. All das rückt die Spiele in eine noch deutlich einsteigerfreundlichere Ecke, der Mangel an Komplexität missfällt vielen langjährigen Fans.

Hingegen werden die Streichung der Zufallsbegegnungen sowie die Änderung, dass Pokémon nun auf der Overworld herumlaufen, sehr positiv aufgenommen. Auch die veränderte Optik mit einer ansprechenden Farbpalette sowie der neu aufgelegte Soundtrack macht die Remakes zu guten Neuauflagen. Die beiden Spiele werden im Laufe der Zeit immer positiver wahrgenommen, weil sie trotz einiger Fehler deutlich geschliffener als die Spiele der 8. Generationen wirken.

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