Pokémon Strahlender Diamant & Leuchtende Perle im Test: Konservative Gratwanderung
Test
Millionen von Fans brachen zu Beginn des Jahres bei den Worten "Sinnoh Remakes Confirmed" zunächst in Begeisterungstränen aus, doch der Look der Spiele sorgte für kontroverse Diskussionen. Nun sind Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle endlich da und die erfolgreiche Pokémon-Formel zündet trotz konservativer Herangehensweise - zumindest meistens.
Das Wort "Tradition" wird im Pokémon-Franchise schon seit den Anfängen mit Pokémon Rot und Blau im Jahre 1998 großgeschrieben. Bis heute hat sich die Hauptreihe kaum verändert und ist sich in Sachen Story-Umsetzung und Spielmechaniken treu geblieben.
Genauso zur Tradition gehört es, mit ein paar Jahren Verzögerung die alten Spiele dank neuer Technik überholt auf den Markt zu bringen. Mit Strahlender Diamant und Leuchtende Perle sind wir damit nun schon in der 4. Generation von Neuauflagen angelangt, auf die Fans ganze 15 Jahre lang warten mussten. Hat sich das gelohnt?
In diesem Artikel
Formelhaft im besten Sinne
Genau wie die Vorlagen Diamant und Perl von 2006 bieten auch die am 19. November für die Nintendo Switch erscheinenden Remakes ein klassisches Pokémon-Erlebnis durch und durch. Beinahe per Zufall stolpert ihr aus der Idylle eures Dorfes in die Welt der bunten Taschenmonster, bekommt vom hiesigen Professor ein digitales Lexikon namens Pokédex in die Hand gedrückt und den Auftrag erteilt, so viele Pokémon wie möglich auf eurer Reise zu treffen und zu fangen.
Diese Reise führt euch raus aus dem malerischen Zweiblattdorf quer durch die gesamte Sinnoh-Region. Wie in jedem Spiel der Reihe gilt es, von acht Arenaleitern entsprechende Orden zu sammeln, um schlussendlich die Pokémon-Liga zu erreichen. Dort fordert ihr die Top 4 und den Champ heraus und werdet dann der ultimative Pokémon-Trainer.
Quelle: PC Games
Auweia! Gleich zu Beginn landet ihr mit eurem Kindheitsfreund und Rivalen Barry in einer misslichen Situation. Gut, dass hinter euch ein hilfreicher Koffer steht. Was sich wohl darin verbirgt?
Dabei stellen sich euch nicht nur euer Kindheitsfreund und Rivale in den Weg, sondern auch ein Team von Superschurken. Letzteres hört in Strahlender Diamant und Leuchtende Perle auf den Namen Team Galaktik und gibt vor, eine neue Welt erschaffen zu wollen - hat aber in Wirklichkeit nur Zerstörung im Sinn. Bei all dem steht neben den rundenbasierten Kämpfen mit Wechselwirkungen natürlich wie immer der Sammelaspekt im Vordergrund. Auch in der 4. Generation gab es immerhin schon sage und schreibe 493 verschiedene Pokémon!
Erkundung unter Tage
Widmen wir uns zunächst dem wohl markantesten Feature der 4. Generation: dem Untergrund. Die Sinnoh-Region ist von einem weit verästelten Netz an Höhlen durchzogen, dessen Erkundung sich in den Neuauflagen gleich in mehrfacher Hinsicht lohnt.
Betreten könnt ihr den Untergrund bereits in Ewigenau nach Erhalt des zweiten Ordens. Dort geratet ihr an den Untergrund-Mann, der euch mit Tipps und Tricks zur Seite steht und mit dem ihr unbedingt in Kontakt bleiben solltet, um alle Forschungsmechaniken kennenzulernen. Von ihm erhaltet ihr auch den Forschersack, mit dem ihr euch dann in die verschachtelten Minengänge stürzen könnt.
Quelle: The Pokémon Company / ILCA
Beim Bergbauminispiel gibt es viele Schätze zu entdecken, die ihr sonst in Sinnoh nicht finden werdet. Ein Highlight sind die neuen Steintruhen, in denen sich coole Pokémon-Statuen verstecken.
Dort sind zahlreiche Schätze versteckt, die nur darauf warten, von euch ausgebuddelt zu werden. Mit einem Radar spürt ihr funkelnde Stellen an den Wänden auf, bei denen ihr dann in einem Minispiel mit Spitzhacke und Hammer zu Werke geht, um die Steintruhen, Sphären und Fossilien auszugraben.
Im Handheld-Modus der Switch könnt ihr dabei wie früher mit dem Touchscreen arbeiten, wem das zu mühsam ist, der nutzt die Knopfsteuerung. Während ihr die Sphären bei NPCs im Untergrund gegen TMs und andere praktische Gegenstände eintauschen könnt, verbergen sich in den Steintruhen seltene Pokémon-Statuen, die neu in Strahlender Diamant und Leuchtende Perle dazugekommen sind.
Ein Paradies für Jäger und Sammler
Besagte Statuen könnt ihr nutzen, um eure Geheimbasis zu verschönern. Diese Basis ist ein versteckter Rückzugsort, den ihr an einer beliebigen Stelle im Untergrund errichten könnt. Während die Geheimbasis früher wie in der 3. Generation nur mit Möbeln, Kissen und Postern dekoriert werden konnte sowie als euer Standpunkt für das Minispiel "Fahnen erobern" diente, ist sie nun eng mit dem neuen Feature der Pokémon-Unterschlüpfe verbunden.
Quelle: PC Games
Die Unterschlüpfe im Untergrund sind nicht nur ein Paradies für Pokémon-Sammler sondern durch die unterschiedlichen Biotope auch optisch ein echter Hingucker. Auf der rechten Seite ist beispielsweise ein steinernes Bollterus zu sehen.
Dabei handelt es sich um unterschiedliche Biotope, die ihr überall im Untergrund verteilt findet und in denen ihr auf zahlreiche fangbare Pokémon trefft.
Im Unterschied zum normalen Spielverlauf stoßt ihr hier jedoch nicht in Zufallsbegegnungen auf die Taschenmonster. Stattdessen laufen die verschiedenen Arten genau wie zuletzt in Let's Go Evoli und Pikachu sowie Schwert und Schild frei herum. Damit könnt ihr gezielt nach Exemplaren suchen, die euch noch in eurer Sammlung fehlen.
Welche Pokémon dort auftauchen, hängt nicht nur vom jeweiligen Biotop ab. Auch die bereits erwähnten Statuen können beeinflussen, welche Taschenmonster ihr im Untergrund findet - je nachdem, welche der hübschen Skulpturen ihr in eurer Geheimbasis aufstellt. Level-technisch passen sich die Pokémon im Untergrund übrigens an euren Story-Fortschritt an, wodurch ihr dort zu jedem Zeitpunkt starke Mitglieder für euer Team findet.
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