Palworld hat gezeigt, dass Pokémon mit mehr Konkurrenz rechnen muss. Allerdings gibt es auch Hoffnung für die Reihe aus dem eigenen Hause.
Patente wegen Palworld: drohende Konkurrenz?
Trotz der langanhaltenden Erfolgsgeschichte von Pokémon droht dem Franchise mittlerweile allerdings Konkurrenz. Anfang 2024 trat Pocketpair mit Palworld in Erscheinung, einem Early-Access-Spiel, das sich hervorragend als "Pokémon mit Knarren" bezeichnen lässt.
Die auffälligen Ähnlichkeiten zu bekannten Taschenmonstern aus den Pokémon-Spielen fielen nicht nur Hardcore-Fans auf, sondern waren alles andere als subtil integriert. Das führte, wenig überraschend, nicht nur zu einer Klage von Nintendo, sondern auch zu der Sicherung neuer Patente.
Durch die ließ der japanische Konzern nun einige aus Pokémon bekannte Spielmechaniken schützen, die ebenfalls in Palworld zu finden sind - vermutlich, um vor Gericht höhere Chancen auf Erfolg zu haben. Da die Patente jedoch recht allgemein formuliert wurden, steht noch in den Sternen, ob sie Pocketpair so dazu zwingen können, ihr Werk zu überarbeiten und die Konkurrenz so kleinzuhalten.
Quelle: PC Games
Moment mal, ist das nicht Chimpep? Nein, tatsächlich ist dieses kleine Kerlchen nicht in den Pokémon-Spielen, sondern in Palworld zu finden. Außerdem kann das unscheinbare Äffchen sogar Schusswaffen einsetzen.
Um den Erfolg ihrer eigenen Spiele brauchen sich Nintendo und die Pokémon Company allerdings keine Sorgen zu machen. Selbst Karmesin und Purpur waren trotz der lauten Kritik ein riesiger Erfolg. Die beiden Editionen liegen gemeinsam mit über 27 Millionen Einheiten auf Platz sechs der meistverkauften Spiele für Nintendo Switch - und damit sogar noch knapp vor Schwert und Schild.
Die nachlassende Qualität scheint für die meisten Fans also trotzdem noch auszureichen - zumindest so weit, dass sie sich die neuen Generationen trotzdem kaufen. Außerdem ist das Franchise durch andere Produkte wie Filme, Merchandise und vor allem das Sammelkartenspiel finanziell nicht mehr so stark auf die Videospiele angewiesen.
Die Frage ist jedoch, wie lange die Firmen hinter Pokémon diese Taktik noch weiterführen können, bis selbst das Vertrauen der treuesten Fans irgendwann verschwindet.Vor allem wenn die Konkurrenz nicht an jeder Ecke spart, sondern mit der Zeit immer besser und dadurch zu einer echten Alternativ für die Spieler wird. Da ist also Vorsicht geboten, um nicht irgendwann vom Erfolgsthron abzustürzen.
Quelle: PC Games
Große, teilweise auch großartige Ideen, aber leider nie viel Geduld: Features wie das Dynamaxing feiern meistens nur einen kurzen Auftritt in einer einzigen Generation, bevor sie dem nächsten Gimmick weichen müssen.
Legenden als Hoffnungsschimmer
Wir sind sehr gespannt darauf, ob uns mit der zehnten Generation eine Art Karmesin und Purpur 2.0 erwartet oder ob die nächsten Editionen wieder mit besserer Qualität überzeugen können. Immerhin ist die Hardware der Nintendo Switch 2 schließlich auch spürbar besser als die der Vorgängerkonsole.
Mit Pokémon-Legenden: Z-A geht Game Freak aber schon einen Schritt in die richtige Richtung. Denn passend zu Illumina City aus der sechsten Gen kehren die Mega-Entwicklungen zurück - sogar mit der Neuerung, dass nun auch wilde Pokémon unkontrolliert davon betroffen sein können.
Genau so etwas wünschen wir uns öfter: Lasst unterhaltsame und beliebte Features nicht einfach fallen, nur weil aus Marketingsicht ein neues Gimmick hermuss, sondern entwickelt solche Mechaniken stattdessen weiter. Das Potenzial ist schließlich nach wie vor da, und mit genügend Zeit, Aufmerksamkeit und finanziellen Mitteln ist es für die Pokémon-Reihe noch nicht zu spät, zu ihrem alten Glanz zurückzufinden.
