25 Jahre Perfect Dark - So schuf Rare den wohl besten Ego-Shooter für das Nintendo 64
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Am 30. Juni 2025 feiert Perfect Dark in Europa seinen 25. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich und lassen die bewegte Entstehungsgeschichte des N64-Ausnahme-Shooters noch einmal Revue passieren.
Im Jahr 1997 landet der britische Videospielentwickler Rare mit dem exklusiv für das Nintendo 64 entwickelten Ego-Shooter GoldenEye 007 einen Welthit. Das Bond-Game sieht nicht nur klasse aus und bietet einen hervorragenden Soundtrack, sondern punktet auch mit einer famos designten und abwechslungsreichen Kampagne sowie einem verdammt unterhaltsamen Multiplayer-Splitscreen-Modus für bis zu vier Spieler. Kombiniert mit einer clever umgesetzten Steuerung, der zugkräftigen Bond-Lizenz und mehr als 2,1 Millionen verkauften Einheiten in den ersten 18 Monaten - später summiert sich diese Zahl auf über 8 Millionen - schafft GoldenEye 007 das, was vielen Entwicklern zuvor nicht gelang: Es zeigt, dass Ego-Shooter auch auf Konsolen Massenmarktpotenzial besitzen, und motiviert dadurch letztlich auch viele andere Studios, ihre Shooter-Projekte für Konsolen zu veröffentlichen.
Rare hat ziemlichen Rückenwind und erhält damals von MGM Interactive - dem Inhaber der Bond-Rechte - eine Anfrage, Konzepte für ein Spiel zum darauffolgenden 007-Film Der Morgen stirbt nie (englischer Titel: Tomorrow Never Dies) einzureichen. "Das Team wollte weiter an First-Person-Shootern arbeiten", erinnert sich Ken Lobb auf dem offiziellen YouTube-Kanal von Rare . Doch je intensiver man sich mit der Bond-Materie beschäftigt, desto klarer wird auch, dass viele Designideen kaum mit einem weiteren 007-Spiel vereinbar sind.
Beispielsweise plant Rare für seinen nächsten Shooter Waffen mit alternativen Feuermodi, was sich nur schwer mit dem Waffenarsenal des berühmten Doppelnull-Agenten vereinbaren lässt. Hinzu kommt, dass die Briten schon seit einiger Zeit mit einer weiblichen Heldin liebäugeln, was natürlich ebenfalls nicht zum Bond-Konzept passt. Gleiches gilt für die Implementierung von Außerirdischen. Zudem hatten viele im Studio bereits drei lange Jahre an GoldenEye gearbeitet und sehnen sich nach einem gänzlich neuen Thema.
Quelle: Moby Games
Dass Rare kein Tomorrow Never Dies entwickelt, hat darüber hinaus ganz pragmatische Gründe. Denn im Pitch um die neue Film-Spiel-Adaption ist damals auch der Publishing-Riese Electronic Arts dabei. Das Unternehmen schlägt MGM vor, das Spiel für die damals noch stärker verbreitete PlayStation zu veröffentlichen und zusätzlich einen Fokus auf Ski- und Fahrzeugpassagen zu legen, wie sie auch im Film vorkommen. Ergebnis: EA erhält den Zuschlag und entwickelt das nächste Bond-Spiel zusammen mit dem kalifornischen Studio Black Ops Entertainment.
Namensfindung mit Hindernissen
Bei Rare nimmt man das verlorene Bieterrennen jedoch gelassen und einigt sich darauf, einfach das Spiel voranzutreiben, das man ohnehin im Sinn hatte. Das neue Shooter-Projekt läuft anfangs unter den Codenamen "Covert Ops" und "Alien Intelligence", bis man sich später auf "Perfect Dark" einigt. Die finale Namensfindung erweist sich als komplexer als gedacht und gelingt letztendlich nur mit Hilfe einer Datenbank, die auf Basis von 200 Wörtern immer neue Namenskombinationen ausspuckt. Die Namen, die den Entwicklern am besten gefallen, drucken sie aus und kleben sie an eine Bürowand. "Wenn du den Namen nach zwei Tagen noch nicht gehasst hast, dann war er vielleicht okay. So entstand letztendlich der Name, denn 'Dark' und 'Perfect' waren zwei Worte aus dieser Liste", erinnert sich der damalige Rare-Designer David Doak in einem Interview mit der britischen Webseite eurogamer.net.
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Letztendlich hat sich Rare bei der Namensfindung aber noch mehr Gedanken gemacht. So ist der Name der Protagonistin Joanna Dark laut Rare von der weltbekannten französischen Widerstandskämpferin Jeanne d'Arc (hierzulande besser bekannt als Johanna von Orléans) abgeleitet. Jeanne d'Arc spielte im Hundertjährigen Krieg eine entscheidende Rolle bei der Befreiung der Stadt Orléans. "Perfect" spielt allerdings auch darauf an, dass Joanna bei der Ausführung ihres Jobs als Agentin stets nach Perfektion strebt. "Dark" wiederum spielt auf den Stealth-Aspekt des Spiels, dunkle Machenschaften sowie die generelle Spionage-Thematik an.
