Süßer Horror: Das Spiel ist in dir, nicht umgekehrt

Special Michael Eichhammer

Warum macht uns Angst so viel Spaß, wieso sind Resident Evil, Dead Space oder Silent Hill so beliebt? Cynamite zieht aus, um das Fürchten zu lernen - willkommen bei unserem großen Grusel-Special!

Das Spiel ist in dir, nicht umgekehrt

Warum gruseln wir uns überhaupt? Um diese Frage dreht sich unser Special: 'Süßer Horror - warum macht uns Angst überhaupt so viel Spaß?' (7) Quelle: Hersteller Warum gruseln wir uns überhaupt? Um diese Frage dreht sich unser Special: "Süßer Horror - warum macht uns Angst überhaupt so viel Spaß?" (7) Ein Spiel hat es gar nicht nötig, Echtheit zu behaupten, um uns zu fesseln. Der Grund ist das, was Medienwissenschaftler als Immersion bezeichnen – das völlige Eintauchen ins Geschehen. Zwar funktionieren auch Filme nur, wenn wir uns mit den Charakteren identifizieren, doch im Spiel bangen wir nicht nur mit dem Helden, sondern wir schlüpfen selbst in seine Rolle.

Sam Barlow, Lead Designer von Silent Hill: Shattered Memories, geht sogar noch einen Schritt weiter: "Ein Teil der Spannung bleibt in dir, nachdem du die Konsole ausgeschaltet hast. Es ist nicht nur eine Achterbahnfahrt, die deinen Puls erhöht, sondern etwas, was du mit dir herumträgst. Bis in deine Träume … oder Albträume."

Warum gruseln wir uns überhaupt? Um diese Frage dreht sich unser Special: 'Süßer Horror - warum macht uns Angst überhaupt so viel Spaß?' (9) Quelle: gamekyo.com Warum gruseln wir uns überhaupt? Um diese Frage dreht sich unser Special: "Süßer Horror - warum macht uns Angst überhaupt so viel Spaß?" (9) Ein klassisches Stilmittel, um uns die Identifikation mit der Spielfigur zu erleichtern, ist die Ego-Perspektive, bei der wir die Welt mit den Augen des Charakters sehen. Was selbstredend umso beklemmender wirkt, je bedrohlicher diese Umgebung dargestellt ist.
In Metro 2033 beispielsweise dient das Moskauer U-Bahn-System nach einem Atomkrieg als morbide Kulisse. Bewusst verzichten die Macher auf eine Gesundheitsanzeige, wie sie in klassischen Shootern üblich war. Dass es "uns" mies geht, müssen wir nicht ablesen, wir spüren es: Wenn der Filter der Gasmaske verstopft, keucht unser Alter Ego, die Sicht verschwimmt, wir gehen in die Knie. Die Begründung von Andrey Prokhorov, Creative Director beim Entwickler 4A Games: "Im echten Leben haben wir auch keine Energieanzeige."

Genau das macht die Faszination solcher Spiele aus: das echte Leben nicht nur täuschend echt simulieren, sondern mit einer Extraportion Nervenkitzel anreichern.

Auf der nächsten Seite geht unser Special weiter.

Dieses Video ist nicht mehr verfügbar.

  1. Seite 1 Süßer Horror: Einleitung
  2. Seite 2 Süßer Horror: Angst oder Angst-Simulation?
  3. Seite 3 Süßer Horror: Das Spiel ist in dir, nicht umgekehrt
  4. Seite 4 Süßer Horror: Todesangst statt »Game Over«
  5. Seite 5 Süßer Horror: Blick in die Trickkiste
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk